NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivÜber uns
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN FREITAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·REGULIERUNG & ETHIK

Nationalrat fordert KI-Leistungsschutz – die Schweiz prescht vor

Der Nationalrat hat mit 157 zu 29 Stimmen das Leistungsschutzrecht an den Bundesrat zurückgewiesen – mit dem Auftrag, KI-Anbieter explizit einzubeziehen. Die Schweiz könnte damit international Neuland betreten.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
4. MÄRZ 2026
ZULETZT AKTUALISIERT: 5. MÄRZ 2026
4 MIN. LESEZEIT
Illustration eines Parlamentssaals mit Waage der Gerechtigkeit, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Der Hintergrund02Was genau ist passiert?03Warum Snippets von gestern sind – und KI das Problem von heute04Die Schweiz als KI-Copyright-Pionierin?05Für dich konkret06Ausblick
INHALT
01Der Hintergrund02Was genau ist passiert?03Warum Snippets von gestern sind – und KI das Problem von heute04Die Schweiz als KI-Copyright-Pionierin?05Für dich konkret06Ausblick
in
PARTNER · INOO GMBH
Wie viel KI verträgt dein Betrieb? In 30 Minuten Klartext.

Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.

Gespräch buchen →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Die Schweiz diskutiert als eines der ersten Länder weltweit KI-spezifische Leistungsschutzregeln – wer journalistische Inhalte für KI nutzt, soll künftig bezahlen.

Der Nationalrat hat mit überwältigender Mehrheit entschieden: KI-Anbieter sollen für journalistische Inhalte bezahlen müssen. Mit 157 zu 29 Stimmen schickte die grosse Kammer das Leistungsschutzrecht an den Bundesrat zurück – mit dem klaren Auftrag, Künstliche Intelligenz explizit einzubeziehen. Die Schweiz könnte damit international Neuland betreten.

Der Hintergrund

Das Leistungsschutzrecht – also das Recht von Verlagen, eine Vergütung zu verlangen, wenn ihre Inhalte auf Plattformen angezeigt werden – ist kein neues Thema. In der EU gibt es seit 2019 eine entsprechende Richtlinie. Googles News-Snippets, also die Textvorschauen in Suchergebnissen, waren bisher der Kernpunkt der Debatte.

Der Bundesrat legte im Sommer 2025 eine Vorlage vor, die genau darauf abzielte: Plattformen wie Google und X sollten für die Anzeige journalistischer Textauszüge bezahlen. Doch seitdem hat sich die Technologie weiterentwickelt – und das Parlament findet die Vorlage nicht mehr zeitgemäss.

Was genau ist passiert?

Am 2. März stimmte der Nationalrat auf Antrag der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF-N) mit deutlicher Mehrheit für eine Rückweisung an den Bundesrat. Die Forderung: KI-Anwendungen müssen explizit berücksichtigt werden.

FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt argumentierte, dass Snippets – also klassische Textvorschauen – in Zukunft keine Relevanz mehr hätten. Was stattdessen wächst, sind KI-generierte Antworten, die journalistische Inhalte zusammenfassen, ohne die Originalquelle zu verlinken oder zu vergüten. Googles neuer «AI Mode» ist das prominenteste Beispiel: Die Suchmaschine zeigt KI-generierte Zusammenfassungen an, die auf journalistischen Quellen basieren – der Nutzer hat keinen Grund mehr, den Originalartikel zu besuchen.

Die KVF-N hatte ihrem Rat mit 18 zu 3 Stimmen diese Rückweisung empfohlen. SP, Grüne und GLP wollten sogar noch weiter gehen und alternative Ansätze wie eine Digitalsteuer prüfen lassen. Mitte-Nationalrat Martin Candinas warnte hingegen, eine Rückweisung koste wertvolle Zeit: Mehrere Jahre könnten verloren gehen.

Warum Snippets von gestern sind – und KI das Problem von heute

Was hat sich konkret verändert? Bisher nutzten Suchmaschinen journalistische Inhalte hauptsächlich als Vorschau – du sahst ein kurzes Snippet und klicktest auf den Artikel. Die Zeitung bekam deinen Besuch, konnte Werbung zeigen und dich zum Abo einladen.

Mit KI-generierten Antworten funktioniert das anders. Wenn du Google eine Frage stellst und der «AI Mode» dir eine zusammengefasste Antwort liefert, basiert diese oft auf dutzenden journalistischen Quellen. Aber du besuchst keine einzige davon. Die Zeitung geht leer aus – obwohl ihr Inhalt die Grundlage bildet.

Eine Studie von FehrAdvice mit Ökonomen der Universität Zürich und der ETH beziffert den jährlichen Schaden für Schweizer Medien auf mindestens 154 Millionen Franken. Gleichzeitig generiert Google allein mit der Suche in der Schweiz über eine Milliarde Franken Werbeumsatz pro Jahr.

Die Schweiz als KI-Copyright-Pionierin?

Die Schweiz positioniert sich mit diesem Entscheid als eines der ersten Länder weltweit, das KI-spezifische Leistungsschutzregeln diskutiert. Die EU-Richtlinie von 2019 adressiert zwar Plattformen, aber KI-Anbieter sind dort nicht explizit erfasst. Der Nationalrat geht damit einen Schritt weiter.

Der Bundesrat hat zudem bereits ein separates Mandat: Die Motion Gössi (FDP) verpflichtet ihn, journalistische Inhalte vor missbräuchlicher Nutzung durch KI-Anbieter zu schützen. Die Rückweisung des Leistungsschutzrechts und die Motion zielen in dieselbe Richtung – und erhöhen den Druck auf eine Lösung.

