NewsKategorienNewsletter-ArchivÜber uns
AnmeldenKostenlos abonnieren

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·KI-BUSINESS

OpenAI vs. Anthropic: Das 30-Milliarden-Dollar-Missverständnis

OpenAIs Umsatzchefin wirft Anthropic vor, die Run-Rate um 8 Milliarden Dollar aufzublähen. Der Buchhalterstreit enthüllt die wahre Rivalität – beide Firmen bereiten ihren Börsengang vor.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
17. APRIL 2026
3 MIN. LESEZEIT
OpenAI vs Anthropic Revenue-Streit Illustration
OpenAI vs Anthropic Revenue-Streit Illustration Dark
INHALT
01Die Ausgangslage02Brutto vs. Netto: Der Kern des Streits03Warum es gerade jetzt eskaliert04OpenAIs Gegenangriff: Der Schwenk zu Enterprise05Schweiz-Kontext
INHALT
01Die Ausgangslage02Brutto vs. Netto: Der Kern des Streits03Warum es gerade jetzt eskaliert04OpenAIs Gegenangriff: Der Schwenk zu Enterprise05Schweiz-Kontext
in
PARTNER · INOO GMBH
Wie viel KI verträgt dein Betrieb? In 30 Minuten Klartext.

Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.

Gespräch buchen →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

OpenAI wirft Anthropic vor, den Umsatz um 8 Milliarden Dollar aufzublähen – beide Methoden sind GAAP-konform, aber die Differenz wird zum Politikum vor den geplanten Börsengängen.

Die Ausgangslage

Die Zahlen auf dem Papier lesen sich eindeutig: Anthropic meldet eine annualisierte Run-Rate von 30 Milliarden Dollar – OpenAI liegt bei rund 24 Milliarden. Der Sprung von 9 auf 30 Milliarden in vier Monaten ist beispiellos in der Tech-Geschichte.

Doch OpenAI sieht das anders. In einem internen Vier-Seiten-Memo vom 13. April hat CRO Denise Dresser den Mitarbeitenden erklärt, warum Anthropics Zahl um rund 8 Milliarden Dollar zu hoch sei.

Brutto vs. Netto: Der Kern des Streits

Der Streit dreht sich um eine buchhalterische Frage: Wie verbucht man Cloud-Partner-Umsätze? Wenn ein Unternehmen Claude über AWS Bedrock kauft, behält Amazon einen Teil der Rechnung. Anthropic verbucht den vollen Rechnungsbetrag als eigenen Umsatz – inklusive Amazons Anteil. OpenAI dagegen rechnet Microsofts Anteil heraus und meldet netto.

Beide Methoden sind nach US-GAAP zulässig. Anthropic hat sich öffentlich bislang nicht zum Dresser-Memo geäussert. Branchenbeobachter argumentieren, dass Anthropic als «Principal» in der Transaktion die Brutto-Buchung rechtfertigen könne – die Cloud-Partner seien nur Vertriebskanäle. OpenAI hält dagegen: Bereinigt man Anthropics Zahl, schrumpft die Run-Rate von 30 auf etwa 22 Milliarden – und damit unter OpenAIs 24 Milliarden.

Warum es gerade jetzt eskaliert

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Beide Firmen steuern auf einen Börsengang zu – OpenAI visiert ein Fenster ab Q4 2026 an. OpenAIs jüngste Bewertung liegt bei 852 Milliarden Dollar, Anthropics bei 380 Milliarden. Investoren vergleichen die Revenue-Zahlen direkt, und wer auf dem Papier vorne liegt, hat einen Vorteil bei der IPO-Preisfindung.

Laut TechCrunch überdenken einige Investoren bereits ihre OpenAI-Positionen. Ein Investor, der bei beiden Firmen beteiligt ist, sagte: Anthropics 380-Milliarden-Bewertung sehe im Vergleich wie das bessere Geschäft aus.

OpenAIs Gegenangriff: Der Schwenk zu Enterprise

CFO Sarah Friar skizzierte im AP-Interview vom 16. April OpenAIs Antwort: einen offensiven Schwenk zu Business-Kunden. Der Anteil am Umsatz stieg von 20 Prozent (bei Friars Einstieg 2024) auf 40 Prozent und soll bis Jahresende die 50-Prozent-Marke erreichen.

Dafür werden Consumer-Initiativen geopfert – Sora, der KI-Videogenerator, wurde zurückgezogen. Stattdessen teaserte Friar ein neues Modell mit dem Codenamen «Spud» an, optimiert für «high-value professional work». ChatGPT zählt zwar über 900 Millionen wöchentliche Nutzer, aber 95 Prozent davon zahlen nichts. Die Monetarisierung dieser Masse ist OpenAIs grösstes ungelöstes Problem.

Schweiz-Kontext

Für Schweizer Unternehmen, die zwischen Claude und ChatGPT Enterprise wählen, hat der Streit eine praktische Dimension: Wer von beiden Anbietern langfristig überlebt und investiert, hängt auch von der Profitabilität ab. OpenAI prognostiziert 14 Milliarden Dollar Verlust für 2026, Anthropic peilt positiven Free Cashflow bis 2027 an. Die IPO-Vorbereitung beider Firmen wird die Preisgestaltung und Feature-Entwicklung in den nächsten Monaten direkt beeinflussen.

