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EU AI Act vor dem Showdown: Was am 28. April auf dem Tisch liegt

Am Dienstag, 28. April, geht der finale Trilog zum Digital Omnibus on AI über die Bühne. Fixe Fristen statt Trigger-Mechanismus zeichnen sich ab, das Nudifier-Verbot ist gesetzt – aber Watermarking, Sektor-Integration und AI-Office-Kompetenzen bleiben Streitpunkte. Schweizer Anbieter sollten genau hinhören.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
27. APRIL 2026
ZULETZT AKTUALISIERT: 29. APRIL 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Verhandlungstisches mit Gesetzbüchern und Hammer, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Verhandlungstisches mit Gesetzbüchern und Hammer, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Was bereits Konsens ist02Was noch offen ist03Was für die Schweiz gilt04Drei Punkte für den Maibrief der Compliance-Abteilung
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01Was bereits Konsens ist02Was noch offen ist03Was für die Schweiz gilt04Drei Punkte für den Maibrief der Compliance-Abteilung
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Die EU verschiebt die Hochrisiko-Fristen um zwölf bis 24 Monate – Schweizer Anbieter im EU-Markt gewinnen Zeit, müssen aber spätestens jetzt mit der Compliance-Roadmap starten.

Am Dienstag, 28. April, geht der finale politische Trilog zum Digital Omnibus on AI über die Bühne – unter zypriotischer Ratspräsidentschaft. Die Tage davor waren Lobbying-Hochsaison: 41 NGOs unterzeichneten einen offenen Brief, DigitalEurope und CCIA drängen auf weitergehende Vereinfachungen. Hier ist, was vermutlich beschlossen wird – und was Schweizer Anbieter daraus mitnehmen sollten.

Was bereits Konsens ist

  • Fixe Fristen statt Trigger-Mechanismus: Hochrisiko-Systeme nach Annex III gelten ab 2. Dezember 2027, eingebettete Systeme nach Annex I ab 2. August 2028.
  • Nudifier-Verbot in Artikel 5: Apps, die Personen ungefragt nackt darstellen, werden verboten.
  • Registrierungspflicht zurück: Auch selbst eingestufte Nicht-Hochrisiko-Systeme müssen erfasst werden.

Was noch offen ist

  • Watermarking-Frist: Rat will 2. Februar 2027, Parlament beharrt auf 2. November 2026.
  • Sektor-Integration: Verschiebung von Annex I-A in I-B – v.a. Deutschland will hier Industrie-KI aus dem AI Act in Sektor-Recht herauslösen.
  • Cybersecurity-Alignment mit CRA: Wie viele Doppelprüfungen sind nötig?
  • AI-Office-Kompetenzen vs. nationale Behörden: Wer hat die Hoheit bei General-Purpose-Modellen?
  • AI-Literacy-Pflicht: Welche Schulungspflichten greifen ab wann?

Was für die Schweiz gilt

Schweizer Anbieter sind nicht direkt vom AI Act betroffen – ausser sie verkaufen ihre Systeme oder Modelle in den EU-Markt. Dann gilt: vollständige Compliance-Pflicht. Für die meisten Schweizer KMU mit europäischem Vertrieb ist das die zentrale Frage – die Verschiebung der Hochrisiko-Frist auf Dezember 2027 verschafft Atempause, mehr nicht.

Auf nationaler Ebene ist die Schweiz längst nicht so weit: Der Bundesrat hat die Vernehmlassungsvorlage zur Ratifizierung der Europarats-KI-Konvention erst für Ende 2026 angekündigt. Für Schweizer Unternehmen heisst das: Wer sich am EU-AI-Act orientiert, ist auch für die kommende CH-Regulierung gut aufgestellt – die Europarats-Konvention läuft entlang ähnlicher Prinzipien (Transparenz, Diskriminierungsschutz, Aufsicht).

Drei Punkte für den Maibrief der Compliance-Abteilung

  1. Inventar aller eingesetzten KI-Systeme nach Risikostufe – spätestens Q3 2026 abgeschlossen.
  2. Watermarking-Pipeline für generierte Inhalte einplanen – Frist potenziell schon ab November 2026.
  3. AI-Literacy-Schulungen aufsetzen – Pflicht steht so gut wie fest.

Wer am 28. April abends auf den Trilog-Ausgang wartet, sollte sich auf eine Verzögerung einstellen – in Brüssel werden Triloge selten pünktlich. Die zentralen Entscheidungen werden aber bis Ende Mai feststehen.

Quellen

Digital Omnibus on AI – What's Really on the Table (A&O Shearman)↗ EXTERNER LINKHow the EU Digital Omnibus Reshapes AI Act Timelines (OneTrust)↗ EXTERNER LINKEU: Safeguard the AI Act (ARTICLE 19)↗ EXTERNER LINKBAKOM – Künstliche Intelligenz↗ EXTERNER LINKAI in Switzerland – What's New in 2026 (Swissinfo)↗ EXTERNER LINK
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