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Regulierung & Ethik

Molotow-Cocktail auf Sam Altmans Haus: Die Anti-KI-Wut eskaliert

Zwei Angriffe auf Sam Altmans Wohnung innerhalb von drei Tagen – Molotow-Cocktail und Schusswaffen. Parallel veröffentlicht Altman ein Policy-Papier für einen «New Deal» im KI-Zeitalter.

Montag, 13. April 2026~3 Min. Lesezeit
Pascal Eugster
Pascal EugsterGründer & Entwickler
Illustration Haustür mit Brandspuren und Polizeiabsperrung, kinewsletter.ch Stil
Illustration Haustür mit Brandspuren und Polizeiabsperrung, kinewsletter.ch Stil
Das Wichtigste

Die Angriffe markieren eine neue Eskalationsstufe – die gesellschaftliche Akzeptanz der KI-Branche steht unter massivem Druck.

Ein 20-Jähriger warf am 10. April um 4 Uhr morgens einen Molotow-Cocktail auf Sam Altmans Wohnung in San Francisco – und drohte eine Stunde später, die OpenAI-Zentrale niederzubrennen. Zwei Tage später folgten Schüsse auf dasselbe Anwesen. Parallel veröffentlichte Altman ein 13-seitiges Policy-Papier mit Vorschlägen für einen «New Deal» im KI-Zeitalter.

Zwei Angriffe in drei Tagen

Daniel Alejandro Moreno-Gama, 20, aus Texas, wurde nach dem ersten Angriff am Tatort in San Franciscos Russian-Hill-Viertel festgenommen. Die Anklage: versuchter Mord, Brandstiftung, kriminelle Drohungen und Besitz von Brandvorrichtungen. Er war Mitglied im PauseAI-Discord-Server und hatte dort über «KI, die die Menschheit in die Auslöschung treibt» geschrieben. PauseAI distanzierte sich umgehend.

Am 12. April, gegen 3 Uhr morgens, feuerten zwei weitere Verdächtige – Amanda Tom (25) und Muhamad Tarik Hussein (23) – Schüsse in der Nähe von Altmans Wohnung ab. Drei Schusswaffen wurden sichergestellt. Bei keinem der beiden Vorfälle wurde jemand verletzt.

Zeitgleich in Indiana: 13 Schüsse auf das Haus eines Lokalpolitikers, der einen 500-Millionen-Dollar-Rechenzentrums-Deal unterstützt hatte. Auf der Türschwelle lag ein Zettel: «NO DATA CENTERS». Das FBI ermittelt.

80 Prozent der Amerikaner besorgt

Die Angriffe fallen in ein Klima wachsender KI-Skepsis. Eine Quinnipiac-Umfrage vom 30. März zeigt: 80% der Amerikaner sind besorgt über KI (38% sehr besorgt, 42% etwas besorgt). 70% glauben, dass KI Arbeitsplätze vernichten wird. 55% denken, KI werde im Alltag mehr schaden als nützen.

Das Paradox: 51% nutzen bereits KI-Tools – aber nur 21% vertrauen den Ergebnissen.

Altmans «Superintelligence New Deal»

Wenige Tage vor den Angriffen veröffentlichte Altman ein 13-seitiges Policy-Papier mit dem Titel «Industrial Policy for the Intelligence Age». Die Kernforderungen:

  • Roboter-Steuern: Automatisierte Arbeit soll besteuert werden
  • Öffentlicher Vermögensfonds: Amerikaner sollen direkt an KI-getriebenem Wachstum beteiligt werden
  • 4-Tage-Woche: Als Reaktion auf steigende Produktivität durch KI
  • Steuerverlagerung: Weg von Lohnsteuer, hin zu Kapitalgewinn- und Unternehmenssteuer
  • «Recht auf KI»: Jeder Bürger soll Zugang zu KI-Tools haben

Das Papier liest sich wie eine Antwort auf genau die Ängste, die zu den Angriffen geführt haben – ob kalkuliert oder nicht.

Die «Social License to Operate» steht auf dem Spiel

Die Woche zeigt eine gefährliche Dynamik: Die KI-Branche verliert ihre gesellschaftliche Akzeptanz schneller, als sie neue Produkte entwickelt. Die Angriffe sind Extremfälle – aber die zugrundeliegende Wut über Jobverluste, Machtkonzentration und fehlende demokratische Kontrolle ist breit verankert.

Für die Schweiz ist die Debatte nicht fremd: Der Fall Keller-Sutter vs. Grok zeigte kürzlich, dass auch hierzulande die Spannungen zwischen KI-Unternehmen und Gesellschaft zunehmen. Die Frage, ob Tech-CEOs wie Altman die richtigen Personen sind, um Lösungen vorzuschlagen, bleibt offen – aber dass Lösungen nötig sind, bestreitet niemand mehr.

Quellen

  • CNBC: Altman house attack(wird in neuem Tab geöffnet)
  • Axios: Superintelligence New Deal(wird in neuem Tab geöffnet)
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