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Microsoft-KI diagnostiziert im Labortest besser als Ärzte

Microsofts Diagnose-System MAI-DxO löst in einer Science-Studie 83,2 Prozent schwieriger Fälle, die Ärztegruppe 36,1 Prozent. Getestet wurde allerdings an Fallakten statt an echten Patienten.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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24. OKTOBER 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines Mikroskops auf einem Labortisch mit Reagenzgläsern, kinewsletter.ch Stil
Handgezeichnete Skizze eines Mikroskops auf einem Labortisch mit Reagenzgläsern, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Ein virtuelles Ärzteteam02Wie viel steckt im Orchestrator?03Was die Studie nicht zeigt
INHALT
01Ein virtuelles Ärzteteam02Wie viel steckt im Orchestrator?03Was die Studie nicht zeigt
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Ein starkes Laborergebnis, aber noch kein Beleg, dass Diagnosen im Spital besser werden.

Eine Diagnose-KI von Microsoft hat in einer Studie im Fachjournal Science schwierige Krankheitsfälle deutlich häufiger richtig gelöst als eine Vergleichsgruppe von Ärztinnen und Ärzten: 83,2 Prozent gegenüber 36,1 Prozent. Der Haken: Getestet wurde an aufbereiteten Fallakten statt an echten Patienten, und der Löwenanteil der Leistung stammt laut TechCrunch von den zugrunde liegenden Sprachmodellen.

Ein virtuelles Ärzteteam

Das System heisst MAI-DxO (Microsoft AI Diagnostic Orchestrator). Es startet mit einer kurzen Symptombeschreibung, stellt Rückfragen, ordnet Tests an und passt seine Hypothesen an. Dafür übernimmt ein Sprachmodell verschiedene simulierte Arztrollen, ähnlich einem Gremium, das den Fall bespricht.

In zwei Tests schnitt es so ab:

  • 304 schwierige Fälle aus dem New England Journal of Medicine: 83,2 Prozent richtig. Die Ärztegruppe, die Internet und Nachschlagewerke nutzen durfte, kam auf 36,1 Prozent, bearbeitete aber laut Netzwoche nur 56 der Fälle.
  • 325 dokumentierte Notfälle mit Spitaleinweisung (USA): 80,3 Prozent gegenüber 46,8 Prozent bei den Ärzten.

Wie viel steckt im Orchestrator?

Die Zahlen relativieren sich beim Blick auf die Modelle. GPT-5 allein löste laut Netzwoche 78,9 Prozent der schweren Fälle, mit dem Orchestrator waren es 83,2 Prozent bei geschätzt rund 5'400 statt 8'400 Dollar pro Fall. Die Kosten sind Schätzungen auf Basis von US-Preisen, nicht reale Spitalkosten; die Ärztegruppe lag bei etwa 4'700 Dollar.

TechCrunch nennt weitere Werte: GPT-5.5 allein erreichte 72 Prozent, mit Orchestrator knapp 87. Bei Notfällen brachte der Orchestrator kaum etwas. Die Verbesserung durch das Zusammenspiel war kleiner als der Abstand zwischen schwächeren und stärkeren Modellen.

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Handgezeichnete Skizze einer Laborbank mit einem Reagenzglasgestell in Elektroblau, Pipetten in einer Halterung und einem Becherglas vor einem hohen Fenster.

Was die Studie nicht zeigt

Die Grenzen sind erheblich:

  • Ärzte und KI arbeiteten an Akten auf dem Bildschirm, ohne Patientengespräch und ohne eigene Sicht auf Röntgen- oder andere Bilder.
  • Die Sammlung enthielt nur Krankheitsfälle, keine Gesunden oder Bagatellen.
  • Verglichen wurden einzelne Ärzte, keine Spezialistenteams, die komplexe Fälle im Alltag meist übernehmen.
  • Fehlten Angaben im Fall, ergänzte eine KI-Komponente künstliche Befunde.
  • Ob das System im Klinikalltag Kosten spart oder Behandlungen verbessert, belegt die Studie nicht.

Microsoft spricht von einem Schritt Richtung «medizinischer Superintelligenz». Als Nächstes plant das Unternehmen mit dem Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston eine Studie, in der Patienten direkt mit dem System interagieren und die Ergebnisse mit unabhängigen Arzt-Einschätzungen verglichen werden. Mit der Mayo Clinic arbeitet es an einem medizinischen Basismodell, dessen Veröffentlichung TechCrunch für nächstes Jahr meldet.

Einordnung: Das ist ein starkes Laborergebnis, aber noch kein Beleg dafür, dass Diagnosen in Spitälern besser werden. Erst die Studie mit echten Patienten kann das zeigen.

Quellen

Microsoft AI: Building medical superintelligence↗ EXTERNER LINKTechCrunch: Suleyman says Microsoft AI outperforms doctors on hard cases↗ EXTERNER LINKNetzwoche: Diagnose-KI von Microsoft schneidet im Test besser ab als Ärzte↗ EXTERNER LINK
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Handgezeichnete Skizze einer Laborbank mit einem Reagenzglasgestell in Elektroblau, Pipetten in einer Halterung und einem Becherglas vor einem hohen Fenster.
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