Anthropic hat Claude Opus 5 veröffentlicht – ein Modell, das dem hauseigenen Top-Modell Fable 5 gefährlich nahekommt, aber nur die Hälfte kostet. Der eigentliche Coup steckt weniger in der reinen Leistung als im Preisschild.
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Opus 5 liefert Spitzenleistung bei Programmier- und Wissensarbeit zum Preis des Vorgängers – 5 Dollar pro Million Input-Token statt 10 wie bei Fable 5. Wer KI produktiv einsetzt, bekommt Frontier-nahe Qualität damit spürbar günstiger.
Anthropic hat am 24. Juli 2026 Claude Opus 5 vorgestellt, ein neues KI-Modell, das laut Anthropic die Leistung des Spitzenmodells Fable 5 bei vielen Aufgaben nahezu erreicht – zum halben Preis. Opus 5 kostet 5 Dollar pro Million Input-Token und 25 Dollar pro Million Output-Token, exakt gleich viel wie der Vorgänger Opus 4.8 und halb so viel wie Fable 5 (10 bzw. 50 Dollar). Das Modell ist ab sofort auf allen Plattformen verfügbar und wird zum neuen Standardmodell für Abonnenten von Claude Max.
Anthropic staffelt seine Modelle nach Intelligenz, Kosten und Tempo – und Opus 5 ist ausdrücklich als das Modell für jeden Tag positioniert. Fable 5 bleibt laut Anthropic die erste Wahl für die komplexesten, langlaufenden autonomen Aufgaben. Für den Grossteil der täglichen Coding- und Analysearbeit soll aber Opus 5 reichen – bei rund der Hälfte der Token-Kosten. Genau darin liegt die Nachricht: nicht ein neuer Leistungsrekord um jeden Preis, sondern Frontier-nahe Qualität zum Preis der Mittelklasse.
Bei den Benchmarks fällt der Sprung deutlich aus – wobei es sich um Anthropics eigene Zahlen handelt. Auf Frontier-Bench v0.1, einem Test für agentisches Programmieren im Terminal, erreicht Opus 5 laut dem Fachmedium The Decoder 43,3 Prozent und verdoppelt damit den Wert von Opus 4.8 (21,1 Prozent) mehr als deutlich; auch Fable 5 (33,7 Prozent) bleibt dahinter. Auf liegt Opus 5 bei maximalem Aufwand nur 0,5 Prozent unter dem Bestwert von Fable 5 – zur Hälfte der Kosten. Der grösste Ausreisser: Auf , einem Test für echtes Neu-Problemlösen, schafft Opus 5 rund 30 Prozent und liegt damit fast viermal höher als das nächstbeste Modell. Ehrlich bleibt Anthropic bei den Schwächen: Bei Cybersecurity-Aufgaben bleibt Opus 5 hinter dem Modell Mythos 5, und bei einzelnen Coding-Tests liegen Konkurrenten vorn.
Neu ist ein Effort-Regler – Anthropic nennt es einen «Dial», mit dem du entscheidest, wie viel Rechenleistung das Modell in eine Aufgabe steckt. Es gibt fünf Stufen: low, medium, high, xhigh und max. Auf niedrigen Stufen behält Opus 5 laut Anthropic viel von seiner Leistung, verbraucht aber weniger Token und kostet weniger. Anthropic empfiehlt selbst, «low» und «medium» breit zu nutzen und erst fürs Programmieren mit «xhigh» einzusteigen. Kurioses Detail aus der Analyse von The Decoder: Auf zwei Benchmarks schneidet die Höchststufe «max» sogar leicht schlechter ab als die zweithöchste – bei höheren Kosten. Mehr Aufwand ist also nicht automatisch besser.
Opus 5 ist bereits Anthropics vierter Claude-5-Release in weniger als zwei Monaten, wie Axios festhält – ein Tempo, das zeigt, wie stark sich KI-Anbieter inzwischen über die Kombination aus Intelligenz, Preis und Geschwindigkeit differenzieren. Technisch bringt Opus 5 ein Kontextfenster von einer Million Token mit und läuft optional im Fast Mode mit rund 2,5-facher Geschwindigkeit zum doppelten Preis. Dazu kommen zwei Beta-Funktionen für Entwickler: das Wechseln der Werkzeuge mitten im Gespräch und automatische Fallbacks über die API.
Für dich als Nutzer heisst «halber Preis» konkret: Wer Claude bisher über die API oder in Tools wie Claude Code und Cowork einsetzt, bekommt eine Qualität nahe am Topmodell, ohne die Fable-5-Rechnung zu zahlen. Gerade für Schweizer KMU und Entwicklerteams, die KI produktiv und wiederkehrend nutzen, senkt das die Schwelle für anspruchsvolle Aufgaben spürbar. Ein Vorbehalt bleibt: Der reine Token-Tarif erzählt nicht die ganze Geschichte. The Decoder weist zu Recht darauf hin, dass die Kosten pro Aufgabe stärker von der Token-Effizienz abhängen als vom Grundtarif – ein Modell mit gleichem Tarif kann in der Praxis teurer sein, wenn es mehr Token verbraucht. Der beste Rat ist deshalb der alte: an deinen eigenen Aufgaben testen, statt allein auf die Preisliste zu schauen.

Black Forest Labs macht sein Videomodell FLUX 3 Video über die API allgemein verfügbar: bis zu 20 Sekunden Video mit nativ mitgeneriertem Ton, Lippensynchronisation auf Deutsch und einem günstigen Draft-Modus. In internen Tests sieht sich das Freiburger KI-Studio an der Spitze.