Nur 21 Mrd. aktive Parameter, Apache-2.0-Lizenz und Self-Hosting: Tencents neues MoE-Modell zielt auf Effizienz statt Grösse.
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Mit Apache-2.0-Lizenz und nur 21 Mrd. aktiven Parametern zielt Tencents Hy3 auf effizientes Self-Hosting – die Benchmark-Zahlen bleiben aber Herstellerangaben.
Tencent hat am 6. Juli 2026 sein KI-Modell Hy3 offiziell veröffentlicht – und zwar mit offenen Gewichten unter der freizügigen Apache-2.0-Lizenz. Das Besondere: Hy3 ist bewusst kein Riese, sondern soll mit vergleichsweise wenig aktiver Rechenlast an deutlich grössere Spitzenmodelle heranreichen.
Technisch setzt Hy3 auf eine Mixture-of-Experts-Architektur (MoE) – vereinfacht gesagt sind je nach Aufgabe nur einzelne Spezialisten im Netzwerk aktiv, statt immer das gesamte Modell zu rechnen. Von den 295 Milliarden Parametern insgesamt sind pro Anfrage nur 21 Milliarden aktiv (plus eine 3,8-Milliarden-Zusatzschicht). Dazu kommt ein Kontextfenster von bis zu 256'000 Token und ein hybrider «fast/slow thinking»-Modus, bei dem sich die Tiefe des Nachdenkens je nach Aufgabe umschalten lässt.
Genau diese Effizienz ist der Verkaufsgrund: Laut Tencent erreicht Hy3 eine «Intelligenz vergleichbar mit Flaggschiff-Modellen, die das Zwei- bis Fünffache an Parametern» mitbringen. Das sind Herstellerangaben – unabhängige Messungen stehen noch aus.
Die von Tencent genannten Zahlen sind einzuordnen, nicht als gesetzte Fakten zu lesen. In einem eigenen Blindtest mit 270 Fachleuten (312 gültige Vergleiche) kam Hy3 auf 2,67 von 4 Punkten und lag damit vor dem Konkurrenten GLM-5.1 (2,51). Die intern gemessene Halluzinationsrate sank nach Firmenangaben von 12,5 auf 5,4 Prozent. Fachmedien wie The Decoder und WinBuzzer bestätigen diese Werte – allerdings jeweils gestützt auf Tencents eigene Angaben.
Hy3 reiht sich ein in eine kräftige Welle offener chinesischer Modelle, die zuletzt mit LongCat-2 und der GLM-5-Reihe für Bewegung sorgte. Positioniert wird Hy3 klar gegen grössere offene Flaggschiffe – GLM-5.1 etwa bringt 744 Milliarden Parameter mit.
Für dich als Entwickler oder KMU ist weniger der Benchmark-Wettlauf interessant als die Lizenz. Apache 2.0 heisst: herunterladen, anpassen, kommerziell einsetzen – ohne Nutzungshürden. Das Modell liegt auf Hugging Face, ModelScope und GitHub bereit, inklusive einer FP8-Variante und einer zweiwöchigen Gratis-API unter anderem über OpenRouter. Wer Daten im Haus behalten will, kann Hy3 selbst hosten statt sie in eine fremde Cloud zu schicken – und spart bei genügend Volumen gegenüber den grossen proprietären Anbietern. Der Haken bleibt die Hardware: 295 Milliarden Parameter brauchen ernsthafte GPU-Ausstattung, auch wenn nur ein Bruchteil aktiv rechnet.