Nvidia hat an der Computex 2026 den RTX Spark vorgestellt – einen Arm-Superchip für Windows-Laptops mit 128 GB Speicher, auf dem grosse KI-Modelle lokal laufen. Die ersten Geräte kommen im Herbst.
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Nvidia verlegt die KI vom Rechenzentrum auf den Laptop – und greift damit Intel, AMD und Apple frontal an.
Nvidia ist gross geworden mit Chips für Rechenzentren. Jetzt will Firmenchef Jensen Huang den Laptop neu erfinden – und greift damit Intel, AMD und Apple direkt an.
An der Computermesse Computex 2026 in Taipei stellte Nvidia den RTX Spark vor, einen sogenannten Superchip für hochwertige Windows-Laptops. Das Besondere: Er basiert auf der Arm-Architektur – derselben Grundtechnik, die Apple seit 2020 in seinen Macs nutzt – und wurde gemeinsam mit MediaTek entwickelt. In der Vollausbaustufe vereint er bis zu 20 CPU-Kerne, eine Blackwell-Grafikeinheit mit 6'144 Recheneinheiten und 128 Gigabyte gemeinsam genutzten Speicher. Huang verspricht nicht weniger, als gemeinsam mit Microsoft «den PC neu zu erfinden».
Der eigentliche Clou liegt im Speicher. Mit 128 Gigabyte lassen sich grosse KI-Modelle lokal ausführen – Nvidia nennt Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern und einem Kontextfenster von einer Million Token, also ohne den Umweg über die Cloud. Dazu kommen Spiele in 1440p mit über 100 Bildern pro Sekunde und das Bearbeiten hochauflösender Videos. Adobe baut Photoshop und Premiere Pro bereits auf die neue Architektur um. Die Botschaft: Der nächste Engpass für KI sitzt nicht im Rechenzentrum, sondern auf dem Schreibtisch.
Beim Start mit dabei sind Dell, HP, Lenovo, Asus und MSI – und ein neues Surface-Ultra-Notebook von Microsoft. Insgesamt erwartet Nvidia über 30 Laptops und rund zehn Desktops. Die ersten Geräte sollen im Herbst 2026 erscheinen, einen Preis nannte Nvidia noch nicht. Wie ernst die Drohung gemeint ist, zeigte die Reaktion der Börse: Die Aktien von AMD, Intel und Qualcomm gaben nach der Ankündigung nach.
Für dich heisst das: Wer ohnehin auf einen neuen Laptop schielt, sollte den Herbst abwarten – die nächste Gerätegeneration könnte KI-Funktionen mitbringen, die heute noch eine Cloud-Verbindung brauchen. Ob sich der Aufpreis lohnt, wird sich allerdings erst zeigen, wenn Preise und unabhängige Tests vorliegen.