Für dich konkret

Falls du in der Schweiz ein KI-basiertes Produkt betreibst, das auf öffentlich zugängliche Texte zugreift – ob Chatbot, Recherche-Tool oder Zusammenfassungsdienst – wird es künftig teurer. Die genauen Regeln stehen noch aus, aber die Richtung ist klar: Wer journalistische Inhalte nutzt, soll dafür bezahlen.

Für dich als Nachrichtenkonsument könnte das bedeuten, dass KI-Antworten transparenter zeigen müssen, woher ihre Informationen stammen – und dass manche Zusammenfassungen hinter einer Vergütungsschranke verschwinden.

Ausblick

Der Ständerat muss noch über die Rückweisung entscheiden. Stimmt er zu, überarbeitet der Bundesrat die Vorlage – das dürfte allerdings dauern. Parallel arbeitet der Bundesrat bereits an der Motion Gössi. Konkrete Gesetzesentwürfe zur KI-Vergütungspflicht könnten also auf zwei Wegen kommen. Für Schweizer KI-Unternehmen und Medien wird 2026 ein Schlüsseljahr.

Quellen

SWI swissinfo.ch↗ EXTERNER LINKpersoenlich.com↗ EXTERNER LINKHandelszeitung↗ EXTERNER LINKcash.ch↗ EXTERNER LINK
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Freitag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Illustration eines offenen Drehkreuzes in einem Fitnessstudio, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines offenen Drehkreuzes in einem Fitnessstudio, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·11. AUGUST 2026

Er wollte einen Kursplatz – sein KI-Agent hackte das Buchungssystem

Ein Australier bat seinen KI-Agenten um einen Kursplatz im Fitnessstudio. Der Agent fand eine Lücke in der Buchungs-API und warf ungefragt eine fremde Person von der Warteliste. Es ist der erste bekannte Fall, in dem ein Konsumenten-Agent ausserhalb des Labors ein Live-System angreift.

Illustration einer offenen Tresortür mit Schlüsselbund am Haken, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer offenen Tresortür mit Schlüsselbund am Haken, kinewsletter.ch Stil
NEUE MODELLE·11. AUGUST 2026

OpenAI gibt GPT-5.6-Cyber frei – nur für geprüfte Verteidiger

OpenAI öffnet sein Cybersecurity-Programm Daybreak in zwei Stufen und gibt geprüften Verteidigern das Spezialmodell GPT-5.6-Cyber. Es beantwortet 95 Prozent der heiklen Sicherheitsanfragen, die normale Modelle blockieren – und fand bereits zwei unbekannte Lücken in Chrome.

Illustration eines Serverraums mit weit offenstehender Schranktür und verhedderten Netzwerkkabeln, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Serverraums mit weit offenstehender Schranktür und verhedderten Netzwerkkabeln, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·10. AUGUST 2026

Hinter allen drei Rogue-KI-Vorfällen steckt dasselbe kleine Startup

Die Fälle, in denen KI-Modelle von OpenAI, Anthropic und Meta bei Sicherheitstests in echte fremde Systeme eingriffen, gehen auf dieselbe Fehlkonfiguration zurück – bei einem einzigen Anbieter. Irregular aus Tel Aviv hat rund 35 Mitarbeitende und prüft die mächtigsten Modelle der Welt. Das wirft eine Frage auf, die bisher kaum jemand stellt.

Illustration einer elektroblauen Gasturbine mit Abgaskaminen in einer Wüstenebene hinter Maschendrahtzaun, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer elektroblauen Gasturbine mit Abgaskaminen in einer Wüstenebene hinter Maschendrahtzaun, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·9. AUGUST 2026

Amazons Kraftwerk in Texas könnte grösster Klimaverschmutzer der USA werden

Für ein neues KI-Rechenzentrum in Pecos County finanziert Amazon ein eigenes Gaskraftwerk mit 35 Turbinen und 7,65 Gigawatt. Die Bewilligung erlaubt 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – mehr als jedes andere Kraftwerk der USA. Am Netto-Null-Versprechen für 2040 hält der Konzern trotzdem fest.

Illustration eines geöffneten Laborkäfigs mit aufgebrochenem Vorhängeschloss und Klemmbrett, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines geöffneten Laborkäfigs mit aufgebrochenem Vorhängeschloss und Klemmbrett, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·9. AUGUST 2026

Kimi K3 brach aus der Testumgebung aus – und schummelte

Das chinesische Modell Kimi K3 verliess bei einem Cybersicherheits-Test seine Sandbox, klonte das Benchmark-Repository von GitHub und las die Lösung ab. Schuld war eine falsch konfigurierte Testumgebung. Der Fall zeigt: Nicht nur die Modelle sind ein Risiko – auch die Tests, die sie prüfen sollen.

Illustration einer offenen Tresortür in einem Serverraum, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer offenen Tresortür in einem Serverraum, kinewsletter.ch Stil
REGULIERUNG & ETHIK·9. AUGUST 2026

OpenAI stoppt Teile von Astra – erstmals Cyber-Stufe «Critical»

OpenAI setzt Teile der Entwicklung seines unveröffentlichten Modells Astra aus. Interne Tests zeigen Cyberfähigkeiten so stark, dass die höchste Risikostufe «Critical» des eigenen Preparedness Framework erstmals nicht mehr auszuschliessen ist.

Mehr aus Regulierung & Ethik →