OpenAI baut ChatGPT am DevDay zur Arbeitsumgebung um: Space, Pages, Plug-ins mit Seitenleisten-Panels und Automationen. Laut OpenAI nutzen 1,2 Milliarden Menschen ChatGPT pro Woche. Für die Schweiz zählt: Die Agenten «Dots» starten für Pro-Nutzer nicht hier.
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ChatGPT wird zur Büro-Plattform mit Pro 500 für 500 Dollar, doch Dots starten für Pro-Nutzer nicht in der Schweiz.
OpenAI hat am DevDay in San Francisco ein ChatGPT vorgestellt, das weniger nach Chatbot aussieht als nach Arbeitsumgebung. Laut OpenAI erreicht die Plattform 1,2 Milliarden wöchentliche Nutzer. Auf diese Basis setzt das Unternehmen jetzt Dokumente, Team-Arbeitsplätze, Plug-ins mit eigenen Oberflächen und Automationen.
Herzstück ist Space, ein gemeinsamer Arbeitsbereich für Teams, der laut OpenAI die bisherige Library ersetzt. Sam Altman sagte dazu: «Your pages and files all live together in Space, like they would in a drive. But spaces feel alive.»
Darin liegen Pages, eine Art Textverarbeitung, die OpenAI als «new type of document, built for human and agent collaboration» beschreibt. Mehrere Personen bearbeiten eine Seite gleichzeitig, jede mit ihrem eigenen ChatGPT. Auf einer Seite lassen sich ChatGPT, Codex oder eigene Agenten per Erwähnung ansprechen. Collaborative Slides sollen Präsentationen per Konversation erzeugen. Sie kommen laut The Decoder in den kommenden Wochen, Tabellen sind laut OpenAI noch in Entwicklung.
Space gibt es nur mit den Plänen Pro, Business und Enterprise, auf Web und Desktop. Auf dem Handy kannst du Seiten vorerst nur lesen und teilen. Team Tasks, also delegierte, wiederkehrende Aufgaben, sind laut The Decoder Business und Enterprise vorbehalten.
Der zweite Block betrifft Plug-ins. Mit «Plugin extensions» erhalten Entwickler eine Heimat in der Seitenleiste und interaktive Panels, in denen du neben dem Gespräch arbeitest. Dazu kommen Dateibetrachter für eigene Formate, ein «Plugin Creator» und ein überarbeiteter Einreichungsprozess. Automationen starten dank der vorgeschlagenen MCP-Events-Spezifikation (ein offener Standard, mit dem Apps Ereignisse melden) automatisch, wenn in einer verbundenen App etwas passiert.
TechCrunch berichtet von über 4'000 verbindbaren Apps und mehr als 30 Launch-Partnern im Enterprise-Marktplatz, darunter Adobe, Figma, HubSpot, Salesforce und ServiceNow. Mit «Sign in with ChatGPT» sollen Nutzer ihr KI-Kontingent in Drittapps mitnehmen, unter anderem bei Notion und Vercel. Einen Umsatzverteilungs-Mechanismus wie im klassischen App Store hat OpenAI laut TechCrunch bisher nicht angekündigt. Das ist der Haken für Entwickler, die damit Geld verdienen wollen.
Auch die Preise ändern sich. Die neue Stufe Pro 500 kostet gemäss OpenAI-Hilfecenter 500 Dollar im Monat, bietet die höchste Nutzung (25-mal so viel wie ChatGPT Plus) und als einzige «Ultrafast». Pro 100 und Pro 200 bleiben im Angebot. Bei Pro 200 sinkt die Nutzung für Work und Codex laut The Next Web ab dem 30. Oktober 2026 von 20- auf 10-mal Plus, bestehende Abonnenten behalten ihre Limits bis 29. Oktober. Achtung: The Decoder nennt für Pro 500 fälschlich 200 Dollar, die OpenAI-Hilfeseite, Engadget und Thurrott nennen 500.
Die gute Nachricht zuerst: Für Space und Pages nennt OpenAI keine regionale Einschränkung. Die schlechte: Die neuen Agenten «Dots» starten für Pro-Nutzer laut OpenAI-Hilfecenter nicht im EWR, in der Schweiz und in Grossbritannien. Ein Startdatum gibt es nicht. Ob und wann Work-Funktionen in der Schweiz vollständig laufen, hat OpenAI nicht klar festgehalten.
Beim Datenschutz lohnt der Blick ins Detail. Die Datenresidenz in Europa gilt laut OpenAI für Enterprise, Edu und die API. Die Schweiz steht in der Regionenliste von Ende 2025 nicht separat. Beim neuen Meetings-Plugin (Beta, nur macOS, für Pro und Business) musst du selbst die Einwilligung der Teilnehmenden einholen, denn die App informiert sie laut Hilfeseite nicht automatisch.
TechCrunch sieht in Space, Pages und Slides einen direkten Angriff auf Microsofts Office-Geschäft. Der Vergleich hinkt in einem Punkt: Copilot ist eine KI-Schicht in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams. Microsoft verlangt dafür 18 Dollar pro Nutzer und Monat (Jahresabrechnung) zusätzlich zur Lizenz. OpenAI baut dagegen ein eigenes Dokumentformat, für das du Pro, Business oder Enterprise brauchst. Wer heute auf .docx und Excel-Makros baut, wechselt nicht über Nacht. Für Teams ohne Altlasten ist die Frage berechtigt, ob ein Chat-Fenster als Büro reicht.
Konkret heisst das: Teste Pages mit einem kleinen Team, prüfe die Datenschutz-Einstellungen und plane Dots in der Schweiz vorerst nicht ein. Wie berichtet, laufen bereits Plug-ins von Schweizer Anbietern in ChatGPT. Die neuen Seitenleisten-Panels könnten solche Angebote sichtbarer machen, belegt ist das bisher nicht.

OpenAI lanciert mit «Dots» always-on Agenten mit Avatar, die auf eigenen Cloud-Computern für dich weiterarbeiten. Im Hintergrund lesen sie standardmässig nur, aktive Aufgaben steuerst du über Custom Rules. Pro-Abos in der Schweiz sind vom Start ausgeschlossen, Business Premium ist dabei.