Meta startet die Enterprise Platform mit Muse-Agent, Business Agent, Muse API und Muse Code. Leiten soll sie CJ Desai, bisher CEO von MongoDB. Preise und Schweiz-Start sind offen, und die jüngste Muse-Sicherheitslücke bleibt eine Vertrauensfrage.
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Meta will KI an Firmen verkaufen, doch Preise, Schweiz-Start und Sicherheitsnachweise fehlen noch.
Meta will nicht mehr nur Nutzer für seine KI gewinnen, sondern Firmen zur Kasse bitten. Am 28. September hat der Konzern die Meta Enterprise Platform angekündigt und dafür einen prominenten Manager verpflichtet: Chirantan «CJ» Desai, bisher CEO des Datenbankherstellers MongoDB.
Laut Meta will die neue Einheit Unternehmen und Entwicklern den «full technology stack» des Konzerns anbieten. Genannt werden vier Bausteine:
Preise, Starttermin und Regionen nennt Meta nicht. Auch The Decoder schreibt, Meta habe noch nicht gesagt, wie das Geschäft genau funktionieren soll und was die Dienste kosten. Der Druck ist real: Meta gibt laut Decoder in diesem Jahr mehr als 100 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur aus, und Muse soll in der ersten Woche 500'000 Nutzer erreicht haben. In der Firmenwelt trifft Meta zudem auf Claude Code, Codex und Cursor sowie günstige chinesische Open-Weight-Modelle.
Desai wird Chief Enterprise Platform Officer und berichtet direkt an Mark Zuckerberg. Er war seit November 2025 CEO von MongoDB, also keine elf Monate. MongoDB ernannte gleichentags den früheren CEO Dev Ittycheria zum Interims-CEO und bekräftigte in der Mitteilung seine Jahresprognose. Die Börse reagierte trotzdem hart: Laut TechCrunch fiel die MongoDB-Aktie um mehr als 17 Prozent, Reuters meldete im vorbörslichen Handel 14 Prozent.
Die Personalie zeigt, worum es Meta geht: Unternehmenssoftware verkauft sich über Vertrauen, Verträge und Integration, nicht über Modell-Benchmarks. Dafür holt man jemanden, der genau diesen Markt kennt.
Für Firmenkunden ist Sicherheit das Kernargument. Meta versichert, Sicherheit und Datenschutz seien «von Anfang an» in die Enterprise-Produkte eingebaut. Nur eine Woche zuvor wurde aber bekannt, dass die Mac-Version von Muse über eine undokumentierte Einstellung missbraucht werden konnte. Der Forscher Patrick Wardle zeigte laut The Hacker News, wie sich damit Sprachdiktat umleiten und Zugangsdaten abgreifen lassen. Der Angreifer braucht dafür bereits Zugriff auf den Rechner. Meta hat einen Fix ausgeliefert, ein Sicherheitshinweis liegt laut Bericht aber nicht vor. Wer Agenten mit Zugriff auf Mails und Konten einsetzt, sollte genau solche Fragen stellen, bevor er unterschreibt (wir haben darüber berichtet).
Aktuell praktisch nichts, aber es lohnt sich, vorbereitet zu sein:
So nutzt du das: Frag Anbieter von KI-Agenten schon jetzt nach Sicherheitshinweisen, Datenstandort und Vertragsbedingungen. Bei Meta fehlen alle drei noch. Der Schritt in die Firmenwelt ist angekündigt, bewiesen ist er nicht.
Sicherheitsforscher Patrick Wardle hat gezeigt, wie sich Metas KI-Agent Muse auf dem Mac über eine undokumentierte Einstellung kapern lässt – inklusive Diktat-Mitschnitt, Prompt-Injection und geklautem Login-Token. Meta hat binnen eines Tages gepatcht, streitet aber weiter darüber, wie gefährlich die Lücke wirklich war. Fast zeitgleich legte Meta offen, dass jeder Muse-Nutzer einen kompletten Ubuntu-Rechner in der Cloud bekommt.