Seit dem 2. August ist Kaliforniens KI-Transparenzgesetz SB 942 in Kraft: Grosse GenAI-Anbieter müssen Herkunftsdaten in Bilder, Videos und Audio einbetten und ein kostenloses Erkennungstool anbieten. Der Stichtag wurde bewusst auf denselben Tag gelegt wie die EU-Kennzeichnungspflicht.
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Seit dem 2. August 2026 verlangen mit Kalifornien und der EU die zwei wichtigsten Tech-Jurisdiktionen gleichzeitig KI-Kennzeichnung. Maschinenlesbare Herkunftsdaten nach C2PA-Muster werden damit faktisch zum globalen Standard – auch ohne Schweizer Gesetz.
Seit Sonntag, dem 2. August 2026, gilt in Kalifornien der California AI Transparency Act (SB 942): Anbieter generativer KI-Systeme mit mehr als 1 Million monatlichen Nutzern im Bundesstaat müssen maschinenlesbare Herkunftsdaten in KI-generierte Bilder, Videos und Audiodateien einbetten, ein kostenloses öffentliches Erkennungstool anbieten und sichtbare KI-Labels ermöglichen. Kalifornien ist damit der erste US-Bundesstaat mit einer umfassenden Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte – und der Stichtag ist kein Zufall: Er fällt exakt auf den Tag, an dem auch die EU ihre KI-Transparenzpflichten scharfgestellt hat.
Die sogenannte latente Disclosure muss laut Gesetzestext den Anbieternamen, das System samt Version, einen Zeitstempel und eine eindeutige Kennung enthalten – möglichst dauerhaft eingebettet und «konsistent mit breit akzeptierten Industriestandards». In der Praxis läuft das auf den C2PA-Standard hinaus (ein offenes Verfahren für Herkunftsnachweise in Mediendateien), denselben, der auch hinter der EU-Regel steckt. Wichtig: Das Gesetz erfasst Bild, Video und Audio – reinen Text nicht.
Bei Verstössen drohen 5'000 US-Dollar Zivilbusse pro Verstoss, wobei jeder Tag als eigener Verstoss zählt. Klagen können der Attorney General, aber auch City Attorneys und County Counsels. Wie das Tech-Portal TechTimes zum Start berichtet, liefert ausgerechnet Midjourney bis heute keine C2PA-Herkunftsdaten aus – der prominenteste Wackelkandidat der ersten Stunde.
Ursprünglich sollte SB 942 bereits am 1. Januar 2026 greifen. Das Änderungsgesetz verschob den Termin auf den 2. August – laut der Kanzlei Bradley Arant explizit, um Kaliforniens Anforderungen mit dem Durchsetzungs-Zeitplan des zu synchronisieren. , was Artikel 50 des EU AI Act seit demselben Tag verlangt. AB 853 baut das Gesetz zudem aus: Ab müssen grosse Online-Plattformen mit über 2 Millionen Nutzern Herkunftsdaten erkennen und anzeigen, ab folgen Hersteller von Kameras und Aufnahmegeräten. Noch offen: Ein hängiges Dringlichkeitsgesetz (SB 1000) könnte einzelne Pflichten nachträglich anpassen.
Eine Schweizer Kennzeichnungspflicht gibt es nicht – der Bundesrat will bis Ende 2026 erst eine Vernehmlassungsvorlage zur KI-Regulierung präsentieren. Direkt betroffen wären Schweizer Anbieter nur mit über 1 Million monatlichen Nutzern in Kalifornien. Profitieren dürftest du trotzdem: Die grossen Anbieter setzen Herkunftsdaten global um, nicht pro Land. Echte KI-Bilder ohne Herkunftsnachweis werden damit auch hierzulande seltener.

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