Meta hat Muse Spark 1.3 veröffentlicht: 62 Punkte im Artificial Analysis Intelligence Index, einen hinter Claude Opus 5 – aber zum Achtel des Preises von Claude Fable 5.1. Die beworbene Sparsamkeit stammt allerdings aus Metas eigener Messung, und die Open-Weights-Frage ist offener denn je.
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Meta konkurriert nicht mehr um den Spitzenplatz, sondern um das Preis-Leistungs-Verhältnis – und lässt dabei offen, ob die Gewichte des aktuellen Modells je erscheinen.
Meta hat am 2. September 2026 Muse Spark 1.3 veröffentlicht – das dritte Punkt-Release seiner Frontier-Modellreihe innerhalb von fünf Monaten. Das Modell ist ab sofort in Muse Code und der Meta Model API verfügbar; die Stufe «max reasoning» folgt laut Meta erst nach weiteren Sicherheitstests. Im unabhängig gemessenen Artificial Analysis Intelligence Index kommt Muse Spark 1.3 auf 62 Punkte – fünf mehr als der Vorgänger 1.2 (57), aber einen weniger als Claude Opus 5 (63) und vier weniger als der aktuelle Spitzenreiter Claude Fable 5.1 (66).
Der Rückstand ist klein, der Preisunterschied nicht. Muse Spark 1.3 kostet laut OpenRouter unverändert 1.25 US-Dollar pro Million Input-Token und 4.25 Dollar pro Million Output-Token – exakt gleich viel wie Version 1.2. Anthropic verlangt für Claude Fable 5.1 10 beziehungsweise 50 Dollar: Für vier Indexpunkte mehr zahlst du beim Input das Achtfache, beim Output rund das Zwölffache. Das Kontextfenster liegt bei beiden bei 1 Million Token. Metas KI-Chef Alexandr Wang nennt die Preisgestaltung gegenüber Axios «aggressiv» und das Modell «sehr konkurrenzfähig mit Frontier-Modellen». Googles am selben Tag erschienenes Gemini 3.8 Flash kommt auf 59 Punkte.
Den grössten Fortschritt reklamiert Meta bei der Effizienz: In Vergleichen von Meta-Ingenieuren brauche Muse Spark 1.3 rund als der Vorgänger. Wichtig: Das ist eine firmeninterne Messung, kein unabhängiger .
Artificial Analysis kommt auf ein anderes Bild. Für einen kompletten Durchlauf des Intelligence Index verbrauchte Muse Spark 1.3 in der höchsten Reasoning-Stufe 120 Millionen Output-Token; Version 1.2 kam auf 95 Millionen. Der Messdienst stuft 1.3 als «sehr geschwätzig» ein – der Median vergleichbarer Modelle liegt bei 72 Millionen. Ein Widerspruch ist das nicht zwingend – die Messungen nutzen andere Reasoning-Stufen und Aufgaben. Sie zeigen aber, worauf sich Metas Sparsamkeit bezieht: auf den eigenen Vorgänger, nicht auf den Markt.
Die zweite Neuerung betrifft Verhalten statt Leistung. Laut Meta stellt Muse Spark 1.3 bei mehrdeutigen Prompts Rückfragen, meldet sich, wenn es nicht weiterkommt, und holt vor folgenschweren Aktionen eine Bestätigung ein. Für Agenten, die stundenlang unbeaufsichtigt laufen sollen, zählt das mehr als ein einzelner Benchmark-Punkt. Wang verknüpft es mit Metas Produktplänen: persönliche Agenten, die rund um die Uhr für dich arbeiten.
Offen bleibt Metas Open-Source-Versprechen. Zu Muse Spark 1.3 schreibt Meta nur vage von einem «Muse Spark open weights release» auf der Roadmap – ohne Version, ohne Datum. Laut The Next Web hat Meta noch nicht entschieden, ob die Gewichte von 1.3 überhaupt erscheinen; an der Veröffentlichung für Version 1.2 hält das Unternehmen fest. Das im August gegebene Versprechen ist damit nicht gebrochen, aber auch nicht eingelöst.
Für dich als Entwickler bleibt eine konkrete Abwägung: Metas «Contributor tier» senkt den Preis des Coding-Produkts deutlich – im Gegenzug darf Meta deinen Code fürs Training nutzen. Laut Wang wählt ein «bedeutender zweistelliger» Prozentsatz diese Option. Wer Kundencode oder Mandantendaten verarbeitet, schaut hier besser zweimal hin.
World Labs hat Atlas vorgestellt: ein Weltmodell, das aus einer Handvoll Fotos begehbare 3D-Szenen erzeugt, rekonstruiert und simuliert — bis zu eine Minute Video in 1440p mit frei gewählter Kameraführung, wahlweise als echte 3D-Geometrie. Verfügbar ist es bisher nur im Early Access, und alle Vergleichszahlen stammen von World Labs selbst.