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Microsofts GigaTIME macht Krebsdiagnostik 1'000-mal günstiger

Ein KI-Modell von Microsoft Research übersetzt billige Routine-Gewebeschnitte in hochauflösende Proteinkarten – und ermöglicht erstmals populationsweite Analysen des Tumor-Immunsystems.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
21. APRIL 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines Mikroskops mit digitaler Proteinmarker-Overlay auf einem Gewebeschnitt
Skizze Mikroskop Proteinmarker Gewebeschnitt (Dark)
INHALT
01Von 5'000 Dollar auf 5 Dollar pro Probe02Offen verfügbar seit April 202603Schweiz-Kontext
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01Von 5'000 Dollar auf 5 Dollar pro Probe02Offen verfügbar seit April 202603Schweiz-Kontext
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Microsofts GigaTIME übersetzt günstige Routine-Gewebeschnitte in hochauflösende Proteinkarten und ermöglicht erstmals populationsweite Krebsanalysen – Modell und Daten sind seit April 2026 offen verfügbar.

Von 5'000 Dollar auf 5 Dollar pro Probe

Multiplex-Immunfluoreszenz (mIF) gilt als Goldstandard für die Analyse des Tumor-Immunmikroumfelds – doch eine einzige Probe kostet über 5'000 Dollar und braucht aufwändige Laborarbeit. GigaTIME umgeht dieses Problem: Das multimodale KI-Modell übersetzt routinemässige Hämatoxylin-Eosin-Schnitte (H&E, Kosten: 5 bis 10 Dollar) in virtuelle mIF-Bilder mit 21 Proteinkanälen – darunter Marker wie CD8, PD-L1, CD68 und Caspase 3.

Das Modell wurde auf 40 Millionen Zellen mit gepaarten H&E- und mIF-Bildern von Providence Health trainiert. Anschliessend generierte das Team eine virtuelle Population von rund 300'000 mIF-Bildern für 14'256 Krebspatienten aus 51 Spitälern über 24 Krebsarten und 306 Subtypen. Dabei identifizierte es 1'234 statistisch signifikante Assoziationen zwischen Proteinaktivierungen und klinischen Merkmalen. Eine externe Validierung auf 10'200 TCGA-Patienten bestätigte die Ergebnisse mit einer Spearman-Korrelation von 0,88.

Offen verfügbar seit April 2026

Die Studie wurde im Dezember 2025 in Cell publiziert. Seit dem 8. April 2026 sind Modellgewichte und Inferenz-Tools über Microsoft Foundry und Hugging Face öffentlich zugänglich. Entwickelt wurde GigaTIME von Microsoft Research Health Futures gemeinsam mit Providence Health und der University of Washington.

Schweiz-Kontext

Roche betreibt mit der Ventana-Sparte eines der grössten digitalen Pathologie-Ökosysteme weltweit. Im März 2026 kündigte Roche eine grossangelegte KI-Fabrik mit 2'176 NVIDIA-GPUs an, um KI-Algorithmen für Diagnostik und Therapieentwicklung zu beschleunigen. Roches Digital Pathology Open Environment erlaubt die Integration von Drittanbieter-Algorithmen – GigaTIME wäre ein naheliegender Kandidat. Auch die ETH Zürich forscht mit dem AI Center intensiv an biomedizinischer KI.

Quellen

Microsoft Research Blog: GigaTIME↗ EXTERNER LINKAzure AI Foundry Blog: GigaTIME on Microsoft Foundry↗ EXTERNER LINKCell: Multimodal AI generates virtual population for tumor microenvironment modeling↗ EXTERNER LINK
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