NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivÜber uns
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN FREITAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·KI IN DER SCHWEIZ

Zürich kämpft für eine schlanke KI-Regulierung

Während die EU mit dem AI Act streng reguliert, wirbt der Kanton Zürich für einen möglichst schlanken Weg. Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh erklärt, warum zu strenge Regeln den Standort gefährden – und welche Rolle das offene Schweizer Modell Apertus spielt.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
26. JUNI 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration einer Justizwaage mit Gesetzesbüchern und Alpenpanorama im Fenster, kinewsletter.ch Stil
kinewsletter.ch Dark-Mode Illustration
INHALT
01Standortpolitik mit Ansage02Europarats-Konvention statt EU-Kopie03Eigene Kompetenzen gegen die Cloud-Abhängigkeit04Wandel mit Augenmass
INHALT
01Standortpolitik mit Ansage02Europarats-Konvention statt EU-Kopie03Eigene Kompetenzen gegen die Cloud-Abhängigkeit04Wandel mit Augenmass
in
PARTNER · INOO GMBH
Wie viel KI verträgt dein Betrieb? In 30 Minuten Klartext.

Kostenloses Erstgespräch — herstellerneutral, direkt aus dem Rheintal.

Gespräch buchen →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Der Kanton Zürich setzt im Gegensatz zur EU auf eine bewusst schlanke KI-Regulierung, um als Standort attraktiv zu bleiben.

Die EU reguliert künstliche Intelligenz mit dem AI Act streng und umfassend. Die Schweiz geht bewusst einen anderen Weg – und der Kanton Zürich wirbt offensiv dafür, es dabei möglichst schlank zu halten. Das macht Carmen Walker Späh, Regierungspräsidentin und Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons, in einem Interview deutlich.

Standortpolitik mit Ansage

Zürich will sich als globaler KI-Hub positionieren. Der Vorwurf, das sei vor allem Standortpolitik im Sinne von US-Tech-Konzernen, lässt Walker Späh nicht gelten: Die ICT-Branche trage rund 9 Prozent zur kantonalen Wertschöpfung bei und stelle 8 Prozent aller Arbeitsplätze. «Ich gestalte lieber aktiv mit, statt passiv zuzuschauen», sagt sie mit Blick auf die KI.

Ihre Sorge: Einseitige oder zu weit gehende Regeln könnten Innovation bremsen, Investoren abschrecken und dazu führen, dass Unternehmen und Talente auf flexiblere Standorte ausweichen.

Europarats-Konvention statt EU-Kopie

Konkret hält sie den schlanken Kurs des Bundesrats für richtig. Dieser setzt die international verankerte KI-Konvention des Europarats in Schweizer Recht um – mit Fokus auf den Schutz von Grundrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Eine umfassende Produktregulierung nach EU-Vorbild dagegen führe zu hohen Kosten und viel Bürokratie, gerade für kleinere und mittlere Unternehmen.

Der Haken bleibt: Viele Schweizer Firmen, die KI entwickeln oder einsetzen, brauchen den EU-Marktzugang – und müssen die EU-Regeln für ihre Produkte ohnehin erfüllen. Walker Spähs Antwort darauf: kohärent mit dem internationalen Umfeld bleiben, aber «so schlank und smart wie möglich» regulieren.

Eigene Kompetenzen gegen die Cloud-Abhängigkeit

Spannend ist ihr Blick auf die digitale Souveränität. Wenn US-Konzerne die KI-Infrastruktur kontrollieren, brauche es Auswahl – und damit auch lokale Initiativen. Als Beispiel nennt sie ausdrücklich Apertus, das offene Sprachmodell von ETH und EPFL: ein Beleg dafür, dass die Schweiz eigene KI-Kompetenzen aufbauen kann.

Im Kanton selbst wird KI längst getestet. Über die «KI-Sandbox» der Volkswirtschaftsdirektion seien in vier Jahren bereits zehn konkrete Projekte umgesetzt worden – von Smart Parking über Drohneninspektionen bis zu KI bei Baubewilligungen.

Wandel mit Augenmass

Beim Arbeitsmarkt gibt sich Walker Späh optimistisch, aber nicht blauäugig. Bis 2050 fehlten im Kanton Zürich zehntausende Arbeitskräfte; KI könne einen Teil dieser Lücke schliessen. Entscheidend sei, wie man den Wandel gestalte – Aus- und Weiterbildung seien «keine Kür, sondern Pflicht».

Eine Grenze zieht sie klar: Ein «Government by Algorithm» strebe Zürich nicht an. KI dürfe Entscheide vorbereiten, fällen müssten sie weiterhin Menschen.

Einordnung: Während Brüssel auf verbindliche Produktregeln setzt, wettet Zürich auf Tempo und Flexibilität. Ob daraus ein echter Standortvorteil wird oder ein Vertrauensdefizit, hängt davon ab, ob «schlank» am Ende auch «verlässlich» heisst.

