Gouverneurin Kathy Hochul zieht per Dekret die Notbremse: New York pausiert als erster US-Bundesstaat den Bau neuer Hyperscale-Rechenzentren für bis zu ein Jahr. Der Grund ist der Strom- und Wasserhunger des KI-Booms – und steigende Stromrechnungen für die Bevölkerung.
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Der KI-Boom stösst an eine physische Grenze: Strom, Wasser, Netz. New York ist der erste US-Bundesstaat, der deshalb auf die Pause-Taste drückt – ein Signal, das auch die Schweizer Rechenzentrums-Debatte betrifft.
Der KI-Boom braucht Rechenzentren, und Rechenzentren brauchen enorm viel Strom und Wasser. In New York ist das jetzt zum politischen Bremsklotz geworden: Gouverneurin Kathy Hochul hat am Dienstag per Executive Order ein einjähriges Moratorium für neue Hyperscale-Rechenzentren verhängt – als erster US-Bundesstaat überhaupt.
Was ist passiert? Betroffen sind geplante Anlagen mit einem Strombedarf von 50 Megawatt oder mehr – also die grössten Rechenzentren, wie sie der KI-Ausbau antreibt. Während des Stopps darf die Umweltbehörde des Bundesstaats (Department of Environmental Conservation) keine noch offenen Ermessens-Bewilligungen mehr erteilen. In der Pause – die bis zu einem Jahr dauert – erarbeitet New York einen verbindlichen Umwelt- und Bewilligungsrahmen. Danach soll das Moratorium wieder fallen.
Warum jetzt? Hochul nennt drei Gründe: steigende Stromrechnungen, den hohen Wasserverbrauch zur Kühlung der Server und die Belastung des ohnehin alternden Stromnetzes. «Wenn Firmen dank New York erfolgreich sind, sollen auch die New Yorker profitieren», so die Gouverneurin. Ihre Regierung will zudem Verkaufssteuer-Befreiungen für grosse Rechenzentren streichen und prüft einen «Grid Acceleration Fund», über den Betreiber ins Netz investieren müssten.
Der Gegenwind. Tech-Firmen und Entwickler kritisieren, der Baustopp koste Jobs und überlasse China Boden im KI-Rennen. Auch politisch ist der Schritt heikel: Es ist Hochuls Wahljahr, ihr republikanischer Herausforderer lehnt ein landesweites Moratorium ab. Ein ähnlicher Vorstoss in Maine war zuvor am Veto der dortigen Gouverneurin gescheitert – in mindestens einem Dutzend Bundesstaaten wurden solche Stopps diskutiert, kamen aber bislang nicht durch. Laut Fortune enthält Hochuls Dekret zugleich ein neues Modell, um KI-Infrastruktur mitzufinanzieren.
Und die Schweiz? Ein direkter Bezug fehlt, doch das Thema ist längst auch hier angekommen: Rund um neue Rechenzentren wird auch in der Schweiz über Strombedarf, Kühlwasser und Netzanschlüsse diskutiert. Wenn du ChatGPT, Claude oder Gemini nutzt, läuft dahinter genau solche Infrastruktur. New Yorks Vorstoss zeigt, wie schnell aus einem Wachstumsversprechen ein Verteilkampf um Strom und Wasser werden kann.
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