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OpenAIs Steuer-KI lernt aus eigenen Fehlern – und trifft zu 97 Prozent

OpenAI und Thrive Holdings haben eine Steuer-KI gebaut, die ihre eigenen Fehler protokolliert und sich über den Programmier-Agenten Codex selbst nachbessert – von 25 auf bis zu 97 Prozent Treffsicherheit in wenigen Wochen. Getestet an 7'000 US-Steuererklärungen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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1. JUNI 2026
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Skizze einer elektroblauen mechanischen Rechenmaschine mit Papierrolle auf einem Schreibtisch, daneben ein aufgeschlagenes Kontobuch
Skizze einer elektroblauen mechanischen Rechenmaschine mit Papierrolle auf einem Schreibtisch, daneben ein aufgeschlagenes Kontobuch (Dark)
INHALT
01Von 25 auf 97 Prozent in wenigen Wochen02Der Trick steckt in der Rückkopplung03Was das für Schweizer Treuhänder heisst
INHALT
01Von 25 auf 97 Prozent in wenigen Wochen02Der Trick steckt in der Rückkopplung03Was das für Schweizer Treuhänder heisst
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Nicht die 97-Prozent-Zahl ist das Neue, sondern die Rückkopplungsschleife, die wiederkehrende Fehler automatisch in Code-Fixes verwandelt.

Eine KI, die Steuererklärungen entwirft, dabei ihre eigenen Patzer protokolliert und sich Woche für Woche selbst nachbessert: Genau das haben OpenAI und das Unternehmen Thrive Holdings zusammen gebaut. Das Ergebnis ist eines der konkretesten Beispiele dafür, wie «selbstverbessernde KI» in der Praxis aussieht.

Von 25 auf 97 Prozent in wenigen Wochen

Getestet wurde das System über die Crete Professional Alliance, einen Verbund von über 30 Buchhaltungsfirmen. Rund 7'000 Steuererklärungen liefen durch – vor allem US-Formulare 1040 (Privatpersonen) und 1041 (Erbschaften und Trusts).

Die Zahlen sprechen für sich:

  • Treffsicherheit der Entwürfe: anfangs rund 25 Prozent, nach wenigen Wochen bis zu 97 Prozent
  • Bearbeitungszeit pro Erklärung: etwa ein Drittel kürzer
  • Durchsatz: rund 50 Prozent mehr erledigte Fälle

Der Trick steckt in der Rückkopplung

Das eigentlich Neue ist nicht die 97-Prozent-Zahl, sondern wie sie zustande kommt. Das System zeichnet jeden Schritt lückenlos auf: aus welcher Quelldatei ein Wert stammt, wie die KI ihn zugeordnet hat, was die Buchhalterin korrigiert hat und was am Ende eingereicht wurde.

Taucht derselbe Fehler immer wieder auf, wird er nicht einfach gemeldet, sondern in eine testbare Programmieraufgabe verpackt. Codex, OpenAIs KI-Programmier-Agent, schreibt daraufhin selbständig die Korrektur – ohne dass ein Mensch Code anfassen muss.

Kein Roboter, der sich selbst das Denken beibringt. Sondern ein eng begrenztes System, das wiederkehrende Fehler erkennt, in lösbare Aufgaben übersetzt und den Fix automatisch ausliefert.

Ein ungewöhnliches Detail am Rande: OpenAI hat sich im Dezember 2025 an Thrive Holdings beteiligt – die Rechte am fertigen Produkt liegen aber bei Thrive, nicht bei OpenAI. In Big-Tech-Deals ist das eher selten.

Was das für Schweizer Treuhänder heisst

Bevor du dein Steuerbüro abschreibst: Hier geht es um US-Formulare, nicht um die Schweizer Steuererklärung mit ihren kantonalen Eigenheiten. Eins zu eins übertragbar ist das nicht.

Übertragbar ist aber das Prinzip. Die Architektur – KI-Agent plus Rückkopplungsschleife plus automatischer Selbst-Fix – passt auf jede dokumentenlastige Facharbeit: Treuhand, Buchhaltung, Recht, Versicherung. Genau die Branchen, in denen die Schweiz viele gut bezahlte Stellen hat. Die spannende Frage ist nicht, ob solche Systeme kommen, sondern wer sie zuerst sauber auf hiesige Vorschriften trainiert.

Quellen

OpenAI – Building self-improving tax agents with Codex↗ EXTERNER LINKCrypto Briefing – OpenAI and Thrive develop self-improving tax AI with 97% accuracy↗ EXTERNER LINKStartupHub.ai – OpenAI's Codex Powers Self-Improving Tax Software↗ EXTERNER LINK
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