Fields-Medaillenträger Terence Tao hat in seinem neusten Paper einen mathematischen Beweis von ChatGPT übernommen. Gleichzeitig veröffentlicht Donald Knuth ein Paper namens «Claude's Cycles». Zwei der grössten Mathematiker unserer Zeit – in derselben Woche von KI überzeugt.

Terence Tao und Donald Knuth – zwei der einflussreichsten Mathematiker – haben in derselben Woche ihre KI-Skepsis revidiert, basierend auf konkreten Ergebnissen.
Fields-Medaillenträger Terence Tao hat in seinem neusten Paper einen mathematischen Beweis von ChatGPT übernommen. Gleichzeitig veröffentlicht Donald Knuth ein Paper namens «Claude’s Cycles». Zwei der grössten Mathematiker unserer Zeit – in derselben Woche von KI überzeugt.
Im September 2024 beschrieb Terence Tao – wohl der brillanteste lebende Mathematiker – die Arbeit mit KI als vergleichbar mit einem «mediocre, but not completely incompetent, graduate student». Diese Einschätzung hat sich grundlegend geändert.
Anfang März 2026 sagte Tao an der IPAM-Konferenz «Accelerating Math and Theoretical Physics with AI» in einem Fireside-Chat mit OpenAI-Forschungschef Mark Chen: KI sei nun «ready for primetime», weil sie in Mathematik und theoretischer Physik «saves more time than it wastes».
Am 23. März veröffentlichte Tao ein Paper auf arXiv mit dem Titel Local Bernstein theory, and lower bounds for Lebesgue constants. Darin: eine Schlüsselungleichung, die ChatGPT bewiesen hat.
Tao hatte ein Problem auf eine Toy-Ungleichung mit trigonometrischen Polynomen reduziert. Googles AlphaEvolve bestätigte numerisch, dass Sinusoide die Extremierer sind – aber einen rigorosen Beweis fand niemand. ChatGPT lieferte ihn. Taos Kommentar: Er habe «no issues with hallucinations or other AI-generated nonsense» erlebt. Die gleiche Aufgabe hätte manuell «hours of coding and debugging» gekostet.
Fast zeitgleich sorgte Donald Knuth – Turing-Preisträger, TeX-Erfinder und Autor von The Art of Computer Programming – für Aufsehen. Ende Februar veröffentlichte er ein Paper mit dem Titel Claude’s Cycles auf seiner Stanford-Seite.
Der Hintergrund: Claude Opus 4.6 löste in rund einer Stunde und 31 systematischen Versuchen ein offenes Problem der Graphentheorie, an dem Knuth wochenlang gearbeitet hatte – eine gerichtete Hamiltonsche Zyklenzerlegung. Knuth führt den Begriff Claude-like decompositions als formale mathematische Nomenklatur ein.
Zur Erinnerung: Im April 2023 hatte Knuth ChatGPT noch einen 20-Fragen-Test gegeben, zugesehen, wie es die Kapitelstruktur eines Leon-Uris-Romans halluzinierte, und die ganze Übung als Studie zum «Faken» bezeichnet.
Tao und Knuth sind keine Techno-Optimisten, die jedem Hype folgen. Beide haben ihre Skepsis öffentlich dokumentiert – und beide haben sie jetzt, basierend auf konkreten Ergebnissen, revidiert. Wenn die zwei vielleicht einflussreichsten lebenden Mathematiker in derselben Woche sagen, dass KI in ihrem Fach angekommen ist, sollte man das ernst nehmen.

Sakana AIs «AI Scientist» hat den Peer-Review-Prozess von Nature bestanden. Zum ersten Mal veröffentlicht das renommierteste Wissenschaftsjournal der Welt eine Studie über ein System, das eigenständig forscht – von der Idee bis zum fertigen Paper.
Sakana AIs AI Scientist hat den Nature-Peer-Review bestanden – und ein begleitendes Editorial fordert neue Regeln für KI-generierte Forschung.

Google Research hat einen Algorithmus vorgestellt, der den Speicherhunger von KI-Modellen um den Faktor 6 senkt – ohne Qualitätsverlust. Die Community dreht durch, Speicherchip-Aktien fallen, und das Internet zieht Vergleiche mit HBOs «Silicon Valley».
TurboQuant komprimiert den KV-Cache von KI-Modellen auf 3 Bit – 6× weniger Speicher, kein Training nötig. Das könnte grosse Modelle auf Consumer-GPUs bringen.

Forscher der Universität Genf haben ein KI-Tool entwickelt, das vorhersagen kann, ob ein Tumor streuen wird – mit rund 80 Prozent Trefferquote. MangroveGS analysiert hunderte Gensignaturen gleichzeitig und funktioniert bei vier Krebsarten.
MangroveGS der Uni Genf sagt Krebsmetastasen mit 80% Genauigkeit voraus – und könnte Patienten unnötige Chemotherapien ersparen.