World Labs hat Atlas vorgestellt: ein Weltmodell, das aus einer Handvoll Fotos begehbare 3D-Szenen erzeugt, rekonstruiert und simuliert — bis zu eine Minute Video in 1440p mit frei gewählter Kameraführung, wahlweise als echte 3D-Geometrie. Verfügbar ist es bisher nur im Early Access, und alle Vergleichszahlen stammen von World Labs selbst.
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Der Unterschied zwischen Video- und Weltmodell ist die räumliche Konsistenz: Atlas merkt sich, wo die Dinge stehen, statt nur hübsche Bilder zu erzeugen. Das ist die Grundlage für Robotik-Training und VFX ohne Kamerastudio — nachprüfen kann es bisher aber niemand.
World Labs — das 2024 von Fei-Fei Li mitgegründete Startup für räumliche Intelligenz — hat am 1. September 2026 Atlas vorgestellt: ein Weltmodell, das 3D-Szenen erzeugt, aus Fotos rekonstruiert und simuliert. Aus einer Handvoll Bildern macht Atlas laut World Labs bis zu eine Minute Video in 1440p mit frei gewählter Kameraführung — und gibt die Szene auf Wunsch als echte 3D-Geometrie aus statt nur als Film. Zu haben ist das Modell bisher ausschliesslich im Early Access mit nicht genannten Partnern, ohne Preis und ohne Paper.
Der Unterschied zwischen Video- und Weltmodell klingt technisch, ist aber simpel: Ein Videomodell erzeugt eine schöne Bildfolge. Ob der Stuhl links im Bild derselbe Stuhl ist, wenn die Kamera zurückschwenkt, interessiert es nicht. Ein Weltmodell merkt sich, wo die Dinge stehen.
Atlas macht das zum Bauprinzip: Kamerapositionen und Tiefenkarten sind gleichwertige Eingaben neben Text und Bild, jedes Foto wird an einer festen Stelle im Raum verankert — World Labs nennt das «spatial context». Deshalb gibt Atlas eine Szene auch als Punktwolke oder 3D-Gaussian-Splat aus, also als Wolke vieler kleiner Raumpunkte, mit der Game-Engines und VFX-Werkzeuge direkt weiterarbeiten.
Für den «Bullet-Time»-Effekt — Zeit einfrieren, Kamera um die Szene kreisen lassen — brauchte es bisher ein Studio voller synchronisierter Kameras. World Labs filmte seine Demos mit drei bis fünf gewöhnlichen Handys auf Stativen. Und in der Robotik reichten laut Firmenangaben 24 Einzelbilder aus einem Handyvideo, um eine grosse Umgebung zu rekonstruieren, durch die anschliessend ein simulierter Roboter fährt — samt der Bilder, die seine Sensoren dabei sehen würden. Statt tausend realer Durchläufe also eine Aufnahme und beliebig viele Varianten.
In Blindvergleichen zur Kameraführung bevorzugten externe Prüfpersonen Atlas gegenüber MiniMax H3 in 75 Prozent der Fälle, gegenüber Gemini Omni Flash in 81 und gegenüber Seedance 2.5 in 94 Prozent. Den Haken benennt World Labs selbst: Atlas bekam die Kamerapfade in seinem nativen Format, die Konkurrenzmodelle nur als Textbeschreibung, weil sie nichts anderes akzeptieren. Bessere Prompts könnten deren Ergebnisse verbessern, räumt die Firma ein.
Dazu kommt, was fehlt: kein Paper, keine Model Card, kein Preis, kein namentlich genannter Partner, kein Starttermin — so listet es Implicator.ai auf. Geld ist trotzdem da: Im Februar 2026 sammelte World Labs eine Milliarde Dollar ein, unter anderem von NVIDIA, AMD und Autodesk.
Weltmodelle sind gerade das Feld, in dem alle gleichzeitig laufen: Runway zeigte Ende August mit Solaris eines, das Software-Oberflächen rendert. Atlas zielt aufs Gegenteil — auf den physischen Raum, in dem später Roboter arbeiten. Vorführen kann das bisher nur World Labs selbst.

Meta hat Muse Spark 1.3 veröffentlicht: 62 Punkte im Artificial Analysis Intelligence Index, einen hinter Claude Opus 5 – aber zum Achtel des Preises von Claude Fable 5.1. Die beworbene Sparsamkeit stammt allerdings aus Metas eigener Messung, und die Open-Weights-Frage ist offener denn je.