Quellen

AP/WTOP – OpenAI shifts focus to business users↗ EXTERNER LINKWinbuzzer – OpenAI Memo attacks Anthropic revenue claims↗ EXTERNER LINKTechCrunch – Anthropics rise gives investors second thoughts↗ EXTERNER LINKTNW – OpenAI $852B valuation under scrutiny↗ EXTERNER LINKOfficeChai – Anthropic overstating revenue by $8B↗ EXTERNER LINK
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Freitag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Handgezeichnete Skizze: eine Person wirft eine Muenze in einen Automaten neben einem Drehkreuz, das den Eingang zu einer grossen Bibliothek versperrt, mit elektroblauem Akzent
Handgezeichnete Skizze: eine Person wirft eine Muenze in einen Automaten neben einem Drehkreuz, das den Eingang zu einer grossen Bibliothek versperrt, mit elektroblauem Akzent (Dark Mode)
KI-BUSINESS·10. JULI 2026

Meta verlangt erstmals Geld für seine KI – Muse Spark 1.1

Meta hat mit Muse Spark 1.1 ein neues, auf agentische Aufgaben ausgelegtes Modell vorgestellt – und verlangt erstmals Geld dafür: Der Entwicklerzugang läuft über eine neue, kostenpflichtige Programmierschnittstelle statt wie bei Llama über einen freien Download.

Handgezeichnete Skizze eines blauen Schiffscontainers am Hafen mit Kran und Frachtschiff, elektroblauer Akzent
Handgezeichnete Skizze eines blauen Schiffscontainers am Hafen mit Kran und Frachtschiff, elektroblauer Akzent (Dark Mode)
KI-BUSINESS·9. JULI 2026

Chinesische KI-Modelle erobern US-Firmen – über den Preis

Ein CNBC-Bericht zeigt: Bis zu 46 Prozent der bezahlten KI-Anfragen von US-Firmen laufen inzwischen über chinesische Modelle – getrieben allein vom Preis. Was das für Schweizer Unternehmen bedeutet.

Illustration eines grossen Prozessor-Chips auf einer Platine, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Prozessor-Chips auf einer Platine, Dark Mode, kinewsletter.ch Stil
KI-BUSINESS·8. JULI 2026

DeepSeek baut seinen eigenen KI-Chip – weg von Nvidia

Das chinesische KI-Startup DeepSeek entwickelt laut Reuters einen eigenen Inferenz-Chip. Das Ziel: weniger Abhängigkeit von Nvidia und Huawei – trotz US-Exportkontrollen.

Handgezeichnete Skizze eines mechanischen Schachtürken-Automaten, in den ein moderner Roboterarm greift, mit verstreuten Karten, mit elektroblauem Akzent
Handgezeichnete Skizze eines mechanischen Schachtürken-Automaten, in den ein moderner Roboterarm greift, mit verstreuten Karten, mit elektroblauem Akzent (Dark Mode)
KI-BUSINESS·7. JULI 2026

Amazon lässt Mechanical Turk sterben – von KI überholt

Amazon schliesst seinen Klickarbeit-Marktplatz Mechanical Turk ab dem 30. Juli 2026 für Neukunden. Der 2005 gestartete Dienst liess Menschen Kleinstaufgaben erledigen, die einst als «KI» verkauft wurden – nun übernehmen echte Sprachmodelle diese Arbeit schneller und billiger.

Handgezeichnete Skizze eines selbstfahrenden Autos mit Dachsensor auf einer von Palmen gesäumten Strasse, mit elektroblauem Akzent
Handgezeichnete Skizze eines selbstfahrenden Autos mit Dachsensor auf einer von Palmen gesäumten Strasse, mit elektroblauem Akzent (Dark Mode)
KI-BUSINESS·7. JULI 2026

Tesla schickt seine Robotaxis fahrerlos nach Miami

Tesla hat seinen fahrerlosen Robotaxi-Dienst in West-Miami gestartet – erstmals von Beginn weg ohne jede menschliche Aufsicht im Auto. Miami ist die fünfte US-Stadt. Konkurrenten wie Waymo und Zoox sind bereits vor Ort, und die Behörden beobachten den Schritt genau.

Illustration einer Filmklappe neben gestapelten Münzen mit Hongkong-Skyline im Hintergrund, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Filmklappe neben gestapelten Münzen mit Hongkong-Skyline im Hintergrund, kinewsletter.ch Stil
KI-BUSINESS·4. JULI 2026

Kling AI holt bis zu 3 Milliarden – und steuert auf Hongkong-IPO zu

Kuaishous Video-KI Kling AI sammelt laut Berichten zwischen 2 und 3 Milliarden US-Dollar ein – bei einer Bewertung von rund 18 Milliarden. Es ist die grösste je gemeldete Finanzierung für ein Video-KI-Modell. Kuaishou will die Sparte abspalten und binnen zwölf Monaten in Hongkong an die Börse bringen.

Mehr aus KI-Business →