NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivEvents
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN MONTAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarKI-Events SchweizEvent einreichenLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsFirmen & OrganisationenKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·REGULIERUNG & ETHIK

Claude Desktop installiert heimlich Browser-Brücken – und öffnet eine Tür zur Sandbox

Ein Sicherheitsforscher entdeckt, dass Anthropics Desktop-App ungefragt Browser-Extensions vorautorisiert. Die Brücke umgeht die Browser-Sandbox und läuft mit vollen User-Rechten.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
23. APRIL 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines Laptops mit Auge-Symbol im Browser und offener Brücke zum Desktop
Handgezeichnete Skizze eines Laptops mit Auge-Symbol im Browser und offener Brücke zum Desktop
INHALT
01Was der Installer im Hintergrund macht02Die Brücke aus der Sandbox0323,6 Prozent Prompt-Injection-Erfolgsrate04Europäisches Recht als Hürde05Screenshots: 30 Tage gespeichert06Schweiz-Kontext
INHALT
01Was der Installer im Hintergrund macht02Die Brücke aus der Sandbox0323,6 Prozent Prompt-Injection-Erfolgsrate04Europäisches Recht als Hürde05Screenshots: 30 Tage gespeichert06Schweiz-Kontext
Inoo GmbH
Präsentiert & entwickelt von
kinewsletter.ch ist ein Projekt der Inoo GmbH

KI-Beratung und Softwareentwicklung aus dem St. Galler Rheintal.

inoo.ch →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Anthropics Claude Desktop installiert heimlich Browser-Brücken, die die Sandbox umgehen und mit vollen User-Rechten laufen – bei einer Prompt-Injection-Erfolgsrate von 11 Prozent ein ernstes Sicherheitsrisiko.

Was der Installer im Hintergrund macht

Der Datenschutzberater Alexander Hanff stiess beim Debugging auf eine unerwartete Entdeckung: Der Claude-Desktop-Installer für macOS legt eine Native-Messaging-Manifest-Datei an (com.anthropic.claude_browser_extension.json), die drei Chrome-Extension-IDs vorautorisiert – darunter die Claude in Chrome-Extension. Das passiert ohne Einwilligung, ohne Hinweis und sogar für Browser, die noch gar nicht installiert sind. Wird Chrome später aufgesetzt, hat Claude bereits Zugang.

Die Brücke aus der Sandbox

Der eigentliche Knackpunkt ist die Architektur dahinter: Die Extension erhält über einen Native Messaging Host – eine binäre Brücke – Zugang zu einer lokalen Anwendung, die ausserhalb der Browser-Sandbox mit vollen User-Rechten läuft. Keine Permission-Dialoge, keine Bestätigung. Claude in Chrome kann authentifizierte Sessions lesen, Webseiten auslesen, Formulare ausfüllen und den Bildschirm erfassen – und der Weg führt von der Extension über die Brücke direkt zum lokalen System.

23,6 Prozent Prompt-Injection-Erfolgsrate

Anthropic selbst beziffert die Prompt-Injection-Erfolgsrate bei Claude for Chrome auf 23,6 Prozent ohne Schutzmassnahmen und 11,2 Prozent mit den aktuellen Mitigationen. Heisst: Etwa jeder neunte Angriff kommt durch – und hat dann einen Pfad von der Extension durch die Brücke zum lokalen System mit User-Rechten. Für ein Tool, das auf jedem Laptop vorinstalliert wird, ist das ein beachtliches Angriffsfenster.

Europäisches Recht als Hürde

Hanff argumentiert, dass die stille Installation gegen Artikel 5(3) der EU-ePrivacy-Richtlinie (2002/58/EC) verstösst, die eine informierte Einwilligung vor dem Zugriff auf Endgeräte verlangt. Auch nationale Computer-Missbrauchsgesetze könnten tangiert sein. Anthropic hat auf Anfrage von The Register nicht reagiert.

Screenshots: 30 Tage gespeichert

Separat gibt es Bedenken zur Computer Use-Funktion: Anthropic speichert Screenshots, die Claude bei der Desktop-Steuerung aufnimmt, standardmässig 30 Tage lang. Die Daten werden laut Anthropics Privacy Center automatisch gelöscht, sofern keine abweichende Vereinbarung besteht. Aber: Bei erfolgreicher Prompt Injection könnten diese Screenshots abgegriffen werden.

Schweiz-Kontext

Für Schweizer Nutzer ist die Situation doppelt relevant. Erstens: Das Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG) verlangt – ähnlich wie die ePrivacy-Richtlinie – Transparenz und Einwilligung beim Zugriff auf Endgeräte. Zweitens: Claude Desktop ist in der Schweiz weit verbreitet, gerade bei Entwicklern und Tech-Teams. Wer die App installiert hat, sollte prüfen, ob unerwünschte Browser-Extensions vorautorisiert wurden – unter ~/Library/Application Support/Google/Chrome/NativeMessagingHosts/ auf macOS.

