Manus hat seinen Sandbox-Charakter abgelegt: Mit Cloud Computer bekommen Nutzer eine persistente Linux-Maschine, die Bots, Datenbanken und Scraper rund um die Uhr laufen lässt – ohne eigenen Server, ohne Code.

Mit Cloud Computer wird Manus vom Sitzungs-Agent zur permanenten Infrastruktur – und tritt damit direkt gegen DIY-VPS und Replit Agents an.
Manus hat am 30. April Cloud Computer gestartet – eine persistente Cloud-Maschine, auf der die KI-Agenten des Anbieters jetzt rund um die Uhr arbeiten können. Das Sprachgewirr aus «Agent», «Assistent» und «Automatisierung» bekommt damit eine ganz banale neue Schicht: einen virtuellen PC, der einfach immer läuft.
Bisher waren Manus-Agenten klassische Sandboxes: Du startest eine Sitzung, der Agent erledigt eine Aufgabe – fertig. Sobald die Sitzung zu war, war auch alles weg. Mit Cloud Computer hält Manus die Maschine jetzt am Leben. Du bekommst ein Ubuntu-Linux-System mit eigenem Speicher, das du über das Manus-Dashboard, SSH oder ein Web-Terminal erreichst. Eine grafische Oberfläche gibt es noch nicht – das ist eine reine Server-Maschine für Hintergrundprozesse.
Konkret heisst das: Du kannst einen Slack-Bot programmieren lassen, der dauerhaft auf Erwähnungen antwortet. Eine kleine Datenbank, die nächtlich Reports generiert. Oder einen Scraper, der jede Stunde eine Webseite checkt und dir bei Veränderungen eine Mail schickt. All das läuft jetzt ohne eigenen Server, ohne SSH-Zertifikat-Tanz und ohne Docker-YAML.
Cloud Computer ist sofort für alle Manus-Nutzer freigeschaltet. Es gibt drei Stufen:
Du wählst Region und Speichergrösse, der Rest läuft. Manus betont, dass jede Maschine in einer isolierten Umgebung sitzt und Team-Zugriff über rollenbasierte Berechtigungen geregelt ist.
Mit Cloud Computer setzt sich Manus zwischen drei etablierte Lager: Replit Agents (Code-zentrisch), klassische VPS-Anbieter wie Hetzner oder Infomaniak (DIY-orientiert) und Serverless-Plattformen wie Vercel (kurz und stateless). Manus zielt mit der Maschine auf jene, die weder coden noch Server administrieren wollen, aber dauerhaft etwas laufen haben möchten. Der Agent erledigt die Konfiguration, der Cloud Computer hält das Ergebnis am Leben.
Für Schweizer KMU mit minimaler IT-Mannschaft ist das Angebot interessant: Eine Reporting-Datenbank, eine nächtliche CRM-Synchronisation oder ein Backup-Job für eine Microsite – alles Aufgaben, die heute oft mit halb gewarteten Excel-Macros oder Power-Automate-Bastelei erledigt werden. Wichtig: Eine Schweizer Region bietet Manus laut Dokumentation noch nicht an. Wer mit Personendaten oder geschäftskritischen Inhalten arbeitet, muss die EU- oder US-Region prüfen – inklusive DSG-Auftragsverarbeitungsvertrag.
Cloud Computer kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst letzte Woche hatte China die geplante Meta-Übernahme von Manus blockiert – zwei Milliarden Dollar, die nun anders verbucht werden. Mit dem neuen Produkt zeigt das Unternehmen, dass es auch eigenständig liefern kann. Der nächste Schritt, den Manus längst angekündigt hat: ein vollwertiges grafisches Desktop-Erlebnis im Browser. Dann konkurriert die Cloud-Maschine nicht mehr nur mit VPS und Bot-Hosting, sondern direkt mit Anwendungen wie ChatGPT Atlas oder Claude for Chrome.
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