Laut eigenem Bericht stellt Anthropic deutlich weniger Juniors ein. Interaktive Agenten arbeiteten bis August sechsmal so viele Stunden wie die Mitarbeitenden. Alle Zahlen stammen von Anthropic selbst.
KI-Beratung und Softwareentwicklung aus dem St. Galler Rheintal.
Die Zahlen zeigen, wie ein KI-Labor die eigene Arbeit umbaut, aber nur dieses eine Unternehmen und ohne unabhängige Prüfung. Ob der Trend die Gesamtwirtschaft trifft, bleibt offen.
Anthropic hat am 16. Oktober einen Bericht über die eigene Belegschaft veröffentlicht. Laut dem Unternehmen sank der Anteil von Juniors in den technischen Abteilungen seit Anfang 2025 von 21 auf 14 Prozent. Bei den technischen Neueinstellungen fiel er von 27 auf 9 Prozent. Alle Zahlen stammen von Anthropic selbst und lassen sich von aussen nicht überprüfen.
Laut Bericht übertrafen die Stunden interaktiver KI-Agenten bis August die Stunden der Mitarbeitenden im Verhältnis sechs zu eins. Die Menschenstunden rechnet Anthropic mit der Kopfzahl mal 40 Stunden pro Woche. Im März 2026 überstieg die Summe aus autonomer und interaktiver Agentenarbeit die menschliche Arbeitszeit erstmals. Die Code-Commits pro Ingenieur liegen laut Bericht etwa beim Fünffachen von vor sechs Monaten. Ein Vergleich von 192 Ingenieuren, die Coding-Agenten übernahmen, mit 74, die das nicht taten, zeigt keinen Unterschied bei später gelöschtem oder zurückgesetztem Code.
Rund 80 Prozent der Zeit in interaktiven Claude-Sitzungen wartet der Agent auf Eingaben von Menschen. Die Meetingzeit pro Kopf liegt laut Kalenderdaten 20 Prozent höher als vor einem Jahr, bei technischen Mitarbeitenden 16 Prozent. In einer Umfrage vom April 2026 sagten 20 Prozent, ihre Arbeit habe sich vom Tun zum Steuern von Claude-Instanzen verschoben. Bei Einstellungen zählen laut Anthropic Autonomie und Urteilsvermögen inzwischen stärker als fachspezifische Expertise. Mitarbeitende erwarten, dass KI bis 2030 rund 75 Prozent ihrer Arbeit übernehmen kann. Für andere US-Amerikaner liegt der erwartete Wert bei 28 Prozent.
Anthropic nennt die Grenzen selbst: Der Bericht betrachtet nur das eigene Unternehmen, das nach eigenen Angaben im letzten Jahr auf das Dreifache gewachsen ist. Die Juniorzahlen sind deskriptiv und zeigen keine Ursache. Die Einführung der Tools war nicht zufällig, und mehr Code heisst nicht automatisch bessere Qualität oder mehr Geschäftswirkung. TechCrunch gibt die Befunde wieder, eine unabhängige Prüfung der Zahlen liegt nicht vor. Ob andere Firmen ähnliche Muster zeigen, lässt sich aus dem Bericht nicht ableiten.
Einen direkten Schweiz-Bezug gibt es nicht.
Replit-CEO Amjad Masad sagt, sein Unternehmen arbeite nicht mehr mit Anthropic. Doch Insider und Replits eigene Unterlagen widersprechen.