Jeff Bezos eröffnet mit seinem neuen KI-Startup Project Prometheus ein Büro in Zürich. Das Unternehmen zielt auf die physische Wirtschaft – Engineering, Fertigung, Luft- und Raumfahrt – und sucht Schweizer Ingenieur-Talente.
Jeff Bezos bringt mit Project Prometheus ein Milliarden-KI-Startup nach Zürich – ein weiteres Signal, dass die Schweiz zum globalen KI-Hotspot wird.
Jeff Bezos – Amazon-Gründer, Milliardär und offenbar noch nicht fertig mit Aufbauen – eröffnet mit seinem neuesten KI-Startup ein Büro in Zürich. Project Prometheus heisst das Unternehmen, und es zielt auf einen Markt, der bisher kaum von KI berührt wurde: die physische Wirtschaft.
Im November 2025 gegründet, mit 6,2 Milliarden Dollar Startkapital ausgestattet und von Bezos persönlich als Co-CEO geführt: Project Prometheus ist kein klassisches KI-Startup. Während OpenAI, Anthropic und Co. auf Text, Code und Konversation setzen, fokussiert sich Prometheus auf die Branchen, in denen die physische Welt auf Software trifft – Engineering, Fertigung, Luft- und Raumfahrt, Automobil.
Die Kernidee: KI-Modelle, die nicht nur Texte schreiben, sondern physikalische Systeme verstehen – Simulationen, Konstruktionsdaten, Materialeigenschaften. Denk an einen Ingenieur, der mit einer KI zusammenarbeitet, die nicht nur die Dokumentation kennt, sondern tatsächlich «versteht», warum ein Bauteil unter Spannung versagt.
Der Standort ist kein Zufall. Zürich ist seit Jahren ein Magnet für globale Technologieriesen – Google hat rund 5’000 Mitarbeitende in der Stadt, dazu kommen OpenAI, Anthropic, Nvidia, Apple, Meta und Microsoft. Der gemeinsame Nenner: die ETH Zürich.
Die Eidgenössische Technische Hochschule zählt zu den führenden Ingenieur- und Naturwissenschaftsinstitutionen weltweit – und produziert genau die Art von Talenten, die Project Prometheus sucht: Physiker, Ingenieure, Materialwissenschaftler mit tiefem technischem Verständnis. LinkedIn-Profile bestätigen bereits aktive Stellenausschreibungen in Zürich.
Zürich ist ausserdem der dritte Standort von Prometheus – nach San Francisco und London. Das zeigt: Für Bezos ist Zürich keine Randnotiz, sondern strategisches Kern-Terrain.
Die Schweizer Wirtschaft ist tief in genau jenen Branchen verwurzelt, auf die Prometheus zielt: präzise Fertigung, Pharma, Maschinenbau, Medizintechnik, Luftfahrt. Unternehmen wie Georg Fischer, Rieter, Sulzer oder ABB operieren in einem Umfeld, das bisher schwer zu digitalisieren war – weil Domänenwissen entscheidend ist und Fehler teuer sind.
Genau hier könnte KI vom Typ Prometheus einen echten Hebel bieten – nicht als Chatbot, sondern als Ingenieur-Assistent, der mit Echtzeitdaten aus Produktion und Simulation arbeitet.
Für den Werkplatz Schweiz gilt: Die Ankunft von Prometheus in Zürich ist ein weiteres Signal, dass Schweizer Expertise international gefragt ist. Gleichzeitig entsteht im Kanton Zürich ein KI-Ökosystem, das zunehmend eigene Dynamik entwickelt – und Spin-offs, Kooperationen und Talente anzieht.
Nach seinem Rücktritt als Amazon-CEO im Jahr 2021 hat Bezos sich auf Raumfahrt (Blue Origin), Yachten und Investitionen konzentriert. Jetzt kehrt er als operativer Chef zurück – bei einem KI-Startup. Das ist keine Nostalgie. Es ist ein klares Signal, dass Bezos in der aktuellen KI-Welle eine ähnliche Gründungsmöglichkeit sieht wie damals bei Amazon: eine Technologie, die Industrien von Grund auf verändern wird, bevor die meisten Leute überhaupt wissen, was sie damit anfangen sollen.
Project Prometheus ist noch in einem frühen Stadium – konkrete Produkte oder Demos sind bisher nicht öffentlich. Die Zürich-Eröffnung zeigt aber: Der Aufbau läuft. Schweizer Industrieunternehmen, die KI-Anwendungen für Fertigung und Engineering evaluieren, sollten Prometheus auf dem Radar haben. Und wer in Zürich im Ingenieurbereich arbeitet: Es werden Leute gesucht.
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