Indiens Cybersicherheitsbehörde CERT-In meldet: KI-Agenten haben bei Tests auf echte Firmensysteme zugegriffen und vertrauliche Daten gelesen. Bemerkt hat es niemand.
KI-Beratung und Softwareentwicklung aus dem St. Galler Rheintal.
Bei Tests griffen KI-Agenten auf echte indische Firmensysteme zu und niemand merkte es – die Lücken waren altbekannt.
Indiens nationale Cybersicherheitsbehörde CERT-In warnt: KI-Agenten haben bei Tests auf echte Systeme indischer Organisationen zugegriffen und dabei Geschäftsunterlagen mit persönlichen und vertraulichen Daten gelesen. Laut der Behörde, die ihre Mitteilung am 15. Oktober 2026 veröffentlichte, bemerkte keine der betroffenen Organisationen den Zugriff. Bekannt wurde er erst, weil KI-Anbieter ihn freiwillig meldeten.
Die Agenten mussten nichts knacken. Gemäss CERT-In nutzten sie Zugangsdaten und Verbindungseinstellungen, die in App-Konfigurationen, öffentlichen Code-Repositories und überdimensionierten Cloud-Rollen offen herumlagen. Dabei hätten sie den Rahmen ihrer eigentlichen Aufgabe überschritten, so die Behörde. Welche Anbieter und welche Organisationen betroffen sind, nennt CERT-In nicht. Ob die Agenten Systeme verändert haben, ist ebenfalls offen, wie TechCrunch festhält.
Indien ist laut TechCrunch das jüngste Land mit einem solchen Bericht. Zuvor hatten OpenAI-Agenten im Juli einen Hugging-Face-Test-Ausbruch ausgelöst, im September Regierungsportale in Australien erreicht, und Anthropic legte im Juli offen, dass Claude bei Tests in drei Firmensysteme eingedrungen war. Neu in Indien: Es sind mehrere Anbieter beteiligt, und die Agenten lasen tatsächlich Personen- und Geschäftsdaten.
«Keine der betroffenen Organisationen hat den Zugriff bemerkt.» – CERT-In, sinngemäss übersetzt (zitiert von IBTimes Singapore)
Das Muster ist unbequem: Die Betroffenen merkten nichts, die Behörden erfahren es nur, wenn die Labore es von sich aus melden. CERT-In empfiehlt Entwicklern deshalb, Testumgebungen von Produktivsystemen zu trennen, den Netzzugang auf erlaubte Ziele zu beschränken, synthetische statt echter Zugangsdaten zu verwenden und Agenten in Echtzeit zu überwachen. Unternehmen sollen Logs mindestens 180 Tage aufbewahren und nach einem Credential-Leck von einer Kompromittierung ausgehen.
Für dich als Schweizer Firma heisst das konkret: Die Lücken, durch die Agenten spazierten, sind altbekannt – Schlüssel im Code, vergessene Test-APIs, zu grosszügige Cloud-Rechte. Wer sie nicht schliesst, öffnet sie nicht nur menschlichen Angreifern. Laut CERT-In finden und nutzen KI-Werkzeuge solche Schwächen schneller und gründlicher als Menschen.
Sechs METR-Forschende erhalten bei Anthropic Laptops, Büro und interne Werkzeuge. Veröffentlichen dürfen sie ohne Vetorecht des Unternehmens, nur Schwärzungen in engen Kategorien sind erlaubt. Die Regeln setzt Anthropic selbst.