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Cerebras lüpft IPO auf 4,8 Milliarden – und greift NVIDIA frontal an

Der Wafer-Scale-Chip-Pionier Cerebras hat zwei Tage vor dem Börsengang die Preisspanne kräftig erhöht. Das Order-Buch ist 20-fach überzeichnet – Wall Street will trotz Bubble-Sorgen NVIDIA-Alternativen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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12. MAI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines riesigen Computer-Chips mit Börsenticker, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines riesigen Computer-Chips mit Börsenticker, kinewsletter.ch Stil
INHALT
0120-fache Überzeichnung ist kein Zufall02Ein Chip so gross wie ein Pizzakarton03Was das für die Schweiz heisst04Donnerstag wird gezählt
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0120-fache Überzeichnung ist kein Zufall02Ein Chip so gross wie ein Pizzakarton03Was das für die Schweiz heisst04Donnerstag wird gezählt
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Cerebras-IPO am 14. Mai zielt auf 4,8 Mrd. Emissionsvolumen bei 48,8 Mrd. Bewertung – mit 20-facher Überzeichnung und 20-Milliarden-Commitment von OpenAI als NVIDIA-Alternative.

Der Wafer-Scale-Chip-Pionier Cerebras hat zwei Tage vor dem Börsengang die Preisspanne kräftig erhöht: $150 bis $160 pro Aktie statt der ursprünglichen $115 bis $125. Bei 30 Millionen Aktien fliessen damit bis zu 4,8 Milliarden Dollar in die Kasse – und Cerebras kommt auf eine fully-diluted Bewertung von rund 48,8 Milliarden Dollar. Im Februar 2026 lag die noch bei 23 Milliarden.

20-fache Überzeichnung ist kein Zufall

Der eigentliche Schocker steckt nicht in der Preisspanne, sondern im Order-Buch: Cerebras ist über zwanzigmal überzeichnet. Trotz Bubble-Debatte und Junk-Bond-Diskussionen rund um die Datacenter-Finanzierung will Wall Street offenbar trotzdem in NVIDIA-Alternativen rein – und zwar dringend.

Das Unternehmen liefert auch Zahlen, die das rechtfertigen: Im vierten Quartal 2025 setzte Cerebras 510 Millionen Dollar um, ein Plus von 76 Prozent gegenüber Vorjahr. Der Nettogewinn lag bei 87,9 Millionen Dollar. Und im Buch steht ein Commitment von OpenAI über 20 Milliarden Dollar – Sam Altman braucht Inferenz-Kapazität, die nicht von NVIDIA-Slots abhängt.

Ein Chip so gross wie ein Pizzakarton

Cerebras geht den Gegenentwurf zu NVIDIA: Statt tausende kleine GPUs miteinander zu verkabeln, baut die Firma einen einzigen Wafer-Scale-Chip, der so gross ist wie ein 21-Zoll-Pizzakarton. Das spart die ganze Netzwerk-Latenz zwischen GPUs und macht Cerebras besonders schnell bei Inferenz – also dann, wenn ein trainiertes Modell tatsächlich Antworten generiert.

Genau hier entsteht 2026 der grosse Markt: Frontier-Modelle wie Claude Opus 4.7 oder GPT-5.5 sind teuer im Betrieb, aber die Anfragezahlen explodieren. Wer Inferenz pro Token günstiger anbieten kann als NVIDIA, gewinnt.

Was das für die Schweiz heisst

Indirekt ist das relevant für jeden Schweizer Investor mit AI-Exposure: Die meisten Pensionskassen-ETFs gewichten heute NVIDIA mit über 8 Prozent in tech-lastigen Vehikeln. Ein erfolgreicher Cerebras-Börsengang relativiert die NVIDIA-Konzentration zumindest ein bisschen.

Spannender noch: Die Swiss AI Initiative rund um ETH, EPFL und CSCS sucht aktiv nach NVIDIA-Alternativen für Apertus-Inferenz. Cerebras-Chips würden zum offenen Modell-Ansatz passen – schneller Output, ohne dass die Schweizer Forschung in der NVIDIA-Warteschlange stehen muss.

Donnerstag wird gezählt

Der Börsengang ist für 14. Mai 2026 an der Nasdaq geplant. Bei einer 20-fachen Überzeichnung dürfte der Eröffnungskurs deutlich über der Spanne liegen – Analysten rechnen mit einem First-Day-Pop Richtung $200. Wenn das passiert, ist Cerebras über Nacht das nach NVIDIA wertvollste börsennotierte AI-Hardware-Unternehmen.

Quellen

Cerebras bumps up IPO range as it looks to raise up to $4.8 billion – CNBC↗ EXTERNER LINKAI chip startup Cerebras seeks up to $4.8 billion in upsized U.S. IPO – Tech Startups↗ EXTERNER LINKReport: AI chipmaker Cerebras to increase IPO price target amid surging investor demand – SiliconANGLE↗ EXTERNER LINK
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