NewsKategorienNewsletter-ArchivÜber uns
AnmeldenKostenlos abonnieren

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·KI-FORSCHUNG

Kühlen wie im Atomreaktor – KI-Server ohne Wasser

Ein MIT-Spin-off namens Ferveret kühlt KI-Chips mit einem Trick aus der Kernreaktor-Physik – ganz ohne Wasser und mit deutlich weniger Strom. Im Test holte das System 35 Prozent mehr Rechenleistung aus derselben Energie.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
11. JUNI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines Computerchips auf einer Werkbank mit elektroblau leuchtenden aufsteigenden Blasen, Druckmanometer und Kühlschlauch
Handgezeichnete Skizze eines Computerchips auf einer Werkbank mit elektroblau leuchtenden aufsteigenden Blasen, Druckmanometer und Kühlschlauch (Dark Mode)
INHALT
01Kühlen mit kochender Flüssigkeit0235 Prozent mehr Token aus derselben Energie03Warum das zählt
INHALT
01Kühlen mit kochender Flüssigkeit0235 Prozent mehr Token aus derselben Energie03Warum das zählt
in
PARTNER · INOO GMBH
Wie viel KI verträgt dein Betrieb? In 30 Minuten Klartext.

Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.

Gespräch buchen →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Während KI-Rechenzentren immer mehr Strom und Wasser schlucken, verspricht Ferveret beides drastisch zu senken – mit Physik aus dem Atomreaktor.

Der KI-Boom hat einen unsichtbaren Hunger: Rechenzentren. Bis Ende des Jahrzehnts könnten sie in den USA 9 bis 17 Prozent des gesamten Stroms verbrauchen – und rund ein Drittel davon geht allein fürs Kühlen der Chips drauf. Genau hier setzt Ferveret an, ein Spin-off aus dem MIT, das diese Woche vorgestellt wurde.

Kühlen mit kochender Flüssigkeit

Ferveret taucht die Server in eine spezielle Flüssigkeit, die Wärme viel besser ableitet als Luft. Der Trick liegt in den Blasen: Das «Adaptive Phase Cooling» erzeugt an der Chip-Oberfläche besonders kleine Blasen, die sich häufiger ablösen und sofort wieder verflüssigen. Dieser schnelle Kreislauf transportiert die Hitze rasant weg – mit minimalem Temperaturunterschied zwischen Chip und Flüssigkeit.

Das Verfahren stammt aus der Kernreaktor-Physik und heisst «subcooled boiling». Gegründet haben Ferveret 2021 der frühere MIT-Postdoc Reza Azizian und Nuklear-Professor Matteo Bucci – zwei Forscher, die jahrelang an der Wärmeübertragung in Atomreaktoren gearbeitet haben. Anders als bisherige Methoden kommt ihre Flüssigkeit ohne die giftigen PFAS-«Ewigkeitschemikalien» aus.

35 Prozent mehr Token aus derselben Energie

In einer Studie mit der University of California in Los Angeles erreichte Ferveret 15 Prozent mehr Rechenleistung pro Watt als die beste bisherige Flüssigkühlung. Zusammen mit der eigenen Steuersoftware sollen Rechenzentren so 35 Prozent mehr Token – also KI-Ausgaben – aus derselben Strommenge holen. Und das ganz ohne Wasserverbrauch.

Getestet wird die Technik bereits mit Firmen wie CleanSpark, dem KI-Chip-Entwickler FuriosaAI und dem Rechenzentrums-Betreiber Switch. Ferveret ist Teil von NVIDIAs Startup-Programm Inception und im Gespräch mit grossen Cloud-Anbietern.

Warum das zählt

Der eigentliche Clou: Ohne Wasser lassen sich Rechenzentren auch dort bauen, wo es viel Sonne, aber wenig Wasser gibt – etwa in Afrika, im Nahen Osten oder in trockenen Teilen der USA. «Die Sonne scheint an Orten, wo du kaum Wasser hast», sagt Mitgründer Bucci.

Einordnung: Die Debatte um KI dreht sich meist um Modelle und Chatbots. Doch der wahre Engpass ist Energie – und zunehmend Wasser. Auch in der Schweiz, wo Rechenzentren und ihr Ressourcenverbrauch zum politischen Thema werden, sind effizientere Kühlmethoden mehr als ein technisches Detail. Wer mehr KI will, muss zuerst das Kühlproblem lösen.

