NewsKategorienNewsletter-ArchivÜber uns
AnmeldenKostenlos abonnieren

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·KI-FORSCHUNG

Eine Million Diagramme: MITs ChartNet lehrt KI das Lesen

Forschende am MIT veröffentlichen ChartNet – einen offenen Datensatz mit über einer Million Diagrammen. Damit trainierte kleine Modelle schlagen viel grössere kommerzielle KI beim Lesen von Charts.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
6. JUNI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze einer Schultafel mit Balken- und Tortendiagramm, davor ein Stapel Papier und eine Lupe mit elektroblauem Glas auf einem Staender
Handgezeichnete Skizze einer Schultafel mit Balken- und Tortendiagramm, davor ein Stapel Papier und eine Lupe mit elektroblauem Glas auf einem Staender (Dark Mode)
INHALT
01Eine Million Diagramme zum Üben02Wie aus einem Chart Tausende werden03Die Kleinen schlagen die Grossen04Warum das auch KMU hilft
INHALT
01Eine Million Diagramme zum Üben02Wie aus einem Chart Tausende werden03Die Kleinen schlagen die Grossen04Warum das auch KMU hilft
in
PARTNER · INOO GMBH
Wie viel KI verträgt dein Betrieb? In 30 Minuten Klartext.

Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.

Gespräch buchen →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Nicht das grössere Modell gewinnt, sondern das besser trainierte – und der Datensatz ist offen.

Selbst teure KI-Modelle scheitern erstaunlich oft an einer simplen Aufgabe: ein Balkendiagramm korrekt lesen. Forschende am MIT zeigen jetzt, dass das nicht an der Modellgrösse liegt – sondern am Übungsmaterial.

Eine Million Diagramme zum Üben

Am 3. Juni haben das MIT und das MIT-IBM Computing Research Lab ChartNet veröffentlicht – einen offenen Datensatz mit über einer Million Diagrammen. Das Besondere: Jedes Bild kommt nicht allein, sondern mit dem zugehörigen Code, einer Textbeschreibung, einer Zahlentabelle und passenden Frage-Antwort-Paaren. Genau diese Zusatzinfos helfen einem Modell, die Bildpunkte mit der Bedeutung dahinter zu verknüpfen.

Wie aus einem Chart Tausende werden

Der Trick steckt in einer zweistufigen Pipeline. Zuerst übersetzt ein automatisches System bestehende Diagramme in Code. Dann verändert es diesen Code schrittweise – Diagrammtyp, Werte, Thema, Farben. So entstehen aus einer einzigen Vorlage Hunderte Varianten. Eine eingebaute Qualitätskontrolle prüft, dass der Code lauffähig ist und die erzeugten Bilder sauber und korrekt sind.

Die Kleinen schlagen die Grossen

Das Ergebnis ist die eigentliche Pointe. Trainiert man kleine, offene Modelle (etwa IBMs Granite-Vision-Reihe) mit ChartNet, übertreffen sie um Grössenordnungen grössere kommerzielle Modelle – beim Auslesen von Daten, beim Zusammenfassen und beim Beantworten von Fragen zu einem Diagramm. Nicht das grössere Modell gewinnt, sondern das besser trainierte.

Warum das auch KMU hilft

Für kleine Firmen ist das eine gute Nachricht. Wer keine riesigen Rechenbudgets hat, kann mit einem offenen Modell plus offenem Datensatz brauchbare Ergebnisse erzielen – etwa um Geschäftszahlen oder Reports automatisch auszuwerten. Lead-Autorin Jovana Kondic formuliert das Ziel so: starke Leistung mit kleinen Modellen, «die nicht unendlich viel Rechenleistung brauchen». Die Arbeit wird an der IEEE-Konferenz für Computer Vision (CVPR) vorgestellt.

