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Anthropic spricht mit Samsung über eigenen KI-Chip

Anthropic verhandelt Berichten zufolge mit Samsung über einen massgeschneiderten KI-Chip – rund eine Woche nach OpenAIs Jalapeño. Bestätigt ist bislang nichts.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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3. JULI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration einer Platine mit Lötkolben und Lupe, kinewsletter.ch Stil
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INHALT
01Eine Woche nach OpenAIs Jalapeño02Warum du das mit Vorsicht lesen solltest
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Das Rennen um firmeneigene KI-Chips zieht an: Nach OpenAI prüft nun offenbar auch Anthropic eigenes Silizium – noch ist es aber ein Gerücht im Frühstadium, kein Vertrag, kein Produkt.

Anthropic verhandelt Berichten zufolge mit Samsung über die Fertigung eines eigenen, massgeschneiderten KI-Chips. Bestätigt ist bislang nichts – und selbst das Ziel des Chips ist offen.

Das Wirtschaftsmedium The Information berichtete am 2. Juli 2026 unter Berufung auf ungenannte Quellen, dass Anthropic – die Firma hinter dem Chatbot Claude – mit Samsung über eine Zusammenarbeit spricht. Es geht um einen sogenannten Custom-Chip: einen Prozessor, den ein Unternehmen exakt auf die eigenen Rechenaufgaben zuschneiden lässt, statt Standard-Hardware von der Stange zu kaufen. Bloomberg und TechCrunch griffen den Bericht am selben Tag auf.

Bemerkenswert ist, wie früh das Ganze steht: Laut den Berichten hat Anthropic noch nicht entschieden, wofür der Chip überhaupt gedacht ist, wie leistungsfähig er werden soll oder wie er in einen Server passt. Im Gespräch ist Samsungs kommender 2-Nanometer-Fertigungsprozess (je kleiner die Strukturgrösse, desto mehr Transistoren und Effizienz auf gleicher Fläche) sowie die fortgeschrittenen Verpackungsanlagen des Konzerns. Anthropic wollte sich zur möglichen Partnerschaft nicht äussern und betonte gegenüber TechCrunch nur, ein breiter Hardware-Mix aus Chips von Google, Amazon und Nvidia bleibe zentral für die eigene Rechenstrategie.

Eine Woche nach OpenAIs Jalapeño

Das Timing ist kein Zufall. Nur rund eine Woche zuvor, am 24. Juni 2026, hatte Konkurrent OpenAI gemeinsam mit Broadcom seinen ersten eigenen Chip namens «Jalapeño» vorgestellt – einen auf KI-Inferenz (das Ausführen fertig trainierter Modelle) spezialisierten Prozessor. Auch Amazon (Trainium) und Google (TPU) bauen längst eigenes Silizium. Der gemeinsame Nenner: weniger Abhängigkeit vom Marktführer Nvidia, dessen KI-Chips knapp und teuer sind. Bereits im April 2026 hatte Reuters berichtet, dass Anthropic wegen Lieferengpässen über eigene Chips nachdenkt – jetzt scheint aus dem Gedankenspiel eine konkrete Gesprächsrunde geworden zu sein.

Warum du das mit Vorsicht lesen solltest

Halten wir fest, was hier wirklich Substanz hat – und was nicht. Belegt ist, dass mehrere seriöse Medien übereinstimmend von Gesprächen berichten. Nicht belegt ist alles andere: kein Vertrag, keine offizielle Ankündigung, kein bestätigtes Produkt. Anthropic selbst sagt zur Sache «nichts weiter». Für dich heisst das: spannendes Frühsignal, dass sich das Rennen um eigene KI-Chips weiter verschärft – aber eben ein Gerücht im Verhandlungsstadium, kein Fakt. Ob je ein Anthropic-Chip aus einer Samsung-Fabrik rollt, ist heute vollkommen offen.

Quellen

The Information – Anthropic in talks with Samsung (Origin)↗ EXTERNER LINKTechCrunch – Anthropic is discussing a new custom chip with Samsung↗ EXTERNER LINKBloomberg – Anthropic in talks with Samsung for custom AI chip↗ EXTERNER LINKReuters – Anthropic weighs building its own AI chips (April 2026, Kontext)↗ EXTERNER LINKOpenAI – Jalapeño Inference Chip (Kontext)↗ EXTERNER LINK
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