Quellen

MIT News – Startup's nuclear-inspired cooling system could make data centers more sustainable↗ EXTERNER LINKData Center Knowledge – Ferveret CEO on Cooling, Power Pains, and 'Waterless' Gains↗ EXTERNER LINKVMblog / Business Wire – Ferveret's Waterless Data Center Cooling Delivers 15% Compute Efficiency Boost↗ EXTERNER LINK
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Freitag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Illustration einer Balkenwaage mit Messschieber und Lupe als Sinnbild für unterschätzte Messwerte, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Balkenwaage mit Messschieber und Lupe als Sinnbild für unterschätzte Messwerte, kinewsletter.ch Stil
KI-FORSCHUNG·4. JULI 2026

AISI: Benchmarks unterschätzen KI-Agenten systematisch

Das britische AI Security Institute zeigt in seinem Frontier AI Trends Report, dass gängige Benchmarks die wahren Fähigkeiten von KI-Agenten zu tief ansetzen. Verbesserte man nur das «Scaffolding» eines Modells, stieg die Leistung in Cyber-Tests um fast 10 Prozentpunkte. Für KI-Sicherheit und Regulierung ist das ein Alarmzeichen.

Illustration eines kleinen Schlüssels, der ein grosses Schloss öffnet, mit Lupe auf Finanzdokumenten, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines kleinen Schlüssels, der ein grosses Schloss öffnet, mit Lupe auf Finanzdokumenten, kinewsletter.ch Stil
KI-FORSCHUNG·4. JULI 2026

Murats Spezialmodell schlägt GPT, Claude und Gemini

Thinking Machines Lab von Ex-OpenAI-Chefin Mira Murati und der Hedgefonds Bridgewater zeigen: Ein kleines, feinjustiertes Custom-Modell schlägt die grossen Frontier-LLMs bei Finanzaufgaben. Es erreicht 84,7 Prozent Genauigkeit und kostet nur einen Bruchteil.

Handgezeichnete Skizze einer Laborbank mit Mikroskop, Reagenzglasstaender und Whiteboard mit DNA-Doppelhelix, elektroblauer Akzent
Handgezeichnete Skizze einer Laborbank mit Mikroskop, Reagenzglasstaender und Whiteboard mit DNA-Doppelhelix, elektroblauer Akzent (Dark Mode)
KI-FORSCHUNG·1. JULI 2026

KI scheitert an echter Biologie – in 7 von 10 Fällen

OpenAIs neuer Benchmark GeneBench-Pro prüft echtes Forschungsurteil statt Faktenwissen. Das beste Modell besteht nur knapp jede dritte der 129 Biologie-Aufgaben – eine nüchterne Messlatte für den Hype um KI in der Wissenschaft.

Handgezeichnete Skizze eines Mikroskops mit Petrischalen und Reagenzgläsern auf einer Laborbank, kinewsletter.ch Stil
Skizze Mikroskop mit Petrischalen und Reagenzglaesern, kinewsletter.ch Stil
KI-FORSCHUNG·25. JUNI 2026

GPT-5 löst ein drei Jahre altes Immunologie-Rätsel

Der Immunologe Derya Unutmaz hatte ein Experiment vor drei Jahren ungelöst beiseitegelegt. GPT-5 Pro lieferte die Erklärung in einem Anlauf – und sagte danach sogar das Ergebnis eines unveröffentlichten Versuchs korrekt voraus. Ein Lehrstück darüber, wie KI zur Forschungspartnerin wird, ohne Expertenwissen zu ersetzen.

Illustration eines Mikroskops im Labor, kinewsletter.ch Stil
Dark Illustration, kinewsletter.ch Stil
KI-FORSCHUNG·19. JUNI 2026

KI besteht nur jede dritte Forschungsaufgabe

OpenAIs neuer Test LifeSciBench prüft KI an 750 echten Aufgaben aus der Life-Science-Forschung. Das beste Modell löst nur 36 Prozent – ein nützlicher Dämpfer für überzogene Erwartungen an KI im Labor.

Handgezeichnete Skizze eines Bildschirms mit einer kurvigen Strasse in eine Berglandschaft, davor ein Spielzeugauto und eine Kamera auf einem Stativ
Handgezeichnete Skizze eines Bildschirms mit einer kurvigen Strasse in eine Berglandschaft, davor ein Spielzeugauto und eine Kamera auf einem Stativ (Dark Mode)
KI-FORSCHUNG·12. JUNI 2026

Diese KI träumt sich Strassen für Roboterautos

Das Startup Decart hat mit Oasis 3 ein Weltmodell vorgestellt, das fotorealistische Strassenszenen in Echtzeit erfindet – ein endloser Fahrsimulator, um selbstfahrende Autos auch mit seltenen Situationen zu trainieren. Noch fahren die Autos aber durch Wände.

Mehr aus KI-Forschung →