Quellen

Netzwoche – Warum Zürich für eine möglichst schlanke KI-Regulierung kämpft (Interview Carmen Walker Späh)↗ EXTERNER LINKSwiss Banking – Federal Council decides on regulatory approach to AI in Switzerland↗ EXTERNER LINKEPFL – Apertus: ein offenes, transparentes und mehrsprachiges Sprachmodell↗ EXTERNER LINK
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Freitag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Illustration eines elektroblauen Roboters mit zwei Greifarmen, der ein Netzwerkkabel in einen offenen Serverschrank steckt, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines elektroblauen Roboters mit zwei Greifarmen, der ein Netzwerkkabel in einen offenen Serverschrank steckt, kinewsletter.ch Stil
KI IN DER SCHWEIZ·6. AUGUST 2026

Zürcher Startup Exclaim Robotics holt 5 Millionen für Rechenzentrums-Roboter

Das Zürcher Startup Exclaim Robotics holt 4,95 Millionen US-Dollar, um autonome Reparatur-Roboter für KI-Rechenzentren zu bauen. Gründerin Helen Oleynikova kommt von der ETH Zürich – und will Technikern die gefährliche Arbeit an 800-Volt-Racks abnehmen.

Illustration einer elektroblauen Balkenwaage mit Papierstapel und Arbeitshandschuhen auf den Schalen, daneben ein Globus, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer elektroblauen Balkenwaage mit Papierstapel und Arbeitshandschuhen auf den Schalen, daneben ein Globus, kinewsletter.ch Stil
KI-BUSINESS·6. AUGUST 2026

Weltbank: KI-Jobrisiko in der Schweiz dreimal höher

Die Weltbank hat den World Development Report 2026 vorgelegt: In Hochlohnländern wie der Schweiz sind 14,2 Prozent der Jobs durch generative KI automatisierungsgefährdet, in ärmeren Ländern nur 4,5 Prozent. Für den globalen Süden ist KI laut dem Bericht vor allem eines: eine Rettungsleine.

Illustration eines Retro-Radiomikrofons vor leerem Studiostuhl und Radiogerät, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Retro-Radiomikrofons vor leerem Studiostuhl und Radiogerät, kinewsletter.ch Stil
KI IN DER SCHWEIZ·5. AUGUST 2026

Radio Schaffhuuse: Neues Schweizer Radio wird komplett von KI moderiert

Seit dem 1. Juli moderiert beim neuen «Radio Schaffhuuse» ausschliesslich künstliche Intelligenz – mit geklonten Stimmen der eigenen Redaktion. Das Konzept macht Lokalradio bezahlbar, hat aber einen Haken: Auf DAB+ fehlt laut SRF der Hinweis, dass hier eine Maschine spricht.

Illustration eines offenen blauen Server-Racks mit Werkzeug auf einer Werkbank, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines offenen blauen Server-Racks mit Werkzeug auf einer Werkbank, kinewsletter.ch Stil
KI IN DER SCHWEIZ·1. AUGUST 2026

FHNW und Giotto.ai forschen an effizienteren KI-Modellen

Das High-Performance-Computing-Labor der FHNW und das Lausanner KI-Labor Giotto.ai wollen gemeinsam Rechenaufwand und Inferenzkosten von KI-Modellen senken, ohne Leistung einzubüssen. Im Fokus: Serving-Engines, Deployment-Profile und Hardware-Beschleuniger.

Illustration eines Grossraumbüros mit blauer Bahnhofsuhr und Alpen-Silhouette, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines Grossraumbüros mit blauer Bahnhofsuhr und Alpen-Silhouette, kinewsletter.ch Stil
KI IN DER SCHWEIZ·29. JULI 2026

49 Prozent: Schweizer Beschäftigte sind Europas fleissigste KI-Nutzer

Laut der Accenture-Studie «Pulse of Change» nutzen 49 Prozent der Schweizer Beschäftigten täglich KI-Tools – fast doppelt so viele wie im Europa-Schnitt. Gleichzeitig fürchtet rund die Hälfte, dass KI den Berufseinstieg für die nächste Generation erschwert.

Illustration einer Schweizer Supercomputer-Serverhalle mit offenem Bauplan und Alpengipfel, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Schweizer Supercomputer-Serverhalle mit offenem Bauplan und Alpengipfel, kinewsletter.ch Stil
KI IN DER SCHWEIZ·25. JULI 2026

Apertus 1.5: Die Schweiz gibt ihrem offenen KI-Modell Augen

ETH, EPFL und das CSCS haben Apertus 1.5 veröffentlicht – das vollständig offene Schweizer Sprachmodell versteht jetzt Bilder, denkt in einem Reasoning-Modus mit und merkt sich viermal mehr Kontext. Alles unter Apache 2.0, alles nachvollziehbar.

Mehr aus KI in der Schweiz →