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OpenAI bricht Microsoft-Exklusivität – Modelle, Codex und Managed Agents jetzt auf AWS

Innerhalb von 24 Stunden kippte am 27.–28. April die Cloud-AI-Landschaft: Microsoft und OpenAI hoben die Exklusivrechte auf, AWS kündigte direkt OpenAI-Modelle, Codex und Bedrock Managed Agents an. Schweizer AWS-Kunden bekommen damit native Multi-Cloud-Wahlfreiheit für Frontier-Modelle.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
29. APRIL 2026
ZULETZT AKTUALISIERT: 1. MAI 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration zweier sich öffnender Türen mit Microsoft- und AWS-Symbolen, OpenAI-Logo dazwischen, kinewsletter.ch Stil
Tueren Microsoft AWS Dark
INHALT
01Was sich vertraglich geändert hat02AWS-Launch konkret03Vorher / Nachher: Was sich für Entwickler ändert04Was das für Schweizer Unternehmen bedeutet05Einordnung: Das Ende des Duopols
INHALT
01Was sich vertraglich geändert hat02AWS-Launch konkret03Vorher / Nachher: Was sich für Entwickler ändert04Was das für Schweizer Unternehmen bedeutet05Einordnung: Das Ende des Duopols
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Das «Microsoft-OpenAI-Duopol» der letzten sechs Jahre ist Geschichte – Frontier-Modelle laufen jetzt auch nativ auf AWS, mit allen Compliance-Features für Schweizer Enterprise-Kunden.

Innerhalb von 24 Stunden hat sich die Cloud-AI-Landschaft fundamental verändert. Am 27. April einigten sich Microsoft und OpenAI darauf, die exklusiven Vertriebsrechte an OpenAI-Modellen aufzuheben – Microsofts Lizenz auf OpenAI-IP läuft nun bis 2032, ist aber nicht-exklusiv. Bereits am 28. April kündigte AWS an, GPT-5.4, GPT-5.5, Codex und neue Bedrock Managed Agents auf Amazon Bedrock anzubieten – ein Schritt, der ohne die Vertragsänderung rechtlich blockiert gewesen wäre.

Was sich vertraglich geändert hat

  • Exklusivität gefallen: OpenAI darf alle Produkte über jeden Cloud-Anbieter ausliefern. Microsoft bleibt «primary cloud partner» – OpenAI-Produkte launchen «first on Azure», ausser Microsoft kann eine Capability nicht supporten.
  • Revenue-Share neu: Microsoft zahlt keinen Revenue-Share mehr an OpenAI. OpenAI zahlt weiter rund 20 % bis 2030 – mit Cap und entkoppelt vom AGI-Meilenstein.
  • IP-Lizenz bis 2032: Microsoft behält Zugang zur OpenAI-IP, aber ohne Exklusivität.
  • Hintergrund: Der Februar-Deal mit Amazon (bis 50 Mrd. Dollar Investition, «Stateful Runtime» auf Bedrock) hatte Microsofts Exklusivität verletzt. Die jetzige Vertragsänderung löst diesen Konflikt.

AWS-Launch konkret

AWS-CEO Matt Garman beim Launch-Event in San Francisco:

This is what our customers have been asking us for for a really long time.

Was am 28. April in Limited Preview live ging:

  • OpenAI-Modelle auf Bedrock – GPT-5.4 und GPT-5.5 nativ über die Bedrock-API.
  • Codex auf Bedrock – via CLI, Desktop-App und VS-Code-Extension. Codex hat über 4 Millionen wöchentliche aktive Nutzer.
  • Bedrock Managed Agents – serverless Agent-Runtime, powered by OpenAI.

Vorher / Nachher: Was sich für Entwickler ändert

Bisher: GPT via Azure OpenAI Service oder direkt via OpenAI-API. Wer in AWS war, brauchte separate Verträge, eigene Logging-Pipelines und Network-Bridges. Jetzt: GPT-5.5 nativ in Bedrock, mit IAM, PrivateLink, CloudTrail-Logging und Bedrock Guardrails – wie jedes andere AWS-Modell.

Was das für Schweizer Unternehmen bedeutet

  1. Multi-Cloud-Wahlfreiheit: Wer GPT-5.5 oder Codex nutzt, kann ab Sommer auf AWS Bedrock migrieren – mit allen AWS-Compliance-Features (Datenresidenz, IAM, KMS).
  2. Vereinfachung für AWS-KMU: Schweizer Mittelständler mit AWS-Verpflichtungen brauchen keinen separaten OpenAI-API-Vertrag mehr. CloudTrail-Logs erfassen alle Calls.
  3. Verhandlungs-Hebel bei Azure: Wer aktuell Azure-OpenAI nutzt, hat jetzt eine glaubhafte Migrations-Drohung. Das öffnet Pricing-Verhandlungen.

Hinweis: Wer ChatGPT Enterprise via Microsoft 365 Copilot nutzt, ändert sich kurzfristig nichts. Wer auf API-Ebene baut, hat bald echte Cloud-Wahlfreiheit. Verfügbarkeit in Schweizer AWS-Regionen ist noch nicht im Detail kommuniziert.

Einordnung: Das Ende des Duopols

Das ist mehr als ein Distributionsdeal – es ist die Auflösung des Microsoft-OpenAI-Duopols, das die KI-Industrie sechs Jahre lang strukturiert hat. Für Entwickler und Enterprises bedeutet es echte Multi-Cloud-Wahlfreiheit für Frontier-Modelle. Für die Konkurrenz – Anthropic und Google – erhöht es den Druck, eigene Cloud-Distribution auszubauen. Es ist die zweite Vertragsrevision innerhalb von sechs Monaten (vorherige im Oktober 2025) – und vermutlich nicht die letzte vor dem geplanten OpenAI-IPO.

Quellen

The next phase of the Microsoft–OpenAI partnership (Microsoft)↗ EXTERNER LINKNext phase of Microsoft partnership (OpenAI)↗ EXTERNER LINKOpenAI models, Codex, and Managed Agents come to AWS (OpenAI)↗ EXTERNER LINKAmazon Bedrock now offers OpenAI models, Codex, and Managed Agents (AWS)↗ EXTERNER LINKOpenAI ends Microsoft legal peril over its 50B Amazon deal (TechCrunch)↗ EXTERNER LINKOpenAI brings models to AWS after ending exclusivity with Microsoft (CNBC)↗ EXTERNER LINKMicrosoft Breaks Free From Exclusive AI Pact (Bloomberg)↗ EXTERNER LINK
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