Nvidia-Chef Jensen Huang sass am Montag beim All-In Summit in Los Angeles auf der Bühne, als Donald Trump anrief. Huang schaltete den Lautsprecher ein – und der Präsident nannte die Forderung nach einer KI-Verlangsamung vor Publikum einen Hoax. Musk und Altman hatten Amodei zuvor zugestimmt.
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Die Frage, ob die KI-Entwicklung langsamer werden soll, ist innerhalb von 48 Stunden von einem Labor-Essay zu einem Konflikt zwischen dem Weissen Haus und den Laborchefs geworden.
Nvidia-Chef Jensen Huang sass am Montagmorgen beim All-In Summit in Los Angeles auf der Bühne, als ihn ein Anruf erreichte, den er nicht auf die Combox schicken wollte: US-Präsident Donald Trump. Huang liess den Anruf über die Saallautsprecher laufen – und Trump bezeichnete die Forderung nach einer Verlangsamung der KI-Entwicklung vor dem Publikum als «Hoax». Das berichtet TechCrunch, dessen Reporterin die Szene protokolliert hat.
Auf der Bühne hatten Huang und die Gastgeber des All-In-Podcasts zuvor über den Aufruf von Anthropic-Chef Dario Amodei diskutiert, das Tempo bei der Verbesserung von KI-Fähigkeiten zu drosseln. Elon Musk und OpenAI-Chef Sam Altman hatten Amodei öffentlich zugestimmt. Huang nicht.
Dann klingelte das Telefon. «Sie spielen genau denen in die Hände, die das nicht sehen wollen», sagte Trump laut TechCrunch über die Befürworter einer Bremse. «Das können politische Leute sein. Es kann auch China sein. Und wir werden das nicht zulassen. Es ist ein Hoax.» Huang antwortete: «Sie haben recht. Wir werden das nicht zulassen, Sir» – und das Publikum applaudierte.
Ganz ohne Zwischentöne blieb es nicht. «Wir müssen ein bisschen vorsichtig sein», sagte Trump im selben Gespräch. «Wir müssen Dinge tun, und wir müssen sie umsichtig tun, aber das heisst nicht, dass wir eine Industrie stoppen werden.»
Interessant wird es bei der Frage, woher der Widerstand eigentlich kommt. Trump und Verbündete wie Y-Combinator-Chef Garry Tan vertreten die These, die wachsende Ablehnung gegen den Bau von Rechenzentren sei Teil einer internationalen Beeinflussungskampagne gegen das amerikanische Wirtschaftswachstum.
Die Zahlen erzählen eine einfachere Geschichte. Eine aktuelle Gallup-Umfrage zeigt, dass sieben von zehn Amerikanerinnen und Amerikanern den Bau von Rechenzentren in ihrer Umgebung ablehnen. Mehr als 50 Prozent der Befragten nennen dabei die Auswirkungen auf natürliche Ressourcen als Grund, rund 20 Prozent sorgen sich um steigende Lebenshaltungskosten und ihre Lebensqualität. Das ist kein aussenpolitisches Motiv, sondern eine Nachbarschaftsfrage.
Für dich als Beobachterin oder Beobachter der Branche ist die Geschwindigkeit das eigentlich Bemerkenswerte: Innerhalb von 48 Stunden ist aus einem Essay eines Laborchefs eine offene Frontstellung geworden – Amodei, Altman und Musk auf der einen, das Weisse Haus und der wichtigste Chip-Lieferant der Welt auf der anderen Seite.
Und die Debatte hat bereits einen Preis. Als die Börsen am Montag öffneten, verloren in der Schweiz ABB, Belimo, VAT, Inficon und Comet deutlich – alles Firmen, deren Auftragsbücher am Ausbau der Rechenzentren hängen. Wer Nvidia-Aktien oder Schweizer Zulieferer im Depot hat, merkt gerade, dass dieser Streit nicht nur ein Streit über Sicherheitsphilosophie ist.
Die EU-Kommission hat mehreren Anbietern universell einsetzbarer KI-Modelle formale Auskunftsersuchen zugestellt – oft der erste Schritt zu einem Untersuchungsverfahren. Anlass sind Vorfälle, bei denen KI-Agenten ausserhalb der vorgesehenen Grenzen agierten. Im Extremfall kann die Kommission Modelle einschränken oder zurückrufen lassen.