Zum ersten Mal nutzen weltweit weniger als die Hälfte aller KI-Anwender ChatGPT: Laut Sensor Tower fiel der Anteil Ende Mai auf 46,4 Prozent. Google Gemini und Anthropic Claude holen deutlich auf – auch dank tiefer Integration ins Smartphone.
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ChatGPT bleibt die meistgenutzte KI-App, verliert aber erstmals die Mehrheit am Markt – Gemini und Claude wachsen schneller.
Lange war ChatGPT praktisch ein Synonym für künstliche Intelligenz. Jetzt zeigt eine neue Auswertung: Zum ersten Mal nutzen weltweit weniger als die Hälfte aller KI-Anwenderinnen und -Anwender OpenAIs Chatbot. Die Konkurrenz von Google und Anthropic holt spürbar auf.
Laut dem Bericht «State of AI 2026» der Analysefirma Sensor Tower fiel ChatGPTs Anteil an den weltweiten Nutzern von KI-Assistenten Ende Mai auf 46,4 Prozent. Die Schwelle von 50 Prozent wurde damit erstmals unterschritten – noch im Januar lag ChatGPT klar über der Hälfte des Marktes.
Aufgeholt haben vor allem zwei Anbieter: Googles Gemini kommt inzwischen auf rund 27,7 Prozent, Anthropics Claude auf 10,3 Prozent. Der Rest verteilt sich auf zahlreiche kleinere Dienste.
Ein schrumpfender Marktanteil heisst nicht, dass ChatGPT schrumpft. Im Gegenteil: Der Dienst hat kürzlich die Marke von einer Milliarde monatlich aktiven Nutzern geknackt – so schnell wie keine App zuvor. Gemini kommt auf rund 662 Millionen, Claude auf 245 Millionen. Der Kuchen wird also grösser, OpenAI bekommt nur ein kleineres Stück davon.
Ein wichtiger Hebel ist die Verankerung im Betriebssystem: Gemini ist auf Android-Smartphones tief integriert und hat dort den alten Google Assistant abgelöst. Wer ein Android-Gerät nutzt, hat Gemini damit quasi automatisch zur Hand.
Zusätzlich sorgte ein Imageeffekt für Bewegung: Nach OpenAIs Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium Anfang 2026 verzeichnete Sensor Tower einen messbaren Anstieg von ChatGPT-Deinstallationen in den USA – und gleichzeitig mehr Downloads von Claude.
Für Nutzerinnen und Nutzer ist mehr Wettbewerb gute Nachricht: Die Anbieter unterbieten sich bei Preisen und überbieten sich bei Funktionen. Wer bisher reflexartig ChatGPT geöffnet hat, findet bei Gemini oder Claude je nach Aufgabe inzwischen ebenbürtige – manchmal bessere – Antworten. Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich.