91'739 Tech-Entlassungen seit Jahresbeginn, knapp die Hälfte wegen KI. Oracle streicht 30'000 Stellen, während Milliarden in KI-Infrastruktur fliessen.
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Das KI-Beschäftigungsparadox wird real: Unternehmen investieren Hunderte Milliarden in KI und streichen gleichzeitig massiv Stellen.
Die KI-getriebene Entlassungswelle in der Tech-Branche hat seit Jahresbeginn 91'739 Arbeitsplätze vernichtet – das sind rund 899 pro Tag. Knapp die Hälfte davon wird explizit auf KI und Automatisierung zurückgeführt.
Die jüngste Grossentlassung kommt von Oracle: Bis zu 30'000 Stellen werden gestrichen, davon 12'000 allein in Indien. Mitarbeitende wurden per E-Mail um 6 Uhr morgens informiert und sofort von allen Systemen gesperrt.
Oracle ist bei weitem nicht allein. Block, das Fintech-Unternehmen von Jack Dorsey, hat rund 4'000 Stellen abgebaut – 40% der gesamten Belegschaft. Droseys Begründung: KI mache die Positionen überflüssig. Atlassian strich 1'600 Stellen (10%), um die eingesparten Mittel in KI-Investitionen umzulenken.
Eine gemeinsame Studie von NBER und der Duke University prognostiziert für 2026 rund 502'000 KI-bedingte Jobverluste allein in den USA – neunmal mehr als die geschätzten 55'000 im Vorjahr. Goldman Sachs warnt zusätzlich: Entlassene Tech-Arbeiter brauchen durchschnittlich einen Monat länger für eine neue Stelle und müssen mit über 3% Reallohnverlust rechnen.
Die Zahlen offenbaren einen bemerkenswerten Widerspruch: Dieselben Unternehmen, die Zehntausende entlassen, investieren gleichzeitig Hunderte Milliarden in KI-Infrastruktur. Meta plant 115 bis 135 Milliarden Dollar für 2026, Oracle baut trotz Entlassungen massiv Rechenzentren.
Die Frage, die über allem schwebt: Entstehen durch KI genug neue Jobs, um die verlorenen zu ersetzen? Bisher lautet die Antwort: nicht schnell genug. Und der Trend betrifft auch Schweizer Tech-Firmen und ihre internationalen Teams – der globale Arbeitsmarkt ist vernetzt, und die Welle kommt auch hier an.