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China will seine KI-Rechenleistung bis 2030 versechsfachen

Chinas Industrieministerium peilt 9'800 EFLOPS intelligente Rechenleistung bis 2030 an — gut das Sechsfache von 2025, gestützt auf 3,8 Billionen Yuan. Warum andere Medien von einer Vervierfachung sprechen und wie die Schweiz dagegen dasteht.

Pascal Eugster
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9. SEPTEMBER 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration einer Serverhalle mit Bauplan, Helm und Massband, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Serverhalle mit Bauplan, Helm und Massband, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01100'000 Beschleunigerkarten in einem Cluster02Sechsfach oder vierfach? Beides stimmt03Das Kleingedruckte heisst FP1604Lugano schafft 10 Exaflops
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01100'000 Beschleunigerkarten in einem Cluster02Sechsfach oder vierfach? Beides stimmt03Das Kleingedruckte heisst FP1604Lugano schafft 10 Exaflops
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Chinas 15. Fünfjahresplan macht KI-Rechenleistung zum Staatsziel: 9'800 EFLOPS bis 2030, 3,8 Billionen Yuan Investitionen, Cluster mit über 100'000 Beschleunigerkarten. Die Zahlen sind beeindruckend, aber ohne einheitliches Präzisionsformat nur bedingt mit westlichen Angaben vergleichbar.

Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat am 7. September 2026 den 15. Fünfjahresplan für den Informations- und Kommunikationssektor veröffentlicht. Die Kernzahl für alle, die KI verfolgen: Bis 2030 soll Chinas «intelligente Rechenleistung» 9'800 EFLOPS erreichen — gut das Sechsfache des für 2025 ausgewiesenen Werts von 1'590 EFLOPS. Ein EFLOPS steht für eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde. Flankiert wird das Ziel von 3,8 Billionen Yuan (rund 532 Milliarden US-Dollar) an kumulierten Investitionen in Informationsinfrastruktur zwischen 2026 und 2030.

100'000 Beschleunigerkarten in einem Cluster

Beim Ausbau wird der Plan konkret. Er verlangt den «geordneten Aufbau» von Rechen-Clustern in der Grössenordnung von 10'000 Beschleunigerkarten sowie von Clustern mit 100'000 Karten und mehr, ergänzt um Inferenz-Infrastruktur, die auf einzelne Anwendungen zugeschnitten ist. Bis Ende Juni 2026 hatte China laut MIIT bereits 52 intelligente Rechenzentren mit je über 10'000 Beschleunigerkarten gebaut. Ausdrücklich gefordert wird zudem, die Infrastruktur stärker an im Inland produzierte Chips anzupassen — die naheliegende Antwort auf die US-Exportkontrollen für Nvidia-Beschleuniger.

Beim Geld ist der Plan dagegen erstaunlich zurückhaltend: Die 3,8 Billionen Yuan liegen nur rund 100 Milliarden über den 3,7 Billionen der vorangegangenen Fünfjahresperiode. Und dieser Topf finanziert nicht nur Rechenzentren, sondern auch 500'000 neue 5G-Advanced-Basisstationen, Glasfaser und Satellitennetze.

Sechsfach oder vierfach? Beides stimmt

Bei der Wachstumszahl lohnt sich ein zweiter Blick. Die South China Morning Post titelte «fourfold» — und liegt damit ebenfalls richtig. Der Unterschied ist die Basis: Gegenüber dem Planwert für 2025 (1'590 EFLOPS) sind 9'800 EFLOPS das 6,2-Fache. Gegenüber dem tatsächlich erreichten Stand von Ende Juni 2026 — 2'185 EFLOPS, ein Plus von 177 Prozent binnen Jahresfrist, wie Xinhua von einer Pressekonferenz des Staatsrats berichtete — ist es noch das 4,5-Fache.

Das Kleingedruckte heisst FP16

Vorsicht bei Vergleichen mit westlichen Angaben. Die 2'185 EFLOPS weist Xinhua explizit als FP16-Wert aus, also gemessen bei 16-Bit-Genauigkeit. Für das 9'800-EFLOPS-Ziel nennt der Plan kein Präzisionsformat. Das ist keine Kleinigkeit: Wer dieselbe Hardware bei acht statt sechzehn Bit misst, kommt auf rund doppelt so viele FLOPS. Staatliche Rechenleistungsziele sind deshalb nicht eins zu eins mit Zahlen aus den USA vergleichbar.

Lugano schafft 10 Exaflops

Zum Einordnen der Grössenordnung: Der Schweizer Supercomputer «Alps» am CSCS in Lugano erreicht laut dem Zentrum 10 Exaflops bei BF16 — ebenfalls ein 16-Bit-Format und damit halbwegs fair vergleichbar. Chinas heutiger Bestand entspricht also etwa dem 200-Fachen von Alps, das Ziel für 2030 fast dem Tausendfachen. Alps bleibt eine ernstzunehmende Maschine — aber wer über Schweizer KI-Souveränität diskutiert, sollte wissen, in welchen Grössenordnungen anderswo geplant wird.

Quellen

MIIT: 15. Fünfjahresplan für den Informations- und Kommunikationssektor↗ EXTERNER LINKSCMP: China targets fourfold boost in AI computing capacity by 2030↗ EXTERNER LINKChina Daily: Connecting nation's computing networks↗ EXTERNER LINKCSCS: Supercomputer Alps↗ EXTERNER LINK
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