Kuaishous Video-KI Kling AI sammelt laut Berichten zwischen 2 und 3 Milliarden US-Dollar ein – bei einer Bewertung von rund 18 Milliarden. Es ist die grösste je gemeldete Finanzierung für ein Video-KI-Modell. Kuaishou will die Sparte abspalten und binnen zwölf Monaten in Hongkong an die Börse bringen.
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Chinas Tech-Konzerne pumpen Milliarden in Video-KI und bringen Kling AI für einen Hongkong-Börsengang in Stellung.
Der chinesische Kurzvideo-Konzern Kuaishou hat für seine Video-KI Kling AI eine der grössten Finanzierungsrunden der Branche eingesammelt. Laut Berichten von Bloomberg, dem Wall Street Journal und TechNode fliessen zwischen rund 2 und 3 Milliarden US-Dollar in die Sparte – je nachdem, wie viele Investoren am Ende noch aufspringen. Bloomberg meldete am 2. Juli zunächst etwa 2 Milliarden (13,82 Milliarden Yuan), spätere Berichte sprechen von bis zu 3 Milliarden. Damit dürfte es die grösste je gemeldete Finanzierung für ein reines Video-KI-Modell sein.
Nach der Runde soll Kling AI mit rund 18 Milliarden US-Dollar bewertet sein (Post-Money, also inklusive des frischen Kapitals). Kling ist Kuaishous hauseigenes Modell, das aus Text- oder Bild-Eingaben kurze Videos generiert – ein direkter Konkurrent zu Googles Veo, Runways Gen-4.5 und ByteDances Seedance. Angeführt wird die Runde von einem breiten Konsortium:
Bemerkenswert: Mit Tencent, Alibaba und Baidu sitzen gleich drei der grössten chinesischen Tech-Rivalen im selben Boot. Die Bewertung liegt allerdings unter den ursprünglich angepeilten 20 Milliarden – ein Zeichen, dass Investoren generative KI derzeit etwas nüchterner bepreisen.
Kuaishou will Kling AI aus dem Konzern abspalten und als eigenständiges Unternehmen an der Börse Hongkong listen – nach Berichten innerhalb der nächsten rund zwölf Monate. Die aktuelle Runde ist als Vorbereitung dafür gedacht: Der Kuaishou-Anteil an Kling sinkt dadurch auf etwa 68 Prozent, externe Geldgeber kommen an Bord. Das Kapital soll in Rechenzentren und neue Fachkräfte fliessen.
Kling reiht sich damit in eine ganze Welle chinesischer KI-Firmen ein, die den Gang an die Hongkonger Börse suchen – zuletzt gingen etwa MiniMax und Zhipu AI diesen Weg.
Trotz Milliardenbewertung steht die Kommerzialisierung erst am Anfang. Für das erste Quartal 2026 wird ein Umsatz von über 650 Millionen Yuan (rund 95,9 Millionen US-Dollar) genannt – auf ein Jahr hochgerechnet also eine Run-Rate nahe 500 Millionen US-Dollar. Für ein Produkt, das erst im Juni 2024 startete, ist das ein schneller Anlauf, aber gemessen an der 18-Milliarden-Bewertung noch überschaubar.
Einordnung: Die Runde zeigt, wie ernsthaft chinesische Konzerne den Video-KI-Markt nehmen – und wie viel Kapital sie bereit sind, gegen die US-Konkurrenz in Stellung zu bringen. Ob die 18 Milliarden halten, entscheidet sich, sobald der Börsengang die Zahlen offenlegt.