Am Montag, 27. April, begann am US-Bundesgericht Oakland die Jury-Auswahl im Zivilprozess Elon Musk gegen Sam Altman, Greg Brockman und OpenAI. Neun Geschworene wurden vereidigt, von 26 ursprünglichen Klagepunkten verbleiben zwei. Liability-Phase bis 21. Mai – Altman, Brockman, Sutskever, Murati und Nadella werden als Zeugen erwartet.

Die zwei verbliebenen Klagepunkte – «unjust enrichment» und «breach of charitable trust» – könnten OpenAIs Restrukturierungs-Story juristisch entzaubern, kurz vor dem geplanten IPO.
Am Montag, 27. April, begann am US-Bundesgericht Oakland (Richterin Yvonne Gonzalez Rogers) die Jury-Auswahl im Zivilprozess Elon Musk gegen Sam Altman, Greg Brockman und OpenAI. Neun Geschworene wurden bis Abend vereidigt, Eröffnungsplädoyers folgen heute. Was wie eine weitere Musk-Show klingt, ist juristisch eine der konsequentesten Konfrontationen der KI-Branche bisher.
Von ursprünglich 26 Klagepunkten verbleiben zwei: «unjust enrichment» und «breach of charitable trust». Beide drehen sich um die Frage, ob Altman und Brockman die ursprüngliche Mission-Trust-Struktur der OpenAI-Charity zugunsten der profitorientierten OpenAI Inc. verletzt haben.
Musks ursprüngliche Forderung von 134 Mrd. Dollar «wrongful gains» wurde fallen gelassen. Jegliche Schadenersatzzahlungen sollen direkt an die OpenAI-Charity fliessen – nicht an Musk. Das ist juristisch sauberer, aber für die Schlagzeilen weniger sensationell.
Die Liability-Phase ist auf den 21. Mai terminiert. Eine eventuelle Damages-Phase folgt danach.
Der Prozess fällt zeitlich mit der Microsoft-Restrukturierung (siehe separate Story) und der mutmasslichen IPO-Vorbereitung Ende 2026 zusammen. Wenn die Jury Altman und Brockman in Punkt 2 («breach of charitable trust») für verantwortlich findet, könnte das die ganze For-Profit-Conversion neu auf den Prüfstand stellen – mitten im Vorbereitungsprozess für ein öffentliches Listing.
Musk hat parallel auf X scharfe Angriffe geäussert («Scam Altman and Greg Stockman stole a charity»), was sein eigenes Plaidoyer schwächen könnte – bei Gericht ist Nüchternheit eine Währung.
Drei Punkte, auf die Schweizer Unternehmen achten sollten:
Liability-Verdikt erwartet bis 21. Mai. Bis dahin bleibt der Prozess das Schaufenster, durch das die Schweizer Tech-Community am ehrlichsten in die OpenAI-Geschichte schauen kann – unter Eid statt unter Marketing.
Die zwei verbliebenen Klagepunkte – «unjust enrichment» und «breach of charitable trust» – könnten OpenAIs Restrukturierungs-Story juristisch entzaubern, kurz vor dem geplanten IPO.

Eine Beobachter-Recherche von Otto Hostettler und Lukas Lippert deckt auf: Rund 100 ETH- und EPFL-Wissenschaftler warnten das Schweizer Parlament im Sommer 2025 vor «zu strengen» KI-Gesetzen. Ihre Hochschulen erhalten Millionen von Meta, Google und ByteDance.
Akademisches Lobbying gegen Schweizer KI-Regulierung kommt von Forschern, deren Hochschulen Millionen von genau jenen Konzernen erhalten, die zu regulieren sind. Eine Story, die Schweizer Politik und Forschungs-Community gleichermassen beschäftigt.

Der Zivilprozess Musk vs. OpenAI/Altman/Brockman/Microsoft startete am 28. April in Oakland mit Eröffnungsplädoyers. Musk fordert 130 Mrd. Dollar Schadenersatz, die Rückwandlung von OpenAI in eine Non-Profit-Struktur, sowie die Absetzung von Altman und Brockman.
Auch wenn der Prozess als «Musk-Show» abgetan wird – die juristische Frage, ob eine Non-Profit-Charity in eine For-Profit-Struktur überführt werden darf, schafft Präzedenz für die gesamte KI-Branche.

Google hat einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium unterzeichnet, der Gemini für klassifizierte Militäraufgaben freigibt – einen Tag, nachdem über 580 Mitarbeitende in einem offenen Brief an Sundar Pichai genau das ablehnten. Der Vertrag spiegelt die Konditionen, die Anthropic im Februar abgelehnt hatte.
Mit Googles Pentagon-Deal ist die «AI for Good»-Selbstbeschränkung der grossen US-Labs faktisch beendet – ausser bei Anthropic. Schweizer Compliance-Verantwortliche bekommen damit ein neues Differenzierungsmerkmal bei der Provider-Wahl.