NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivEvents
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN MONTAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarKI-Events SchweizEvent einreichenLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsFirmen & OrganisationenKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·KI-BUSINESS

Block streicht 4'000 Stellen – Jack Dorsey macht KI zum Sündenbock

Block, das Unternehmen hinter Square und Cash App, entlässt 40% seiner Belegschaft. CEO Jack Dorsey begründet den Kahlschlag offen mit KI – die Börse feiert, Mitarbeitende und Experten zweifeln.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
3. MÄRZ 2026
ZULETZT AKTUALISIERT: 28. APRIL 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration eines leeren Grossraumbueros mit verlassenen Schreibtischen und Kartons, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01«Intelligence Tools haben verändert, was es heisst, ein Unternehmen zu führen»0220 Wochen Abfindung, lebenslanger Zweifel03Börsen-Euphorie trifft auf AI-Washing-Vorwurf04Citrini-Paper als düstere Vorlage05Vorbote oder Einzelfall?
INHALT
01«Intelligence Tools haben verändert, was es heisst, ein Unternehmen zu führen»0220 Wochen Abfindung, lebenslanger Zweifel03Börsen-Euphorie trifft auf AI-Washing-Vorwurf04Citrini-Paper als düstere Vorlage05Vorbote oder Einzelfall?
in
PARTNER · INOO GMBH
Wie viel KI verträgt dein Betrieb? In 30 Minuten Klartext.

Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.

Gespräch buchen →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Blocks Massenentlassung ist die bisher lauteste Ansage, dass KI Jobs ersetzt – aber ob das stimmt oder «AI-Washing» ist, bleibt umstritten.

Jack Dorsey hat am Donnerstag eine Bombe geworfen: Block, das Unternehmen hinter Square, Cash App und Afterpay, streicht rund 4'000 von 10'000 Stellen. Sein Grund: KI. Sein Versprechen: Weniger Leute, aber produktiver. Die Börse nahm ihm das sofort ab – Blocks Aktie schoss um 24% nach oben.

«Intelligence Tools haben verändert, was es heisst, ein Unternehmen zu führen»

Dorsey formulierte es in seinem Aktienärsbrief unverblümt: Kleinere Teams mit KI-Werkzeugen können mehr leisten als grössere ohne. Er prognostizierte, dass die Mehrheit der Unternehmen innerhalb eines Jahres denselben Schluss ziehen und ähnlich drastische Umstrukturierungen vornehmen werde.

Bemerkenswert: Block geht es finanziell gut. Der Bruttogewinn stieg im letzten Quartal um 24%, die Gewinne pro Aktie übertrafen die Erwartungen. Für 2026 rechnet Block mit einem operativen Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar bei einer Marge von 26%. Die Entlassungen kommen also nicht aus der Not – sondern aus der Überzeugung, dass es mit KI schneller geht.

20 Wochen Abfindung, lebenslanger Zweifel

Die Betroffenen erhalten ein vergleichsweise grosszügiges Paket: 20 Wochen Grundgehalt plus eine Woche pro Dienstjahr, Aktienansprüche bis Ende Mai, sechs Monate Krankenversicherung und 5'000 Dollar Überbrückungsgeld. Betroffen sind alle Bereiche – Cash App, Square, Infrastruktur, Marketing, Commerce.

Für die Verbleibenden gilt: Generative KI ist ab sofort tägliche Pflicht. KI-Kompetenz fliesst in die Leistungsbewertung ein. Die Ironie: Mitarbeitende sollen das Werkzeug beherrschen, das gerade die Hälfte ihrer Kolleginnen und Kollegen ersetzt hat.

Börsen-Euphorie trifft auf AI-Washing-Vorwurf

Die Reaktionen fallen gespalten aus. Investoren feiern: +24% Aktienkurs, höhere Margen, schlankere Struktur. Aber nicht alle kaufen Dorseys KI-Erzählung.

Whartons Ethan Mollick stellte die entscheidende Frage: Effektive KI-Werkzeuge existieren erst seit kurzem. Wie kann ein Unternehmen bereits einen firmenweit 50-prozentigen Effizienzgewinn belegen, der solche Schnitte rechtfertigt?

Bloomberg sprach von «AI-Washing» – dem Verdacht, dass der KI-Hype als Deckmantel für Korrekturen nach der Pandemie-Übereinstellung dient. Eine Studie von Oxford Economics vom Januar 2026 stützt diese These: Viele angeblich KI-bedingte Entlassungen korrigieren in Wahrheit die Wachstumsphase von 2020–2022.

Citrini-Paper als düstere Vorlage

Das Timing ist brühwarm: Nur Tage vor Blocks Ankündigung ging das Citrini-Paper «The 2028 Global Intelligence Crisis» viral. Das fiktive Memo aus der Zukunft beschreibt eine Abwärtsspirale: Unternehmen entlassen Mitarbeitende, reinvestieren die Einsparungen in KI-Infrastruktur, was weitere Entlassungen auslöst – bis die Konsumnachfrage einbricht.

Block liefert jetzt genau das Szenario, das Citrini beschrieben hat: Kurzfristig steigt die Aktie, weil die Margen wachsen. Langfristig stellt sich die Frage: Wer kauft noch Square-Produkte, wenn die Konsumenten ihre Jobs verlieren?

Vorbote oder Einzelfall?

Was Block von früheren KI-Entlassungswellen unterscheidet: Dorsey hat die KI-Begründung nicht irgendwo beiläufig erwähnt – er hat sie zum Kern seiner Botschaft gemacht. Amazon, Microsoft und Meta haben 2025 zusammen zehntausende Stellen gestrichen und KI als einen von mehreren Faktoren genannt. Dorsey sagt: KI ist der Faktor.

