Innerhalb von 24 Stunden kippte am 27.–28. April die Cloud-AI-Landschaft: Microsoft und OpenAI hoben die Exklusivrechte auf, AWS kündigte direkt OpenAI-Modelle, Codex und Bedrock Managed Agents an. Schweizer AWS-Kunden bekommen damit native Multi-Cloud-Wahlfreiheit für Frontier-Modelle.

Das «Microsoft-OpenAI-Duopol» der letzten sechs Jahre ist Geschichte – Frontier-Modelle laufen jetzt auch nativ auf AWS, mit allen Compliance-Features für Schweizer Enterprise-Kunden.
Innerhalb von 24 Stunden hat sich die Cloud-AI-Landschaft fundamental verändert. Am 27. April einigten sich Microsoft und OpenAI darauf, die exklusiven Vertriebsrechte an OpenAI-Modellen aufzuheben – Microsofts Lizenz auf OpenAI-IP läuft nun bis 2032, ist aber nicht-exklusiv. Bereits am 28. April kündigte AWS an, GPT-5.4, GPT-5.5, Codex und neue Bedrock Managed Agents auf Amazon Bedrock anzubieten – ein Schritt, der ohne die Vertragsänderung rechtlich blockiert gewesen wäre.
AWS-CEO Matt Garman beim Launch-Event in San Francisco:
This is what our customers have been asking us for for a really long time.
Was am 28. April in Limited Preview live ging:
Bisher: GPT via Azure OpenAI Service oder direkt via OpenAI-API. Wer in AWS war, brauchte separate Verträge, eigene Logging-Pipelines und Network-Bridges. Jetzt: GPT-5.5 nativ in Bedrock, mit IAM, PrivateLink, CloudTrail-Logging und Bedrock Guardrails – wie jedes andere AWS-Modell.
Hinweis: Wer ChatGPT Enterprise via Microsoft 365 Copilot nutzt, ändert sich kurzfristig nichts. Wer auf API-Ebene baut, hat bald echte Cloud-Wahlfreiheit. Verfügbarkeit in Schweizer AWS-Regionen ist noch nicht im Detail kommuniziert.
Das ist mehr als ein Distributionsdeal – es ist die Auflösung des Microsoft-OpenAI-Duopols, das die KI-Industrie sechs Jahre lang strukturiert hat. Für Entwickler und Enterprises bedeutet es echte Multi-Cloud-Wahlfreiheit für Frontier-Modelle. Für die Konkurrenz – Anthropic und Google – erhöht es den Druck, eigene Cloud-Distribution auszubauen. Es ist die zweite Vertragsrevision innerhalb von sechs Monaten (vorherige im Oktober 2025) – und vermutlich nicht die letzte vor dem geplanten OpenAI-IPO.
Das «Microsoft-OpenAI-Duopol» der letzten sechs Jahre ist Geschichte – Frontier-Modelle laufen jetzt auch nativ auf AWS, mit allen Compliance-Features für Schweizer Enterprise-Kunden.

Chinas wichtigstes Wirtschaftsplanungsorgan NDRC hat am 27. April die geplante Übernahme der agentic-AI-Firma Manus durch Meta (rund 2 Mrd. Dollar, Ankündigung Dezember 2025) blockiert. Manus' Sitzverlegung nach Singapur 2025 hat Beijings Eingriff nicht verhindert.
Beijing zeigt: Chinesische KI-Gründer sind auch im Ausland nicht ausserhalb der staatlichen Reichweite. Ein Warnsignal für M&A-Investoren in Asien und Beleg für die zunehmende Bifurcation der KI-Ökosysteme.

Der Zivilprozess Musk vs. OpenAI/Altman/Brockman/Microsoft startete am 28. April in Oakland mit Eröffnungsplädoyers. Musk fordert 130 Mrd. Dollar Schadenersatz, die Rückwandlung von OpenAI in eine Non-Profit-Struktur, sowie die Absetzung von Altman und Brockman.
Auch wenn der Prozess als «Musk-Show» abgetan wird – die juristische Frage, ob eine Non-Profit-Charity in eine For-Profit-Struktur überführt werden darf, schafft Präzedenz für die gesamte KI-Branche.

Google hat einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium unterzeichnet, der Gemini für klassifizierte Militäraufgaben freigibt – einen Tag, nachdem über 580 Mitarbeitende in einem offenen Brief an Sundar Pichai genau das ablehnten. Der Vertrag spiegelt die Konditionen, die Anthropic im Februar abgelehnt hatte.
Mit Googles Pentagon-Deal ist die «AI for Good»-Selbstbeschränkung der grossen US-Labs faktisch beendet – ausser bei Anthropic. Schweizer Compliance-Verantwortliche bekommen damit ein neues Differenzierungsmerkmal bei der Provider-Wahl.