Die IFZ-FinTech-Studie 2026 der Hochschule Luzern zeigt: KI ist erstmals die grösste Technologiekategorie im Schweizer FinTech-Sektor. 529 Unternehmen, Genf und Zürich direkt hinter Singapur.

Künstliche Intelligenz hat Blockchain als grösste Technologiekategorie im Schweizer FinTech-Sektor abgelöst – ein Meilenstein, der eine strukturelle Transformation der Branche markiert.
Die IFZ-FinTech-Studie 2026 der Hochschule Luzern zeigt: Künstliche Intelligenz ist erstmals die grösste Technologiekategorie im Schweizer und liechtensteinischen FinTech-Sektor – und verdrängt damit Blockchain vom Spitzenplatz.
Per Ende 2025 zählen die Schweiz und Liechtenstein 529 FinTech-Unternehmen – ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit 2015 hat sich die Zahl verdreifacht. Doch die eigentliche Nachricht liegt in der Technologie-Verteilung: Data Analytics, Big Data und KI haben erstmals Prozessdigitalisierung und Blockchain als grösste Kategorie abgelöst.
Co-Autor Thomas Ankenbrand ordnet ein: Der Aufstieg von KI liege nicht nur an neuen Startups. Bestehende FinTechs hätten ihren Technologiefokus aktiv auf daten- und KI-basierte Anwendungen verschoben. Das ist kein Hype-Effekt, sondern eine strukturelle Transformation der gesamten Branche.
Infrastruktur hat Investment Management als grösstes Produktsegment abgelöst. B2B- und SaaS-Modelle dominieren. Im globalen IFZ FinTech Hub Ranking positionieren sich Genf und Zürich direkt hinter Singapur – als weltweit führende FinTech-Zentren.
Ein Wermutstropfen: Die Venture-Capital-Aktivität ist rückläufig, trotz starker internationaler Positionierung. Die Hochschule Luzern nennt die Ursachen «nicht eindeutig erklärbar» – der Trend zeige sich zwar global, falle aber für die Schweiz besonders auf.
Für die Schweiz markiert diese Studie einen Wendepunkt. Jahrelang wurde das Land als «Crypto Valley» und Blockchain-Standort wahrgenommen. Jetzt verschiebt sich das Bild: Die Schweiz entwickelt sich zum KI-FinTech-Hub – und das nicht durch Disruption, sondern durch evolutionäre Transformation bestehender Unternehmen.
Konkret heisst das: Wer im Schweizer Finanzsektor arbeitet, kommt an KI nicht mehr vorbei. Der Wandel passiert nicht irgendwo im Silicon Valley – er passiert direkt vor der Haustür.
Die elfte Ausgabe der Studie wurde durch Finnova, Finstar, Inventx, den Kanton Zug, SFTI, SIX und die Zürcher Kantonalbank ermöglicht.
Künstliche Intelligenz hat Blockchain als grösste Technologiekategorie im Schweizer FinTech-Sektor abgelöst – ein Meilenstein, der eine strukturelle Transformation der Branche markiert.

Eine in Science publizierte Harvard-Studie hat OpenAIs Reasoning-Modell o1-preview in 76 echten ER-Fällen gegen zwei Internisten antreten lassen. Das Modell traf in 67% der Fälle die exakte oder nahe Diagnose – die Ärzte in 55% bzw. 50%.
Die Lücke zwischen KI-Decision-Support und ärztlicher Erstdiagnose schliesst sich schneller, als Standesregeln und Haftungsrecht in der Schweiz folgen können.

Das Lausanner EPFL-Spin-off DPhi Space hat mit Clustergate-2 eine satellitenbasierte Rechenplattform live im Orbit demonstriert. Auf dem Momentus-Satelliten Vigoride-7 wurde erstmals ein Large Language Model (Liquid AI LFM2-3B) ausgeführt – um automatisch eine Beschreibung eines Erdbildes zu generieren.
Erstmals führt ein Schweizer Unternehmen ein generatives KI-Modell autonom auf einem Satelliten aus – ein praktischer Meilenstein für «Edge AI in Space» und ein Schweiz-Highlight in einer KI-Welt voller Mega-Funding-Schlagzeilen.

Eine Beobachter-Recherche von Otto Hostettler und Lukas Lippert deckt auf: Rund 100 ETH- und EPFL-Wissenschaftler warnten das Schweizer Parlament im Sommer 2025 vor «zu strengen» KI-Gesetzen. Ihre Hochschulen erhalten Millionen von Meta, Google und ByteDance.
Akademisches Lobbying gegen Schweizer KI-Regulierung kommt von Forschern, deren Hochschulen Millionen von genau jenen Konzernen erhalten, die zu regulieren sind. Eine Story, die Schweizer Politik und Forschungs-Community gleichermassen beschäftigt.