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Hassabis warnt: AGI vielleicht schon 2029 – und niemand ist bereit

Google-DeepMind-Chef Demis Hassabis sieht die Menschheit «in den Vorbergen der Singularität» und hält AGI schon 2029 für möglich. Sein Appell: Regierungen, Ökonomen und Gesellschaft müssen sich jetzt vorbereiten – nicht erst, wenn das nächste Modell alle überrascht.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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1. JUNI 2026
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Skizze eines Wanderers auf einem Bergpfad mit elektroblauem Wegweiser, der zu einem nebligen Gipfel führt
Skizze eines Wanderers auf einem Bergpfad mit elektroblauem Wegweiser, der zu einem nebligen Gipfel führt (Dark)
INHALT
01Von «2030 bis 2035» auf «vielleicht 2029»02Ein «Warnschuss vor den Bug»03Wenn KI beginnt, sich selbst zu verbessern04Warum das auch die Schweiz angeht
INHALT
01Von «2030 bis 2035» auf «vielleicht 2029»02Ein «Warnschuss vor den Bug»03Wenn KI beginnt, sich selbst zu verbessern04Warum das auch die Schweiz angeht
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Hassabis zieht das AGI-Zeitfenster auf 2029 vor und warnt, dass die gesellschaftliche Vorbereitung dem technischen Tempo dramatisch hinterherhinkt.

Demis Hassabis, Chef von Google DeepMind, hat eine ungewohnt deutliche Ansage gemacht. Am Rand von Googles Entwicklerkonferenz sagte er, die Menschheit stehe «in den Vorbergen der Singularität» – und habe nur noch wenige Jahre Zeit, sich auf eine allgemeine künstliche Intelligenz vorzubereiten.

Mit AGI (Artificial General Intelligence) ist eine KI gemeint, die in praktisch allen geistigen Aufgaben mit dem Menschen mithalten kann – nicht nur in einem engen Spezialgebiet. Bislang galt das als Fernziel. Hassabis rückt es jetzt näher heran.

Von «2030 bis 2035» auf «vielleicht 2029»

Noch vor einem Jahr nannte Hassabis einen Zeitraum von 2030 bis 2035. Inzwischen erwartet er AGI weiterhin «grob um 2030» – hält aber 2029 für möglich. Der Grund für die neue Zuversicht: Die Branche habe den richtigen technischen Pfad gefunden.

Den entscheidenden Hinweis liefern für ihn die heutigen KI-Agenten – Systeme, die nicht nur antworten, sondern selbständig mehrstufige Aufgaben erledigen.

«Man kann sich die Agenten-Ära in diesem nächsten Jahr ein bisschen wie einen Probelauf vorstellen.»

Gemeint ist ein gesellschaftlicher Stresstest für deutlich mächtigere Systeme, die noch kommen.

Ein «Warnschuss vor den Bug»

Hassabis verwies auch auf Anthropics noch unveröffentlichtes Modell mit dem Codenamen Mythos, das Unternehmen und Behörden mit seinen Fähigkeiten überrascht habe. Das sei «wahrscheinlich ein guter Warnschuss vor den Bug» gewesen – ein Beleg dafür, wie wenig vorbereitet wir auf das Tempo dieser Entwicklung seien.

Bewusst wählte er drastische Worte, wie er einräumte: Sie sollten Regierungen, Ökonomen und die breite Öffentlichkeit aufrütteln. Sein Eindruck ist, dass die Debatte über die gesellschaftlichen Folgen von KI noch zu sehr in der Tech-Blase steckt.

«Du musst das ernst nehmen. Meine Ökonomen-Freunde nehmen es, finde ich, immer noch nicht ernst genug.»

Wenn KI beginnt, sich selbst zu verbessern

Ein Meilenstein, auf den laut Hassabis alle führenden Labore hinarbeiten, ist die rekursive Selbstverbesserung – also Systeme, die ihre eigene Entwicklung spürbar beschleunigen. So weit sei man noch nicht. Aktuell sehe man eine «sanfte» Variante: Coding-Agenten, die Entwickler produktiver machen. Doch mit echten selbstverbessernden Systemen seien klare Tempogewinne – und ebenso klare Risiken – verbunden.

Hassabis sagte, er bespreche mögliche Sicherheitsmassnahmen mit den Chefs anderer Spitzenlabore, ohne Details zu nennen. Erste vorsichtige Schritte der US-Regierung hin zu verpflichtenden Modell-Tests vor dem Release nannte er einen Schritt in die richtige Richtung – der aber beschleunigt werden müsse.

Warum das auch die Schweiz angeht

Für dich klingt «Singularität» vielleicht nach Science-Fiction. Hassabis' Punkt ist ein anderer: Selbst wenn er sich um ein paar Jahre irrt, ist das Zeitfenster zur Vorbereitung kurz. Und Vorbereitung heisst nicht Code, sondern Politik, Bildung und Arbeitsmarkt.

Genau hier hat die Schweiz etwas mitzureden. Mit der nationalen KI-Initiative, dem offenen Sprachmodell Apertus und der Forschung an ETH und EPFL sitzt das Land näher an der Frontlinie, als viele denken. Hassabis' Appell richtet sich auch an Schweizer Ökonomen, Behörden und Unternehmen: die Zeit nutzen, solange es sie noch gibt – statt erst zu reagieren, wenn das nächste Modell wieder alle überrascht.

Quellen

Axios – DeepMind CEO: AI agents are a practice run for AGI↗ EXTERNER LINKComputerworld – DeepMind CEO: AGI could be here in three years↗ EXTERNER LINKSherwood News – Google DeepMind's Hassabis: AGI is 3 to 4 years away↗ EXTERNER LINK
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