Quellen

MIT News – MIT researchers teach AI models to interpret charts↗ EXTERNER LINKarXiv – ChartNet: A Million-Scale, High-Quality Multimodal Dataset for Robust Chart Understanding↗ EXTERNER LINK
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Freitag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Illustration einer Balkenwaage mit Messschieber und Lupe als Sinnbild für unterschätzte Messwerte, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Balkenwaage mit Messschieber und Lupe als Sinnbild für unterschätzte Messwerte, kinewsletter.ch Stil
KI-FORSCHUNG·4. JULI 2026

AISI: Benchmarks unterschätzen KI-Agenten systematisch

Das britische AI Security Institute zeigt in seinem Frontier AI Trends Report, dass gängige Benchmarks die wahren Fähigkeiten von KI-Agenten zu tief ansetzen. Verbesserte man nur das «Scaffolding» eines Modells, stieg die Leistung in Cyber-Tests um fast 10 Prozentpunkte. Für KI-Sicherheit und Regulierung ist das ein Alarmzeichen.

Illustration eines kleinen Schlüssels, der ein grosses Schloss öffnet, mit Lupe auf Finanzdokumenten, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines kleinen Schlüssels, der ein grosses Schloss öffnet, mit Lupe auf Finanzdokumenten, kinewsletter.ch Stil
KI-FORSCHUNG·4. JULI 2026

Murats Spezialmodell schlägt GPT, Claude und Gemini

Thinking Machines Lab von Ex-OpenAI-Chefin Mira Murati und der Hedgefonds Bridgewater zeigen: Ein kleines, feinjustiertes Custom-Modell schlägt die grossen Frontier-LLMs bei Finanzaufgaben. Es erreicht 84,7 Prozent Genauigkeit und kostet nur einen Bruchteil.

Handgezeichnete Skizze einer Laborbank mit Mikroskop, Reagenzglasstaender und Whiteboard mit DNA-Doppelhelix, elektroblauer Akzent
Handgezeichnete Skizze einer Laborbank mit Mikroskop, Reagenzglasstaender und Whiteboard mit DNA-Doppelhelix, elektroblauer Akzent (Dark Mode)
KI-FORSCHUNG·1. JULI 2026

KI scheitert an echter Biologie – in 7 von 10 Fällen

OpenAIs neuer Benchmark GeneBench-Pro prüft echtes Forschungsurteil statt Faktenwissen. Das beste Modell besteht nur knapp jede dritte der 129 Biologie-Aufgaben – eine nüchterne Messlatte für den Hype um KI in der Wissenschaft.

Handgezeichnete Skizze eines Mikroskops mit Petrischalen und Reagenzgläsern auf einer Laborbank, kinewsletter.ch Stil
Skizze Mikroskop mit Petrischalen und Reagenzglaesern, kinewsletter.ch Stil
KI-FORSCHUNG·25. JUNI 2026

GPT-5 löst ein drei Jahre altes Immunologie-Rätsel

Der Immunologe Derya Unutmaz hatte ein Experiment vor drei Jahren ungelöst beiseitegelegt. GPT-5 Pro lieferte die Erklärung in einem Anlauf – und sagte danach sogar das Ergebnis eines unveröffentlichten Versuchs korrekt voraus. Ein Lehrstück darüber, wie KI zur Forschungspartnerin wird, ohne Expertenwissen zu ersetzen.

Illustration eines Mikroskops im Labor, kinewsletter.ch Stil
Dark Illustration, kinewsletter.ch Stil
KI-FORSCHUNG·19. JUNI 2026

KI besteht nur jede dritte Forschungsaufgabe

OpenAIs neuer Test LifeSciBench prüft KI an 750 echten Aufgaben aus der Life-Science-Forschung. Das beste Modell löst nur 36 Prozent – ein nützlicher Dämpfer für überzogene Erwartungen an KI im Labor.

Handgezeichnete Skizze eines Bildschirms mit einer kurvigen Strasse in eine Berglandschaft, davor ein Spielzeugauto und eine Kamera auf einem Stativ
Handgezeichnete Skizze eines Bildschirms mit einer kurvigen Strasse in eine Berglandschaft, davor ein Spielzeugauto und eine Kamera auf einem Stativ (Dark Mode)
KI-FORSCHUNG·12. JUNI 2026

Diese KI träumt sich Strassen für Roboterautos

Das Startup Decart hat mit Oasis 3 ein Weltmodell vorgestellt, das fotorealistische Strassenszenen in Echtzeit erfindet – ein endloser Fahrsimulator, um selbstfahrende Autos auch mit seltenen Situationen zu trainieren. Noch fahren die Autos aber durch Wände.

Mehr aus KI-Forschung →