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Papst Leo XIV. veröffentlicht erste KI-Enzyklika – mit Anthropic auf dem Podium

Heute legt der Papst seine erste Enzyklika «Magnifica humanitas» vor – mit Anthropic-Mitgründer Christopher Olah auf dem Vatikan-Podium. Erste päpstliche Antwort auf das KI-Zeitalter.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
25. MAI 2026
3 MIN. LESEZEIT
Skizze Papst Leo XIV. mit Enzyklika-Dokument und Anthropic-Vertreter
Skizze Papst Leo XIV. mit Enzyklika-Dokument und Anthropic-Vertreter, Dark Mode, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01135 Jahre nach Rerum Novarum02Anthropic im Vatikan03Die Botschaft: nicht Technologie, sondern Mensch04Schweizer Stimmen kommen später05Für dich konkret06Ausblick
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01135 Jahre nach Rerum Novarum02Anthropic im Vatikan03Die Botschaft: nicht Technologie, sondern Mensch04Schweizer Stimmen kommen später05Für dich konkret06Ausblick
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Mit «Magnifica humanitas» setzt der Papst KI auf die Stufe der industriellen Revolution – und holt mit Anthropic die Tech-Industrie ans Vatikan-Pult.

Heute um 11:30 Uhr legt Papst Leo XIV. seine erste Enzyklika vor: «Magnifica humanitas». Thema ist die Würde des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz – und neben Kardinälen und Theologinnen sitzt mit Christopher Olah ein Mitgründer von Anthropic mit auf dem Vatikan-Podium.

135 Jahre nach Rerum Novarum

Das Datum ist kein Zufall. Leo XIV. hat sein Lehrschreiben am 15. Mai 2026 unterzeichnet – exakt 135 Jahre nach Leo XIII., der mit «Rerum Novarum» 1891 die katholische Soziallehre für das Industriezeitalter begründete. Die Botschaft ist klar: KI ist für die Kirche ein Bruch von vergleichbarer Tragweite wie damals die Dampfmaschine.

Eine Enzyklika ist das höchste Lehrschreiben eines Papstes – ein Rundbrief an alle Bischöfe und Gläubigen weltweit, der die offizielle Position der römisch-katholischen Kirche zu einem grundsätzlichen Thema festhält. Dass Leo XIV. sein Pontifikat ausgerechnet mit einer Schrift zur Technologie-Ethik eröffnet, ist ein Novum.

Anthropic im Vatikan

Bei der Pressekonferenz in der Synodenaula sprechen Kardinal Víctor Manuel Fernández (Glaubensdikasterium), Kardinal Michael Czerny, die Theologinnen Anna Rowlands (Durham) und Leocadie Lushombo – und Christopher Olah, Mitgründer von Anthropic und dort Leiter der Interpretability-Forschung. Olah arbeitet daran zu verstehen, was in KI-Modellen tatsächlich passiert, wenn sie Entscheidungen treffen.

Den Abschluss spricht Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, danach ergreift Papst Leo XIV. selbst das Wort – auch das eine Premiere. Normalerweise präsentiert die Kurie ihre Lehrschreiben ohne den Papst.

«Von allen Leuten, die an KI arbeiten und die man aus der Industrie hätte wählen können, ist er wahrscheinlich die richtige Person.» — Brian Patrick Green, Tech-Ethiker Santa Clara University, zu Anthropic-Vertreter Olah

Die Botschaft: nicht Technologie, sondern Mensch

Aus den vorab kommunizierten Kernsätzen wird die Stossrichtung deutlich. Die zentrale Aussage: Die Herausforderung sei «nicht technologischer, sondern anthropologischer Natur». KI-Systeme würden zunehmend kontrollieren, welche Texte, Musik und Videos wir konsumieren – und Menschen so in «passive Konsumenten ungedachter Gedanken» verwandeln.

Technologie müsse der menschlichen Person dienen, nicht umgekehrt. Ein ethischer Code für KI alleine reiche nicht aus, sagt die Päpstliche Akademie für das Leben im Vorfeld. Es brauche eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Frage, was es heisst, Mensch zu sein.

Schweizer Stimmen kommen später

Eine eigene Stellungnahme der Schweizer Bischofskonferenz liegt zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht vor – das ist normal, da die Enzyklika erst heute Vormittag offiziell präsentiert wird. Das katholische Medienzentrum kath.ch begleitet die Veröffentlichung umfassend, unter anderem mit einem Interview mit dem Kirchenhistoriker Jörg Ernesti zur Bedeutung des Lehrschreibens.

Auch deutsche Bischöfe positionieren sich bereits: Heiner Wilmer (Hildesheim) ordnete die Enzyklika vorab als «Antwort der Kirche auf die Macht der Tech-Riesen» ein.

Für dich konkret

Wenn du in einer Branche arbeitest, in der Ethik-Diskussionen über KI geführt werden – Gesundheitswesen, Bildung, Medien, Sozialarbeit – wird «Magnifica humanitas» in den nächsten Monaten häufig zitiert werden. Die Enzyklika gibt katholischen Institutionen weltweit (auch in der Schweiz: Spitäler, Schulen, Hilfswerke) einen Rahmen, an dem sie ihren KI-Einsatz ausrichten können.

Spannend ist auch das Signal an die Tech-Industrie: Indem die Kirche einen Anthropic-Vertreter ans Podium holt, anerkennt sie, dass Verantwortung nicht nur bei Regulierern liegt, sondern bei den Modell-Bauern selbst. Olahs Forschung – das Innere von KI-Modellen verstehbar zu machen – passt zur päpstlichen Sorge um den «Sinn dafür, was es bedeutet, Mensch zu sein».

Ausblick

Der Volltext der Enzyklika wird heute um 11:30 Uhr auf vatican.va publiziert. Reaktionen aus Theologie, Tech-Industrie und Politik dürften in den nächsten 48 Stunden folgen. Die Schweizer Bischofskonferenz wird voraussichtlich nachziehen.

Quellen

Vatican News (DE) – Magnifica humanitas↗ EXTERNER LINKkath.ch – Erste Enzyklika zu KI↗ EXTERNER LINKPBS NewsHour↗ EXTERNER LINKNPR↗ EXTERNER LINKAmerica Magazine↗ EXTERNER LINK
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