Eine neue IBM-Studie zeigt eine Adoptionsrate, die selbst Optimisten erstaunt: Innert zwölf Monaten ist die CAIO-Rolle in 76 Prozent der befragten Organisationen Standard geworden – mit Schweizer Konzernen vorne dabei.

In nur einem Jahr ist der Chief AI Officer von 26 auf 76 Prozent der Unternehmen geklettert – Schweizer Grosskonzerne sind vorbereitet, der Mittelstand muss noch jemanden ernennen, der den Hut aufhat.
Eine neue Studie des IBM Institute for Business Value schlägt eine Zahl auf den Tisch, die selbst Optimisten erstaunt: 76 Prozent von 2'000 befragten Organisationen haben 2026 einen Chief AI Officer (CAIO). Vor einem Jahr waren es 26 Prozent. Es ist die schnellste C-Suite-Adoption, die das IBM-Institut je gemessen hat.
IBM hat zwischen Februar und April 2026 in 33 Ländern und 21 Branchen rund 2'000 CEOs interviewt. Das Ergebnis kommt aus einer breiten Stichprobe, nicht aus dem Silicon-Valley-Echoraum. Drei Punkte fallen auf:
Erstens: Der CAIO ist nicht ausschliesslich ein Tech-Job. Studienteilnehmer berichten den CAIO häufig direkt an den CEO oder den Verwaltungsrat – die Rolle ist strategisch, nicht operativ.
Zweitens: Alle befragten CEOs mit CAIO erwarten, dass dessen Einfluss bis 2030 weiter steigt. Die Rolle wird also nicht als Übergangskonstruktion gesehen, sondern als permanenter Teil der Führungsstruktur.
Drittens: 59 Prozent der CEOs erwarten, dass auch der Chief Human Resources Officer an Bedeutung gewinnt – weil KI-Adoption letztlich ein Umbau-Projekt für das ganze Personalmodell ist.
In der Schweiz haben UBS, Roche, Novartis, ABB, Nestlé und Swisscom bereits 2025 CAIO-Rollen besetzt. Bei UBS heisst die Position «Group Head AI», bei Roche «Chief AI Officer» – die Titel variieren, die Funktion ist vergleichbar.
Beim Mittelstand sieht es anders aus. Eine eigene Stichprobe der Inoo GmbH bei Schweizer KMU mit 50 bis 500 Mitarbeitenden zeigt: Gerade einmal 12 Prozent haben eine dedizierte AI-Verantwortliche – und in 7 von 10 Fällen ist es eine Doppelrolle mit IT oder Digitalisierung.
Das ist nicht zwingend ein Problem. Eine kleine Firma braucht keinen Vorstand für KI. Aber sie braucht jemanden, der explizit den Hut aufhat – sonst landet das Thema im Niemandsland zwischen IT, Geschäftsleitung und HR.
Aus den IBM-Daten lässt sich das Aufgabenprofil ableiten: KI-Strategie und Use-Case-Portfolio, Governance und Risiko, Datenqualität, Tool-Selektion, Schulungsprogramme, Vendor-Verhandlungen, Compliance mit dem EU AI Act und den Schweizer Datenschutzregeln, sowie der Aufbau interner AI-Excellence-Teams.
Es ist also keine Tech-Rolle im Sinne von «kann selbst programmieren». Es ist eine Brücken-Rolle zwischen Geschäft, IT, Recht und Personal. Genau deshalb landet sie immer öfter direkt unter dem CEO.
Wenn du in einem mittelgrossen Schweizer Unternehmen arbeitest und der Begriff CAIO bisher nicht gefallen ist: Es ist kein Zeichen, dass du falsch liegst. Aber die Frage «Wer hat bei uns explizit AI als Job-Beschreibung?» zu stellen, ist 2026 die produktivere Variante als «Sollten wir auch einen CAIO?».
Und falls du selbst Richtung CAIO denkst: Die Studie zeigt eine deutliche Verschiebung weg vom Tech-Profil hin zum Strategie-Profil mit Tech-Verständnis. Wer Datenmodelle bauen kann, ist nützlich. Wer Geschäftsmodelle umbauen kann, ist gesucht.
In nur einem Jahr ist der Chief AI Officer von 26 auf 76 Prozent der Unternehmen geklettert – Schweizer Grosskonzerne sind vorbereitet, der Mittelstand muss noch jemanden ernennen, der den Hut aufhat.

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