Ein Geschworenengericht in Oakland hat Elon Musks Klage gegen OpenAI in nur 90 Minuten gekippt – wegen Verjährung. Die Folgen für Sam Altman, die KI-Industrie und Musks Berufungspläne.
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Die Verjährungsfrist hat Musks 130-Milliarden-Dollar-Klage in 90 Minuten beendet – ohne dass das Gericht je über die Vorwürfe selbst entscheiden musste.
Ein Geschworenengericht in Oakland hat am Montagabend in nur 90 Minuten entschieden: Elon Musks Klage gegen OpenAI ist verjährt. Die neun Juroren stimmten einstimmig, Richterin Yvonne Gonzalez Rogers übernahm das Votum sofort als eigene Anordnung. Damit endet ein Prozess, der OpenAIs Wandel vom Non-Profit zum 850-Milliarden-Dollar-Konzern hätte rückgängig machen können – mit einem juristischen Achselzucken.
Musk hatte im Februar 2024 geklagt und Sam Altman, Greg Brockman sowie OpenAI vorgeworfen, eine «gemeinnützige Stiftung gestohlen» und sich selbst bereichert zu haben. Sein Antrag: Altman und Brockman aus der Führung entfernen, die Konzernumwandlung rückgängig machen und 134 Milliarden Dollar zurück in den Non-Profit-Arm zwingen.
Die Jury kam gar nicht erst zur Frage, ob die Vorwürfe stimmen. Sie urteilte rein über die Verjährungsfrist: Drei Jahre nach Kenntnis des angeblichen «breach of charitable trust». Musk wusste laut Aktenlage spätestens 2019 davon, was er 2024 anfocht – also vier bis fünf Jahre zu spät.
Richterin Gonzalez Rogers schloss sich der Jury an: «Es gibt eine substanzielle Beweislage, die die Feststellung der Jury stützt.» Das Urteil war zwar formell nur beratend, doch die Richterin nahm es ohne Vorbehalt als eigenes an.
OpenAI-Anwalt William Savitt nannte den Prozess danach «einen heuchlerischen Versuch, einen Konkurrenten zu sabotieren». Musks Anwalt Marc Toberoff kündigte sofort Berufung an: «Im Kern ist das ein Justizverwahrlosung – aber Musk lässt sie nicht damit davonkommen.»
Auch wenn das Verfahren an der Verjährung scheiterte, hat es zwei Wochen lang Einblicke ins Innenleben von OpenAI geliefert, die sonst hinter Verschwiegenheitsvereinbarungen verschwunden wären:
Diese Aussagen werden nicht verschwinden – sie liegen jetzt im öffentlichen Gerichtsregister.
Für OpenAI ist das Urteil zunächst eine Atempause. Die Umwandlung zum Public Benefit Corporation gilt – und der nächste Funding-Round bei einer Bewertung jenseits von 800 Milliarden Dollar bleibt damit auf juristisch festem Boden. Für Musks xAI bedeutet die Niederlage einen weiteren Rückschlag im Versuch, OpenAI strategisch zu schwächen.
Für dich als Nutzer von ChatGPT, Claude oder Grok ändert sich kurzfristig nichts. Aber das Urteil zementiert einen Trend: Die grossen KI-Labs lassen sich nicht mehr in eine Non-Profit-Logik zurückzwingen. Wer Frontier-Modelle bauen will, baut sie heute mit Investoren-Geld – und nicht mehr mit Stiftungsgrundsätzen.
Die Berufung dürfte Jahre dauern. Bis dahin wird OpenAI vermutlich längst wieder neue Schlagzeilen produziert haben.