Der Streamingdienst Deezer hat ein kostenloses Werkzeug veröffentlicht, das Playlists auf Spotify, Apple Music und anderen Plattformen nach vollständig KI-generierten Songs durchsucht. Laut Deezer erkennt es solche Tracks mit 99,8 Prozent Treffsicherheit.
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Mit Deezers Gratis-Tool kannst du erstmals plattformübergreifend prüfen, wie viel KI-Musik in deinen Playlists steckt – ein Schritt mehr Transparenz im Streaming.
Wie viel von deiner Lieblingsplaylist hat ein Mensch geschrieben – und wie viel eine Maschine? Diese Frage lässt sich neuerdings beantworten. Der französische Streamingdienst Deezer hat ein kostenloses Web-Werkzeug veröffentlicht, mit dem sich Playlists nach vollständig KI-generierten Songs durchforsten lassen. Das Besondere: Es funktioniert nicht nur auf Deezer selbst, sondern auch auf Spotify, Apple Music, YouTube Music, Tidal und weiteren Diensten.
Das Tool durchsucht Playlists von rund 20 der populärsten Plattformen und markiert Titel, die mit hoher Wahrscheinlichkeit komplett von einer KI stammen. Laut Deezer arbeitet die Erkennung mit 99,8 Prozent Treffsicherheit und unterstützt 27 Sprachen. Im Kern erkennt das System typische Audio-Muster und Artefakte, wie sie von umstrittenen Generatoren wie Suno oder Udio erzeugt werden. Damit du dein eigenes Profil prüfen kannst, meldest du dich mit deinen Streaming-Zugangsdaten an und gibst Deezer Zugriff auf deine Playlists.
Neu ist die Technik nicht: Deezer kennzeichnet KI-Tracks auf der eigenen Plattform bereits seit Anfang 2025. Jetzt öffnet die Firma das Werkzeug für alle. «Bisher ist uns keine andere Firma gefolgt», sagt Deezer-Chef Alexis Lanternier sinngemäss in einer Mitteilung – deshalb mache man die Prüfung nun plattformübergreifend für jeden zugänglich. Hintergrund ist die Sorge, dass Streamingdienste mit synthetischer Massenware geflutet werden, die echten Musikerinnen und Musikern Streams und Einnahmen wegnimmt.
Für Hörerinnen und Hörer in der Schweiz ist das vor allem eine Frage der Transparenz: Du erfährst, wie viel KI-Musik tatsächlich in deinen Playlists steckt – eine Information, die die grossen Plattformen bislang kaum offenlegen. Ein Detail solltest du aber im Hinterkopf behalten: Um fremde Playlists zu scannen, gewährst du Deezer Zugriff auf deine Streaming-Konten. Wer datensparsam unterwegs ist, wägt diesen Schritt besser ab.
Einordnung: Die 99,8 Prozent sind Deezers eigene Angabe und lassen sich von aussen schwer überprüfen. Trotzdem ist das Tool ein bemerkenswerter Schritt: Erstmals bekommen Nutzerinnen und Nutzer ein Mittel an die Hand, um die unsichtbare Flut an KI-Musik sichtbar zu machen – und damit Druck auf die Plattformen aufzubauen, selbst für mehr Klarheit zu sorgen.