Der Zivilprozess Musk vs. OpenAI/Altman/Brockman/Microsoft startete am 28. April in Oakland mit Eröffnungsplädoyers. Musk fordert 130 Mrd. Dollar Schadenersatz, die Rückwandlung von OpenAI in eine Non-Profit-Struktur, sowie die Absetzung von Altman und Brockman.
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Auch wenn der Prozess als «Musk-Show» abgetan wird – die juristische Frage, ob eine Non-Profit-Charity in eine For-Profit-Struktur überführt werden darf, schafft Präzedenz für die gesamte KI-Branche.
Der Zivilprozess Musk vs. OpenAI/Altman/Brockman/Microsoft startete am 28. April in Oakland mit Eröffnungsplädoyers. Vorsitzende Richterin: Yvonne Gonzalez Rogers (U.S. District Court Northern District of California). Wichtig zu wissen: Die Jury entscheidet nur in der Liability-Phase und nur beratend (advisory). Das endgültige Urteil fällt die Richterin.
Microsoft ist mitbeklagt wegen «aiding and abetting» eines angeblichen Charity-Bruchs. Microsofts Verteidigung: Statute of Limitations ist abgelaufen – plus ein Tweet von Musk aus 2020, der die heutige Klage selbst widerlegt. Pikant: Während der Verhandlung erschien Altman virtuell beim AWS-Launch-Event, an dem genau die OpenAI-Bedrock-Integration angekündigt wurde, die Microsofts Exklusivität gerade erst aufgehoben hat (siehe separate Story).
Musk auf der Zeugenbank:
I have extreme concerns over AI. We don't want to have a Terminator outcome.
OpenAI-Anwalt William Savitt im Eröffnungsstatement:
We are here because Mr. Musk didn't get his way at OpenAI. He quit, saying they would fail for sure. But my clients had the nerve to go on and succeed without him.
Musk gab nach eigenen Angaben mindestens 44 Mio. Dollar an OpenAI in den ersten Jahren. OpenAI nennt 38 Mio. bis zu Musks Austritt 2018. Der Unterschied ist juristisch kaum relevant – wichtiger ist die Frage, ob OpenAI als Non-Profit gegründet wurde mit dem expliziten Versprechen, nicht in eine For-Profit-Struktur überzugehen.
Eine Verurteilung – sprich: Rückwandlung der For-Profit-Tochter – würde den geplanten OpenAI-IPO im Oktober 2026 torpedieren. Folgen für die globale KI-Bewertungslandschaft sind absehbar. Schweizer Family Offices und institutionelle Investoren mit Pre-IPO-Positionen sollten ihre Risk-Map aktualisieren.
Für die Schweizer Stiftungs-Praxis im KI-Sektor – Apertus-Initiative, Swiss AI Initiative – schafft das Urteil potenziellen Präzedenz: Wie weit reicht die Bindungswirkung einer Non-Profit-Mission, wenn das Projekt Erfolg hat? Die Antwort wird kommen, sobald die Liability-Phase vor dem 21. Mai abgeschlossen ist.