Microsofts Diagnose-System MAI-DxO löst in einer Science-Studie 83,2 Prozent schwieriger Fälle, die Ärztegruppe 36,1 Prozent. Getestet wurde allerdings an Fallakten statt an echten Patienten.
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Ein starkes Laborergebnis, aber noch kein Beleg, dass Diagnosen im Spital besser werden.
Eine Diagnose-KI von Microsoft hat in einer Studie im Fachjournal Science schwierige Krankheitsfälle deutlich häufiger richtig gelöst als eine Vergleichsgruppe von Ärztinnen und Ärzten: 83,2 Prozent gegenüber 36,1 Prozent. Der Haken: Getestet wurde an aufbereiteten Fallakten statt an echten Patienten, und der Löwenanteil der Leistung stammt laut TechCrunch von den zugrunde liegenden Sprachmodellen.
Das System heisst MAI-DxO (Microsoft AI Diagnostic Orchestrator). Es startet mit einer kurzen Symptombeschreibung, stellt Rückfragen, ordnet Tests an und passt seine Hypothesen an. Dafür übernimmt ein Sprachmodell verschiedene simulierte Arztrollen, ähnlich einem Gremium, das den Fall bespricht.
In zwei Tests schnitt es so ab:
Die Zahlen relativieren sich beim Blick auf die Modelle. GPT-5 allein löste laut Netzwoche 78,9 Prozent der schweren Fälle, mit dem Orchestrator waren es 83,2 Prozent bei geschätzt rund 5'400 statt 8'400 Dollar pro Fall. Die Kosten sind Schätzungen auf Basis von US-Preisen, nicht reale Spitalkosten; die Ärztegruppe lag bei etwa 4'700 Dollar.
TechCrunch nennt weitere Werte: GPT-5.5 allein erreichte 72 Prozent, mit Orchestrator knapp 87. Bei Notfällen brachte der Orchestrator kaum etwas. Die Verbesserung durch das Zusammenspiel war kleiner als der Abstand zwischen schwächeren und stärkeren Modellen.
Die Grenzen sind erheblich:
Microsoft spricht von einem Schritt Richtung «medizinischer Superintelligenz». Als Nächstes plant das Unternehmen mit dem Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston eine Studie, in der Patienten direkt mit dem System interagieren und die Ergebnisse mit unabhängigen Arzt-Einschätzungen verglichen werden. Mit der Mayo Clinic arbeitet es an einem medizinischen Basismodell, dessen Veröffentlichung TechCrunch für nächstes Jahr meldet.
Einordnung: Das ist ein starkes Laborergebnis, aber noch kein Beleg dafür, dass Diagnosen in Spitälern besser werden. Erst die Studie mit echten Patienten kann das zeigen.
Anthropic liess ein internes Claude-Forschungsmodell rund 64 Stunden weitgehend autonom Minibinder-Proteine gegen fünf Skorpion-Neurotoxine entwerfen. Von 211 im Labor getesteten Designs erfüllten 17 die Binder-Kriterien, die stärksten erreichen einstellige nanomolare Affinität. Ein Gegengift ist das nicht: Getestet wurde nur die Bindung an rekombinante Toxine.