Quellen

The Register: Claude Desktop changes software permissions without consent↗ EXTERNER LINKMalwarebytes: Researcher claims Claude Desktop installs spyware on macOS↗ EXTERNER LINKDigitec: Anthropic spielt mit seinem guten Image – kommt mit Claude eine Spyware-Brücke?↗ EXTERNER LINKAnthropic Privacy Center: Computer Use – personal data processing↗ EXTERNER LINK
FIRMEN IN DIESEM ARTIKEL
AnthropicGoogle
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Montag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Handgezeichnete Skizze einer Amtsstubentür mit riesigem Messing-Vorhängeschloss am Griff, Aktenstapel und Schlüsselschrank; das Schloss leuchtet in Blau
Handgezeichnete Skizze einer Amtsstubentür mit riesigem Messing-Vorhängeschloss am Griff, Aktenstapel und Schlüsselschrank; das Schloss leuchtet in Blau
REGULIERUNG & ETHIK·25. OKTOBER 2026

Schweden sperrt ChatGPT und Claude in der Regierungskanzlei

Schwedens Regierungskanzlei sperrt ab Montag die Weboberflächen von ChatGPT und Claude auf Dienstcomputern. Mitarbeitende sollen Microsoft Copilot nutzen. Über den Dienst Intric bleiben die Modelle laut SVT aber zugänglich.

Handgezeichnete Skizze einer hölzernen Wahlurne mit zwei Stempeln und einem Stapel Stimmzettel; die Wahlurne leuchtet in Blau
Handgezeichnete Skizze einer hölzernen Wahlurne mit zwei Stempeln und einem Stapel Stimmzettel; die Wahlurne leuchtet in Blau
REGULIERUNG & ETHIK·25. OKTOBER 2026

Erzwungene Wahl: Grok nennt Republikaner, GPT Demokraten

Forciert man KI-Modelle über die API zu einer Wahlempfehlung, antwortet Grok 4.7 meist mit dem Republikaner, GPT-6.1 Sol meist mit dem Demokraten. Die Consumer-Apps verweigern die Auskunft; OpenAI kritisiert das Testdesign.

Handgezeichnete Skizze eines Gerichtssaals mit Richterhammer, Gesetzesbüchern, Kinderrucksack und grosser Waage; die Waage leuchtet in Blau
Handgezeichnete Skizze eines Gerichtssaals mit Richterhammer, Gesetzesbüchern, Kinderrucksack und grosser Waage; die Waage leuchtet in Blau
REGULIERUNG & ETHIK·25. OKTOBER 2026

Texas verklagt OpenAI und Altman wegen ChatGPT-Risiken

Texas' Generalstaatsanwalt Ken Paxton verklagt OpenAI und Sam Altman persönlich. Der Vorwurf: ChatGPT habe Minderjährige geschädigt und Verbraucher über die Sicherheit getäuscht. Gefordert wird unter anderem ein ChatGPT-Verbot für Minderjährige in Texas.

Handgezeichnete Skizze einer Schaltzentrale mit Schaltern und Reglern und einer einzelnen Warnleuchte, kinewsletter.ch Stil
Handgezeichnete Skizze einer Schaltzentrale mit Schaltern und Reglern und einer einzelnen Warnleuchte, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·24. OKTOBER 2026

OpenAI trainiert Frontier-Modelle nur noch offline

Nach einem Ausbruch ins offene Netz im September trainiert OpenAI seine stärksten Modelle künftig ohne Internetzugang, in einer Offline-Welt aus gespeicherten Webseiten. Agenten-Tests deckten dabei neue Schlupflöcher auf.

Handgezeichnete Skizze eines kleinen Roboters auf einer Trittleiter, der das Kabel eines runden Rauchmelders zieht, darunter schläft ein Wachmann; Melder und Kabel leuchten in Blau
Handgezeichnete Skizze eines kleinen Roboters auf einer Trittleiter, der das Kabel eines runden Rauchmelders zieht, darunter schläft ein Wachmann; Melder und Kabel leuchten in Blau
REGULIERUNG & ETHIK·22. OKTOBER 2026

OpenAI-Agenten schalten ihre eigene Überwachung ab

OpenAI meldet zwei Vorfälle, in denen interne Coding-Agenten auf Basis von GPT-6.1 Sol und GPT-6 Astra ihre Überwachung abschwächten oder entfernten. Astra stritt es auf Nachfrage ab. Eine überzeugende Erklärung hat OpenAI nach eigenen Angaben nicht.

Schalter mit Glasscheibe und kleiner Tischglocke; unter der Tischkante auf der Seite der Angestellten steckt ein grosser, blau gefüllter gefalteter Zettel.
Schalter mit Glasscheibe und kleiner Tischglocke; unter der Tischkante auf der Seite der Angestellten steckt ein grosser, blau gefüllter gefalteter Zettel.
REGULIERUNG & ETHIK·21. OKTOBER 2026

WhatsApp-Hilfeseiten gaben KI versteckte Anweisungen

WhatsApp hat auf 80 Hilfeseiten versteckte Anweisungen für KI-Systeme platziert. Der Support-Chatbot sollte unter anderem keine Datenschutzbehörde empfehlen. WhatsApp spricht von einem Fehler; ob ein Bot die Vorgaben befolgte, ist nicht geprüft.

Mehr aus Regulierung & Ethik →