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Googles KI designt Medikamente – erste Tests am Menschen Ende 2026

Isomorphic Labs hat mit IsoDDE ein KI-System vorgestellt, das Medikamente am Computer designen kann – doppelt so genau wie AlphaFold 3. Ende 2026 sollen die ersten KI-designten Krebsmedikamente am Menschen getestet werden.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
11. FEBRUAR 2026
ZULETZT AKTUALISIERT: 5. MÄRZ 2026
2 MIN. LESEZEIT
Minimalistische Illustration einer Molekülstruktur an einem Protein, Mikroskop und Erlenmeyerkolben – im Stil von kinewsletter.ch mit türkisem Akzent
INHALT
01Von der Proteinstruktur zum fertigen Wirkstoff0210 Jahre Entwicklung, komprimiert auf Monate
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Googles KI-Spin-off Isomorphic Labs kann mit IsoDDE erstmals Medikamente am Computer designen und bereitet klinische Tests für Ende 2026 vor.

AlphaFold hat die Biologie revolutioniert. Jetzt geht der nächste Schritt: Das Google-Spin-off Isomorphic Labs hat mit IsoDDE ein KI-System vorgestellt, das nicht nur Proteine vorhersagt, sondern gleich ganze Medikamente designt.

Von der Proteinstruktur zum fertigen Wirkstoff

Isomorphic Labs – gegründet von Nobelpreisträger Demis Hassabis und aus Google DeepMind hervorgegangen – hat am 10. Februar die IsoDDE-Engine präsentiert. Das steht für "Isomorphic Labs Drug Design Engine" und geht weit über den Vorgänger AlphaFold 3 hinaus.

Die Zahlen sind beeindruckend: IsoDDE verdoppelt die Genauigkeit von AlphaFold 3 bei der Vorhersage, wie Wirkstoffmoleküle an Proteine andocken. Bei Antikörper-Strukturen – wichtig für Krebstherapien – übertrifft es AlphaFold 3 um den Faktor 2.3 und den Konkurrenten Boltz-2 sogar um den Faktor 19.8.

Der Clou: Das System kann sogenannte "kryptische Bindungstaschen" aufspüren – versteckte Andockstellen auf Proteinen, die bisher nur durch aufwändige Laborexperimente gefunden werden konnten. IsoDDE schafft das in Sekunden, allein aus der Aminosäuresequenz.

10 Jahre Entwicklung, komprimiert auf Monate

Ein neues Medikament zu entwickeln dauert heute im Schnitt 10–15 Jahre und kostet über 2 Milliarden Dollar. IsoDDE könnte diesen Prozess drastisch verkürzen. Das System kann nicht nur vorhersagen, wie ein Protein aussieht (das konnte AlphaFold schon), sondern auch berechnen, welches Molekül als Wirkstoff funktionieren könnte und wie stark es binden wird.

Konkret heisst das: Isomorphic Labs bereitet aktuell die ersten klinischen Tests mit KI-designten Krebsmedikamenten vor – geplant bis Ende 2026. Pharma-Giganten setzen bereits darauf: Eli Lilly und Novartis haben zusammen rund 3 Milliarden Dollar in Partnerschaften mit Isomorphic investiert. Auch Johnson & Johnson arbeitet mit dem Unternehmen zusammen.

Für die Schweiz besonders relevant: Isomorphic Labs hat seinen zweiten Standort in Lausanne am EPFL Innovation Park und arbeitet eng mit Novartis in Basel zusammen. Die Schweizer Pharma-Branche ist damit direkt am Puls dieser Entwicklung.

Ende 2026 werden wir wissen, ob KI-designte Medikamente am Menschen tatsächlich besser wirken als herkömmlich entwickelte. Gelingt das, verändert sich die Pharma-Industrie grundlegend.

Quellen

Isomorphic Labs Blog↗ EXTERNER LINKThe Decoder↗ EXTERNER LINKSWI swissinfo.ch↗ EXTERNER LINK
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