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Swissquote stopft 30 Millionen in eigene Banken-KI – und betreibt heimlich eines der zehn stärksten Schweizer Rechenzentren

Die Onlinebank investiert bis 2028 in souveräne KI – mit eigenem 140-Petaflop-Datacenter. Ziel: Weg von OpenAI, Claude und Gemini für das, was wirklich zählt.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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27. MAI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Skizze Schweizer Banktresor mit geöffneter blauer Stahltür und Server-Racks im Inneren
Skizze Schweizer Banktresor Dark
INHALT
01140 Petaflops im Hintergrund02Was die KI heute schon macht03Schweizer Finanzbranche stellt sich neu auf04Was du daraus mitnimmst
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01140 Petaflops im Hintergrund02Was die KI heute schon macht03Schweizer Finanzbranche stellt sich neu auf04Was du daraus mitnimmst
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Schweizer Finanzdienstleister, die jetzt nicht in eigene KI-Kapazität investieren, hängen in zwei Jahren ähnlich hinten wie heute jene, die kein Mobile-Banking haben.

Wenn eine Schweizer Onlinebank 30 Millionen Franken in den Aufbau einer eigenen KI in die Hand nimmt, hat das einen Grund: Sie will weg von ChatGPT, Claude und Gemini – zumindest für die Dinge, die ihr Kerngeschäft betreffen. Genau das hat Swissquote-CEO Marc Bürki in einem Interview mit «24 heures» bestätigt.

140 Petaflops im Hintergrund

Die Zahl, die in der Mitteilung am meisten überrascht: Swissquote betreibt nach eigenen Angaben heute schon eines der zehn leistungsstärksten KI-Rechenzentren der Schweiz – mit einer Rechenleistung von 140 Petaflops. Zum Vergleich: Der Schweizer Supercomputer Alps am CSCS in Lugano kommt auf etwa das Hundertfache, aber für einen einzelnen Finanzdienstleister ist das eine bemerkenswerte Hausnummer.

Bis 2028 sollen weitere 30 Millionen Franken dazukommen. Parallel entsteht am Hauptsitz in Gland ein neuer Campus mit einem 60 Meter hohen Turm. Bürkis Begründung: Die Bank wolle zentrale Technologien selbst kontrollieren und die Abhängigkeit von externen Plattformen reduzieren – Stichwort digitale Souveränität.

Was die KI heute schon macht

Konkret läuft KI bei Swissquote bereits in mehreren Schichten:

  • Code-Generierung – ganze Anwendungen werden vollständig von KI-Systemen programmiert
  • Kundensupport – digitale Assistenten beantworten Anfragen
  • Portfolio-Analyse – Werkzeuge fassen Management-Daten zusammen
  • Betrugserkennung – KI-Algorithmen erkennen gefälschte Websites, prüfen Transaktionen, identifizieren Phishing
  • Persönlicher Finanz-Coach – der Assistent «Yuhlia» läuft aktuell im Beta-Test in der Yuh-App

Schweizer Finanzbranche stellt sich neu auf

Swissquote ist nicht alleine. Die Digitalbank Sygnum testet seit Anfang Mai Live-Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten über einen KI-Agenten. Beide signalisieren das gleiche: Wer im Schweizer Banking überleben will, baut seine eigene KI-Schicht – oder wird Kunde einer fremden.

Bürki sieht darin einen grösseren Trend: Onlinebanken nähern sich mit KI zunehmend der klassischen Vermögensverwaltung an. Swissquote will dabei nicht direkt ins Wealth-Management vorstossen, aber die Werkzeuge dafür entstehen gerade.

Was du daraus mitnimmst

Wenn deine Bank dir in den nächsten Monaten einen «Finanz-Coach» oder «smarten Assistenten» anbietet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dahinter eine intern betriebene KI steckt – nicht eine White-Label-API von OpenAI. Für Datenschutz ist das eine gute Nachricht. Für den Wettbewerb auch: Schweizer Finanzdienstleister, die jetzt nicht in eigene KI-Kapazität investieren, hängen in zwei Jahren ähnlich hinten wie heute jene, die kein Mobile-Banking haben.

Quellen

Netzwoche – Swissquote 30 Millionen Franken in souveräne Banken-KI↗ EXTERNER LINK24 heures – Swissquote IA réinvente la banque en ligne depuis Gland↗ EXTERNER LINKNetzwoche – Sygnum testet KI-Agent für Live-Transaktionen↗ EXTERNER LINK
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