Elon Musks XChat geht am Freitag im Apple App Store live – und verdrängt einen Tag später ChatGPT und Claude von Platz 1. «Bitcoin-style»-E2EE, Login per X-Handle, Gruppenchats bis 481 Personen. Die Privacy-Community wartet schon mit dem Audit-Hammer.

XChat zeigt, dass Distribution wichtiger ist als Kryptografie – aber für Schweizer Privacy-Standards ist ein nicht-auditiertes proprietäres Protokoll auch 2026 noch ein No-Go.
Am Freitagnachmittag, 24. April, geht XChat nach zweifacher Verschiebung im Apple App Store live. iOS 26.0+, Rust-Codebase, «Bitcoin-style»-E2EE. Am Samstag verdrängt die App laut Produktchef Nikita Bier ChatGPT und Claude von Platz 1. Distribution schlägt erneut Substanz – zumindest in den ersten 48 Stunden.
Sicherheitsforscher widersprachen unmittelbar nach dem Launch: Das proprietäre XChat-Protokoll ist nicht extern auditiert. Eine frühere Vorab-Variante wurde in der Forschung als «less secure than Signal» eingestuft. «Bitcoin-style»-E2EE klingt smart, ist aber Marketing-Sprache – keine etablierte Kategorie der Kryptografie.
Der Vergleich liefert sich von selbst: Signal veröffentlicht das Protokoll, lässt es jährlich auditieren, dokumentiert Schwachstellen öffentlich. WhatsApp nutzt das Signal-Protokoll. Threema lässt sich von externen Prüfern wie Cure53 testen. XChat liefert nichts Vergleichbares – weder ein Whitepaper, noch einen Audit-Report, noch ein Bug-Bounty-Programm.
Für die Schweizer Akteure rund um Proton und Threema ist XChat ein willkommener Anlass, das Audit-Thema breit zu adressieren. Erwartbar in den nächsten Wochen:
Schweizer Unternehmen sollten XChat nicht als Business-Messenger zulassen, solange das Protokoll nicht extern auditiert ist – unabhängig davon, wie cool die App optisch wirkt. Für private Kommunikation ist die Sache eine Frage der persönlichen Risikotoleranz. Aber für Compliance-Pflichten in regulierten Branchen reicht «Bitcoin-style» nicht. Da braucht es Whitepaper, Penetration-Test-Reports und nachvollziehbare Schlüsselverwaltung.
Spannend wird, ob X innerhalb der kommenden 30 Tage einen externen Audit nachreicht. Falls ja, könnte XChat tatsächlich ernst zu nehmen sein. Falls nein, bleibt es das, was es heute ist – eine Distribution-Erfolgsgeschichte mit Substanzfragen.

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