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Infomaniak investiert 200 Millionen in Schweizer Cloud und KI

Der Genfer Cloud-Anbieter Infomaniak plant Investitionen von 200 Millionen Franken in den Ausbau der Schweizer Rechenzentrumsinfrastruktur und KI-Kapazitäten. Mit 316 Mitarbeitenden, einem Umsatz von 56 Millionen Franken und null Fremdkapital positioniert sich das Unternehmen als souveräne europäische Alternative zu AWS, Google Cloud und Azure.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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16. MÄRZ 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Serverraums mit Schweizer Flagge, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Serverraums mit Schweizer Flagge, kinewsletter.ch Stil (Dark)
INHALT
0156 Millionen Umsatz, null Fremdkapital02Von Euria bis GPU-Cloud: KI made in Switzerland03316 Mitarbeitende und ein neuer Verwaltungsrat
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Infomaniak plant mit 200 Millionen Franken die grösste Investitionsoffensive eines Schweizer Cloud-Anbieters – ein Signal für digitale Souveränität in Zeiten geopolitischer Spannungen.

Der Genfer Cloud-Anbieter Infomaniak will in den kommenden Jahren 200 Millionen Franken in den Ausbau seiner Schweizer Infrastruktur investieren – in Rechenzentren, KI-Kapazitäten und die Rekrutierung von Fachkräften. Das ist die grösste Investitionsankündigung eines Schweizer Cloud-Anbieters seit Jahren.

56 Millionen Umsatz, null Fremdkapital

Infomaniak erzielte 2025 einen Umsatz von 56 Millionen Franken – ein Plus von 50 Prozent in drei Jahren. Besonders stark wächst das Unternehmen im Ausland: Deutschland legte um 69 Prozent zu, Italien um 59 Prozent, Frankreich und Belgien um 19 Prozent. In der Schweiz betrug das Wachstum 14 Prozent.

Das Besondere: Infomaniak ist zu 100 Prozent im Besitz der Mitarbeitenden – kein Risikokapital, keine externen Investoren. Die 200 Millionen kommen aus dem eigenen Cashflow und Bankfinanzierungen. Gründer Boris Siegenthaler sagt dazu: «Unser Ziel ist klar: eine souveräne, unabhängige und nachhaltige europäische digitale Infrastruktur aufzubauen – mit Ambitionen auf Augenhöhe der grössten internationalen Anbieter.»

Von Euria bis GPU-Cloud: KI made in Switzerland

Infomaniak ist längst nicht mehr nur ein Hosting-Anbieter. Im Dezember 2025 lancierte das Unternehmen Euria, einen souveränen KI-Assistenten, der komplett auf Schweizer Servern läuft. Euria kann Spracheingaben transkribieren, Bilder analysieren, Dokumente interpretieren und im Web recherchieren – alles DSGVO- und DSG-konform, ohne dass die Daten das Land verlassen.

Dazu kommen GPU-Instanzen mit NVIDIA A100- und L40S-Karten, Managed Kubernetes und KI-Services über eine OpenAI-kompatible API. Seit Januar 2026 bietet Infomaniak auch Migrationswerkzeuge an, die den Wechsel von AWS oder Azure vereinfachen sollen.

316 Mitarbeitende und ein neuer Verwaltungsrat

Das Team ist von 105 Mitarbeitenden (2019) auf 316 per März 2026 gewachsen. Allein im letzten Jahr wurden über 80 Stellen besetzt. Parallel wurde der Verwaltungsrat verstärkt: Patricia Solioz Mathys, die bis 2026 die Verkehrsbetriebe Lausanne (tl) leitete, übernimmt das Vizepräsidium. Paul Such, CEO von Swiss Post Cybersecurity und Gründer der Insomni'hack-Konferenz, bringt Cybersecurity-Expertise ein.

Für Schweizer KMU ist das ein konkretes Signal: Es gibt eine heimische Alternative für Cloud und KI-Infrastruktur, die nicht dem US CLOUD Act untersteht. In Zeiten geopolitischer Spannungen und wachsender Nachfrage nach europäischer Datenhaltung positioniert sich Infomaniak als Exzellenzzentrum für souveränes Computing.

Quellen

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