Seit dem 9. Juli ist OpenAIs neue Generation GPT-5.6 öffentlich verfügbar – in drei Stufen namens Sol, Terra und Luna, deren Preise von 1 bis 30 Dollar pro Million Token reichen. Zuvor hatte eine staatliche Sicherheitsprüfung die Freigabe wochenlang verzögert.
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GPT-5.6 kommt als Familie mit drei Preisstufen – die günstige Luna-Variante macht aktuelle OpenAI-Modelle alltagstauglich, während die verzögerte Freigabe zeigt, wie stark Sicherheitsauflagen den Modellzugang inzwischen steuern.
Ende Juni zeigte OpenAI seine neue Modellgeneration GPT-5.6 – durfte sie aber fast niemand ausprobieren. Das hat sich nun geändert: Seit dem 9. Juli 2026 ist GPT-5.6 öffentlich verfügbar, und zwar gleich in drei Ausführungen zu drei sehr unterschiedlichen Preisen.
GPT-5.6 kommt als Familie mit drei Stufen: Sol für die anspruchsvollsten Denk- und Agenten-Aufgaben, Terra für den Alltagsbetrieb und Luna für günstige Anwendungen mit hohem Volumen. Alle drei sind ab sofort in ChatGPT, in der Arbeitsumgebung ChatGPT Work, im Coding-Werkzeug Codex und über die Programmierschnittstelle nutzbar. Die weltweite Freischaltung läuft gestaffelt über rund 24 Stunden.
Der Preisunterschied ist der eigentliche Kern der Ankündigung:
Wer über die Schnittstelle arbeitet, wählt die Modelle über die Kennungen `gpt-5.6-sol`, `gpt-5.6-terra` und `gpt-5.6-luna`; der blosse Aufruf `gpt-5.6` landet bei Sol. Ein Hinweis für Entwickler: Der bisherige Endpunkt `gpt-5.5-latest` wandert nicht automatisch auf die neue Generation. Neu ist zudem ein Zwischenspeicher für Eingaben, der wiederholte Anfragen mit 90 Prozent Rabatt abrechnet.
Dass GPT-5.6 erst jetzt für alle kommt, hat einen regulatorischen Grund. Nach einer Verordnung der US-Regierung vom 2. Juni sollen KI-Firmen ihre leistungsstärksten Modelle 30 Tage vor der Veröffentlichung freiwillig einer staatlichen Sicherheitsprüfung vorlegen. OpenAI hatte GPT-5.6 deshalb ab dem 26. Juni zunächst nur rund 20 geprüften Partnerorganisationen zugänglich gemacht. Diese Vorschau-Phase endete mit der öffentlichen Freigabe.
OpenAIs zentrale Benchmark-Behauptung betrifft langlaufende Agenten-Aufgaben: Auf dem Test «Agents' Last Exam», der Berufsabläufe über 55 Fachgebiete abbildet, erreicht Sol laut OpenAI einen neuen Höchstwert und schlägt Anthropics Spitzenmodell Claude Fable 5 deutlich – bei einem Bruchteil der Kosten. Bei anderen Aufgaben, etwa dem Coding-Test SWE-Bench Pro, liegt Fable 5 dagegen vorne. Die Bestenliste zerfällt zunehmend nach Aufgabenart statt nach Anbieter.
Für Schweizer Anwenderinnen und KMU ist vor allem die Luna-Stufe interessant: Ein Modell aus der aktuellen OpenAI-Generation zu 1 respektive 6 Dollar rückt frontier-nahe KI preislich in den Alltag – und zwingt zur bewussten Entscheidung, welche Aufgabe wirklich das teure Spitzenmodell braucht und welche mit der günstigen Stufe auskommt. Zugleich zeigt der Fall, wie sehr geopolitische Sicherheitsauflagen inzwischen selbst darüber mitbestimmen, wann ein KI-Modell überhaupt verfügbar wird – auch für Nutzer ausserhalb der USA.
SpaceXAI hat Grok 4.5 veröffentlicht – ein «Opus-class model» für Coding und agentische Aufgaben, das beim Output rund viermal günstiger ist als Claude Opus 4.8. Die Leistungsvergleiche stammen allerdings aus xAI-eigenen Benchmarks, und selbst dort liegt Grok nicht an der Spitze.