Microsoft macht Computer-Using Agents in Copilot Studio allgemein verfügbar. KI bedient Software wie ein Mensch – inklusive Claude Sonnet 4.5, Azure Key Vault und Audit-Logs.
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Wer in der Schweiz Microsoft 365 nutzt und Legacy-Systeme ohne API bedient, hat ab heute den ersten Hebel, um repetitive Klick-Arbeit an KI abzugeben.
Microsoft hat in seinem Copilot-Studio-Mai-Update den nächsten grossen Hebel umgelegt: Computer-Using Agents sind ab sofort allgemein verfügbar. Damit lassen sich KI-Agenten bauen, die Software so bedienen wie ein Mensch – per Maus, Tastatur und Bildschirm, ohne dass dahinter eine offene Schnittstelle warten muss.
Das Prinzip ist simpel und für viele Firmen längst überfällig. In den meisten Unternehmen laufen Dutzende interne Tools, Vendor-Portale und Altsysteme, die keine vernünftige API (Programmierschnittstelle) haben. Bisher musste man entweder fragile Skripte schreiben oder Mitarbeitende manuell klicken lassen. Computer-Using Agents schauen sich stattdessen den Bildschirm an, lesen Formulare, klicken Buttons und tippen Werte ein – genau wie ein Mensch, einfach 24/7.
Die General-Availability-Version bringt auch das, was Konzerne für den produktiven Einsatz brauchen: sichere Anmeldedaten über Azure Key Vault, Microsoft-Purview-Audit-Logs, Human-in-the-Loop-Reviews für heikle Schritte und die Wahl zwischen mehreren Modellen. Aktuell stehen OpenAI CUA und Anthropic Claude Sonnet 4.5 zur Verfügung – wer welches Modell für welche Aufgabe nimmt, lässt sich pro Agent festlegen.
Microsoft zeigt den Use Case am Beispiel von Graebel, einem globalen Anbieter für Mitarbeiter-Relocations. Jährlich kommen tausende unstrukturierte E-Mails mit Umzugsanfragen rein – die hauseigene Plattform Global Connect hat aber keine API. Mit einem in Copilot Studio gebauten Agent lassen sich diese Mails jetzt automatisch interpretieren, gegen Business-Regeln prüfen und direkt im UI von Global Connect abarbeiten. Ausnahmen werden via Workflow an Menschen eskaliert.
«Wir sind über klassische Automatisierung hinaus zu einem intelligenten, skalierbaren Betriebsmodell gekommen.» — Matt Brownlee, CRO, Graebel
Dazu kommen drei weitere Neuerungen: ein komplett neu designter Workflow-Canvas, in dem Agenten als Knoten in API-basierte Prozesse eingebettet werden. Agent-to-Agent-Kommunikation ist jetzt allgemein verfügbar, Agenten können untereinander Aufgaben delegieren. Und für Service-Center kommt Echtzeit-Voice mit Sub-500-ms-Latenz.
Für die Schweiz ist der Move relevant, weil sehr viele KMU auf Microsoft 365 sitzen und unzählige Legacy-Systeme bedienen müssen, die kein modernes Backend haben – vom ERP über das Buchhaltungstool bis zum Kundenportal des Lieferanten. Genau dort spielt Computer-Use seine Stärke aus. Wer eine Pilotidee sucht: ein wiederkehrender, klar strukturierter Prozess mit hohem manuellem Anteil und ohne API ist der ideale erste Anwendungsfall. Das Feature wird in allen kommerziellen Power-Platform-Regionen einschliesslich Europa ausgerollt – Government-Clouds folgen im zweiten Halbjahr 2026.