Ob er recht behält oder ob Block in einem Jahr feststellt, dass 6'000 Leute doch nicht ausreichen – das wird die eigentlich spannende Geschichte. Für alle, die in der Fintech- oder Tech-Branche arbeiten, ist Blocks Entscheid jedenfalls ein Signal, das man ernst nehmen sollte. Nicht, weil Dorsey zwingend recht hat. Sondern weil andere CEOs jetzt einen Präzedenzfall sehen.

Quellen

CNN: Block lays off nearly half its staff↗ EXTERNER LINKCNBC: Block laying off 4'000 employees↗ EXTERNER LINKTechCrunch: Block Layoffs↗ EXTERNER LINKBloomberg: AI-Washing Suspicions↗ EXTERNER LINKFortune: Block Dorsey Layoffs↗ EXTERNER LINK
FIRMEN IN DIESEM ARTIKEL
AmazonMicrosoftMeta
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Montag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Der KI-Ausbau verschlingt 3,6 Prozent des US-BIP
Der KI-Ausbau verschlingt 3,6 Prozent des US-BIP
Nur für Abonnenten·KI-BUSINESS·25. SEPTEMBER 2026

Der KI-Ausbau verschlingt 3,6 Prozent des US-BIP

Eine neue Brookings-Studie beziffert den US-KI-Infrastrukturausbau auf 3,63 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts – mehr als Eisenbahn, Highways und Telekomausbau je erreichten. Damit sich das refinanziert, müsste die Branche ihren Umsatz bis 2032 um rund 80 Prozent pro Jahr steigern. Ein Columbia-Ökonom zieht dabei einen Vergleich, der aufhorchen lässt.

Oracle ruft höhere Gewalt aus – wegen einer Pipeline
Oracle ruft höhere Gewalt aus – wegen einer Pipeline
KI-BUSINESS·25. SEPTEMBER 2026

Oracle ruft höhere Gewalt aus – wegen einer Pipeline

Oracle hat für sein 165-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum "Project Jupiter" in New Mexico eine Force-Majeure-Mitteilung verschickt. Grund ist keine Naturkatastrophe, sondern eine blockierte Erdgas-Pipeline, deren Wegerechte eine Landkommissarin zweimal ablehnte. Oracle und Geldgeber Blue Owl sehen kein Problem, der Markt handelt die Finanzierung skeptischer.

Illustration eines Industrieroboterarms in einer halbleeren Montagehalle mit abgedeckten Maschinen, Werkzeugkasten und Kabeltrommel, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Industrieroboterarms in einer halbleeren Montagehalle mit abgedeckten Maschinen, Werkzeugkasten und Kabeltrommel, kinewsletter.ch Stil
KI-BUSINESS·22. SEPTEMBER 2026

Nur 7'000 humanoide Roboter – die Zahl hinter dem Hype

Die International Federation of Robotics hat humanoide Roboter erstmals als eigene Kategorie gezählt: rund 7'000 Stück wurden 2025 weltweit für Industrie und professionelle Dienstleistungen verkauft. Klassische Industrieroboter kamen 2024 auf 542'000 Installationen. Die Bank of America erwartet für 2026 trotzdem 90'000 Auslieferungen und 1,2 Millionen bis 2030.

Illustration von Silizium-Wafer im Prüfständer mit RAM-Modulen auf einer Werkbank, kinewsletter.ch Stil
Illustration von Silizium-Wafer im Pruefstaender mit RAM-Modulen auf einer Werkbank, kinewsletter.ch Stil
KI-BUSINESS·21. SEPTEMBER 2026

Chinas CXMT startet G5-Speicher – und rückt auf Rang vier

ChangXin Memory Technologies startet die fünfte DRAM-Generation. Chinas Speicher rückt auf, während KI-Rechenzentren den weltweiten RAM-Markt leerkaufen.

Skizze einer Wolke mit Zahnrad und Chip, die zu einem eigenen Modell zusammengebaut werden, in Elektroblau, kinewsletter.ch Stil
Skizze einer Wolke mit Zahnrad und Chip, die zu einem eigenen Modell zusammengebaut werden, in Elektroblau, kinewsletter.ch Stil
KI-BUSINESS·16. SEPTEMBER 2026

Salesforce baut sein eigenes KI-Modell – mit Nvidia

Salesforce hat an seiner Hauskonferenz Dreamforce «Koa» vorgestellt, das erste eigene Reasoning-Modell des CRM-Konzerns. Es basiert auf Nvidias offenem Modell Nemotron und ist auf Aufgaben in Vertrieb, Marketing und Kundendienst trainiert. Damit kauft ein Anwendungsanbieter die Denkleistung nicht mehr nur bei OpenAI oder Anthropic ein – er baut sie selbst.

Illustration eines zerlegten Kameraobjektivs mit Linsenelementen auf einer Werkbank, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines zerlegten Kameraobjektivs mit Linsenelementen auf einer Werkbank, kinewsletter.ch Stil
KI-BUSINESS·15. SEPTEMBER 2026

OpenAI kauft laut Bericht einen Kamera-Spezialisten

OpenAI übernimmt laut einem Bericht des Wall Street Journal das Kamera-Startup Glass Imaging für über 300 Millionen Dollar. Gegründet wurde es von zwei ehemaligen Apple-Ingenieuren, die einst den Porträtmodus entwickelten. Bestätigt hat den Kauf bisher keines der beiden Unternehmen.

Mehr aus KI-Business →