Google verschiebt sein neues Spitzenmodell Gemini 3.5 Pro auf Juli. Eigentlich war der Start für Juni geplant – doch das Modell bleibt vorerst in einer geschlossenen Vorschau. Die Verzögerung trifft den Konzern mitten in einer turbulenten Woche mit Forscher-Abgängen und Börsenverlusten.
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Googles nächstes Frontier-Modell Gemini 3.5 Pro kommt erst im Juli – ein weiterer Dämpfer in einer schwierigen Woche für den Konzern.
Google muss sich gedulden – und mit ihm alle, die auf das nächste grosse Gemini-Modell warten. Wie Reuters und Business Insider übereinstimmend berichten, verschiebt der Konzern die Veröffentlichung von Gemini 3.5 Pro auf Juli. Eigentlich hätte das neue Spitzenmodell noch im Juni erscheinen sollen.
Gemini 3.5 Pro ist Googles kommendes Frontier-Modell – also die Liga, in der auch OpenAIs GPT-5er-Reihe und Anthropics Claude spielen. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O hatte Konzernchef Sundar Pichai im Mai noch versprochen: «Gebt uns bis nächsten Monat.» Dieser Monat ist nun vorbei, ohne dass das Modell für die Allgemeinheit verfügbar ist. Es bleibt vorerst in einer geschlossenen Vorschau für Geschäftskunden auf Googles Cloud-Plattform.
Inhaltlich soll Gemini 3.5 Pro einiges können: ein Kontextfenster von rund zwei Millionen Token – damit lassen sich sehr lange Dokumente am Stück verarbeiten – sowie einen «Deep Think»-Modus für besonders kniffliges Schlussfolgern. Dieser Denk-Modus dürfte laut Berichten dem teuersten Abo vorbehalten bleiben.
Offiziell bestätigt Google den neuen Zeitplan nicht; auf Anfrage wollte sich ein Sprecher nicht äussern. Aus dem Umfeld der Entwicklung heisst es, man brauche mehr Zeit, um Rückmeldungen früher Testerinnen und Tester einzuarbeiten und das Modell bei langen, mehrstufigen Aufgaben zu verbessern – genau dort, wo aktuelle KI-Systeme noch am ehesten straucheln.
Statt ein halbfertiges Modell rauszuschicken, nimmt sich Google lieber ein paar Wochen mehr Zeit. Bei der Konkurrenz ist das gerade kein Einzelfall: Auch OpenAIs GPT-5.6 und xAIs Grok 5 sind in den Juli gerutscht.
Die Verschiebung trifft Google in einer ohnehin nervösen Phase. In nur sechs Tagen verlor das KI-Labor DeepMind vier hochkarätige Forschende an die Konkurrenz Anthropic und OpenAI. An der Börse kostete das den Mutterkonzern Alphabet zeitweise mehrere Hundert Milliarden Dollar an Wert. Ausgerechnet jetzt fehlt das Modell, das die Erzählung vom angeschlagenen KI-Riesen hätte drehen sollen.
Für Nutzerinnen und Nutzer heisst das konkret: Wer auf die neuen Gemini-Fähigkeiten wartet, muss sich bis Juli gedulden. Und Google steht unter Druck, dann auch wirklich zu liefern.