Anthropic prüft eine neue Finanzierungsrunde von rund 50 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 850–900 Mrd. Damit überholt der Claude-Macher seinen Erzrivalen OpenAI (852 Mrd.) erstmals und wird zum wertvollsten KI-Startup der Welt. 48-Stunden-Allokationsfenster für Investoren, Abschluss innerhalb von zwei Wochen geplant.

Anthropics Sprung von 380 Mrd. (Februar) auf 900 Mrd. zementiert das KI-Duopol – und macht europäische Initiativen wie Apertus mit 20 Mio. CHF Bundesfinanzierung im Vergleich noch kleiner aussehen.
Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, prüft eine neue Finanzierungsrunde von rund 50 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 850–900 Milliarden. Damit würde der Claude-Macher seinen Erzrivalen OpenAI – aktuell mit 852 Mrd. bewertet – erstmals überholen und zum wertvollsten KI-Startup der Welt werden.
Investorendruck kommt aus zwei Richtungen: Mythos – das von Anthropic zurückgehaltene Frontier-Modell für Cybersecurity – und der Compute-Bedarf für die nächsten Modellgenerationen. Mit dem Google-Anthropic-Deal von letzter Woche (40 Mrd. plus 5 GW TPU-Compute via Bedrock) ist die Infrastruktur-Basis gesichert, aber Cash für laufenden Betrieb und Modell-Training braucht es weiter.
Mit der Bewertung wird die Polarisierung des Frontier-AI-Markts deutlich: OpenAI vs. Anthropic, beide um 850–900 Mrd. Dollar. Alle anderen Player – inklusive Mistral, Cohere, Aleph Alpha – sind im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Mrd-Bereich. Der Druck auf europäische und Schweizer Initiativen wächst entsprechend.
Anthropics Claude wird über Swisscoms Swiss-AI-Plattform und in zahlreichen Schweizer Unternehmen eingesetzt. Eine 900-Mrd-Bewertung verändert die Verhandlungsposition für Enterprise-Kunden: Anthropic kann bei Pricing nachgiebiger sein, weil die langfristige Cash-Position gesichert ist – aber strenger bei Werte-Fragen, weil sie nicht mehr auf jeden Kunden angewiesen sind (siehe Pentagon-Verzicht).
Im Vergleich: Apertus, das Schweizer Open-Source-LLM, bekommt vom Bund 20 Mio. CHF bis 2028. Das ist 0,002 Prozent von Anthropics neuer Runde. Wer Sovereign AI ernst nimmt, sollte sich diese Verhältnisse vor Augen führen – und entweder die Schweizer Investitionen massiv erhöhen oder einen anderen strategischen Pfad wählen (Open Source nutzen statt selbst bauen).
Bis Mitte Mai sollten erste Term Sheets unterzeichnet sein. Falls die Runde wie geplant durchgeht, ist das nächste Frage: Wann der IPO? Bloomberg-Quellen sprechen von Q4 2026 oder Q1 2027. Eine 900-Mrd-Bewertung als Pre-IPO ist historisch eines der höchsten Niveaus überhaupt – und bringt entsprechende Risk-Diskussionen mit sich.
Anthropics Sprung von 380 Mrd. (Februar) auf 900 Mrd. zementiert das KI-Duopol – und macht europäische Initiativen wie Apertus mit 20 Mio. CHF Bundesfinanzierung im Vergleich noch kleiner aussehen.

Chinas wichtigstes Wirtschaftsplanungsorgan NDRC hat am 27. April die geplante Übernahme der agentic-AI-Firma Manus durch Meta (rund 2 Mrd. Dollar, Ankündigung Dezember 2025) blockiert. Manus' Sitzverlegung nach Singapur 2025 hat Beijings Eingriff nicht verhindert.
Beijing zeigt: Chinesische KI-Gründer sind auch im Ausland nicht ausserhalb der staatlichen Reichweite. Ein Warnsignal für M&A-Investoren in Asien und Beleg für die zunehmende Bifurcation der KI-Ökosysteme.

Der Zivilprozess Musk vs. OpenAI/Altman/Brockman/Microsoft startete am 28. April in Oakland mit Eröffnungsplädoyers. Musk fordert 130 Mrd. Dollar Schadenersatz, die Rückwandlung von OpenAI in eine Non-Profit-Struktur, sowie die Absetzung von Altman und Brockman.
Auch wenn der Prozess als «Musk-Show» abgetan wird – die juristische Frage, ob eine Non-Profit-Charity in eine For-Profit-Struktur überführt werden darf, schafft Präzedenz für die gesamte KI-Branche.

Google hat einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium unterzeichnet, der Gemini für klassifizierte Militäraufgaben freigibt – einen Tag, nachdem über 580 Mitarbeitende in einem offenen Brief an Sundar Pichai genau das ablehnten. Der Vertrag spiegelt die Konditionen, die Anthropic im Februar abgelehnt hatte.
Mit Googles Pentagon-Deal ist die «AI for Good»-Selbstbeschränkung der grossen US-Labs faktisch beendet – ausser bei Anthropic. Schweizer Compliance-Verantwortliche bekommen damit ein neues Differenzierungsmerkmal bei der Provider-Wahl.